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Nachricht vom 11.07.2021    

Kultursommer Altenkirchen: Pippo Pollina präsentierte sein "Best Of"

Er ist in Altenkirchen schon ein alter Bekannter: ´Der italienische Barde Pippo Pollina begeisterte bereits zum 25. Mal seine Fans, die ohne Zweifel auch bei Regen gekommen wären, mit gefühlvollen Balladen, Chansons und teils leicht Jazzigem, und das zehn Monate nach dem eigentlich geplanten Auftritt im letzten November.

Roberto Petroli und Pippo Pollina präsentierten in Altenkirchen ihr "Best Of". (Fotos: MA)

Altenkirchen. Die Zahlen sind gesunken, Konzerte im Freien sind wieder erlaubt. Der Geschäftsführer des Kulturbüros Altenkirchen, Helmut Nöllgen, brachte es beim Open Air Sommer auf der Glockenspitze am Samstagabend auf den Punkt:“ Endlich wieder Publikum!“

Zum ersten Mal habe er Pippo in Katzenellenbogen gehört, erzählt Nöllgen. Konstantin Wecker kam in Begleitung eines jungen italienischen Sängers, der bis dato noch völlig unbekannt war. „Das war Gänsehaut, dieser Abend, einfach unglaublich“. Die Einladung, nach Altenkirchen zu kommen, hatte der Italiener gerne angenommen. Der erste Auftritt war auf den Kleinkunstbühnen Altenkirchens in den 1980iger Jahren, seitdem hat Pippo immer wieder in der Kreisstadt gesungen und gespielt, ob auf den Kleinkunstbühnen, bei der „Toskanischen Nacht“ oder im Spiegelzelt.

Der Auftritt am Samstagabend (10. Juni) im Zirkuszelt der Familie Rondell, der war allerdings eine Premiere, wobei die ganz besondere Atmosphäre nicht nur Pippo und seinem musikalischen Begleiter Roberto Petroli (Klarinette, Saxophon), sondern auch dem zahlreichen Publikum bestens gefiel. Das von Pippo zu Anfang erwähnte Wunder: "Es regnet nicht“, da hätten wir auch draußen spielen können", hielt allerdings nicht bis zum Schluss vor. Eine halbe Stunde vor Konzertende setzte strömender Regen ein.

Auf Nöllgens Frage nach der weitesten Anreise machten weder Leipzig, Arnsbach oder Kempten das Rennen, sondern Berliner Zuhörer konnten sich darüber freuen, dass sie entweder in den nächsten drei Monaten an beliebigen Kulturveranstaltungen - insgesamt sind es noch 34 jeglicher Couleur - teilnehmen dürfen, oder aber sie suchen sich im nächsten Jahr eine Veranstaltung im Spiegelzelt in einem original 20er-Jahre-Tanzpalast aus. Außerdem dürfen die glücklichen Gewinner dann zwei Nächte im Hotel Glockenspitze verbringen.

Der gebürtige Sizilianer Pollina hat sich Zeit seines Lebens gegen den Krieg, gegen Rassismus und gegen Fremdenfeindlichkeit ausgesprochen. Seine Karriere hat der studierte Musiker und Jurist auf den Straßen Europas begonnen. Sein Begleiter, der italienische Musiker Roberto Petroli, der 2009 in die Schweiz zog, begann seine musikalische Reise als kongenialer Instrumentalpartner des italienischen Songwriters und Musikers und ist für Pippo seit 13 Jahren das perfekte Gegenstück. Sie touren als Duo durch Europa.

Pippo Pollina ist mit über 4000 Konzerten europaweit einer der beliebtesten italienischen Liedermacher. Dabei überrascht der quirlige Sänger und Musiker mit einer beeindruckenden Kreativität. Gemeinsam mit Roberto Petroli brachten die beiden Musiker mit ihrer „Best Of“-Tour ein Stück Italien in den Westerwald. Der charismatische Barde und Multimusiker mit seiner kraftvollen, rauchigen und warmen Stimme spielt Klavier und Gitarre, rhythmisierte temperamentvoll auf dem Tamburin, einem Instrument, das traditionell in der sizilianischen Musik eingesetzt wird, und sang dazu. Hier spielte der Einfluss des rund 200 Kilometer von Sizilien entfernten Afrika eine deutlich hörbare Rolle.



Petroli wiederum begeisterte unter anderem mit eingängigem Saxophon-Solo und bekam dafür begeisterten Zwischenapplaus. Pippo Pollina betrat die Bühne und kniete sich erst einmal hin. „Es ist schon bizarr zu sehen, wie Sportmannschaften teils vor dem Spiel auf die Knie gehen, als Symbol gegen Rassismus, Homophobie und jede Form und Ungerechtigkeit“, so der Sänger. „Muhammad Ali, das wäre auch so einer gewesen, der auf die Knie gegangen wäre vor seinem Boxkampf“. Pippo widmete dem vor vier Jahren verstorbenen Weltklasse-Boxer "A Mani Basse" (Die Hände tief), ein Lied, das im Zirkuszelt für Gänsehaut sorgte. Einen der Titel der CD „Rossocuore“, den er 1990 gemeinsam mit Franco Battiato im Duett aufgenommen hatte widmet er an diesem Abend seinem vor zwei Monaten verstorbenen Freund Battiato.

Nicht nur besinnlich, romantisch und musikalisch war der Abend. Die kleinen Anekdoten, mit denen der Sänger sein Publikum unterhielt, sorgten für Heiterkeit. So auch die Geschichte vom Asiaten, der ihn in Regensburg um ein Autogramm bat, ihn allerdings aufgrund seines Outfits (er trug eine Sportjacke einer bekannten Marke) für einen Spieler des FC Bayern-München hielt.

Pippo Pollina präsentierte eine gelungene Mischung seiner bekannten Lieder, darunter natürlich auch die Hymne "Mare Mare Mare" und „Amsterdam“. Die wunderbare Mischung an Neuem und Bekanntem bescherte in Verbindung mit der lockeren Plauderei dem Publikum einen schönen Abend, gerade in Corona-Zeiten wie Balsam für die Seele. Die Zuschauer feierten den Liedermacher mit riesigem Beifall, tanzten teils vor der Bühne und ließen ihn und Roberto Petroli erst nach einer Vielzahl von Zugaben gehen. (MA)


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