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Nachricht vom 13.04.2021    

Wehbach: Relikte aus Erzbergbau und Hüttenwesen bald an Asdorftal-Radweg

Ein Schattendasein fristen zwei Loren und drei Kokillen am Rand des Festplatzes in Wehbach – aber nicht mehr lange: Die Relikte aus der längst vergangenen Ära des Bergbaus und Hüttenwesen werden umziehen und einen exponierten Platz erhalten.

Die Kokillen und Loren am Festplatz: Nach 25 Jahren werden sie zwischen Koblenz-Olper-Straße und dem Asdorftal-Radweg einen neuen Standort (rechts unten) erhalten. (Fotos: tt)

Kirchen-Wehbach. Die Loren und Kokillen werden künftig auf einer Rasenfläche zwischen dem Asdorftal-Radweg und der Koblenz-Olper-Straße die Blicke auf sich ziehen. Die Vorbereitungen für das Projekt sind bereits in vollem Gang. Aber von vorn: Es ist lange her, dass die Schlote der Friedrichshütte rauchten und in den Öfen aus dem Eisenerz der begehrte Rohstoff geschmolzen wurde. Beim Abstich floss auch auf der Hütte in Wehbach das flüssige Eisen in die Kokillen, in denen es erstarrte. Von der Friedrichshütte stammen die drei Kokillen, die seit gut 25 Jahren ihren angestammten Platz am Festplatz haben. Weil der Platz auch für das Aufstellen von Festzelten sowie für Veranstaltungen genutzt wird, stehen die Kokillen im Randbereich. Unmittelbar in der Nähe der Fußgängerbrücke über den Gilsbach. Die Gussformen haben einen Bezug zum Dorf. Und über die Kokillen schließt sich der Kreis vom Hüttenwesen zu den Loren aus dem Bergbau. Denn mit diesen wurde das einst unter Tage abgebaute Eisenerz ans Tageslicht befördert, um aus den Brocken im Hüttenwesen den Rohstoff herauszuholen.

Weil die Exponate an ihrem derzeitigen Standort kaum auffallen und nicht so gut zu sehen sind, machte Ortsvorsteher Ulrich Haas sich seine Gedanken. Er regte an, die Sammlung an einem besseren Platz zu präsentieren. Der ist mit der Fläche zwischen Straße auf der einen Seite und Radweg auf der anderen in Höhe von Hof Niederasdorf gefunden. Nun können solche schwergewichtigen Relikte nicht einfach auf die grüne Wiese gestellt werden. Das solide Fundament und den Sockel haben inzwischen die Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt Kirchen aus Beton hergestellt. „Der Bauhof führt alle Arbeiten aus“, sagte Ortsvorsteher Haas mit Blick auf das im Werden befindliche Projekt.



Die Loren, die auf einem Schienenstrang festgeschweißt stehen, und die Kokillen werden vor dem Aufstellen am neuen Standort noch gesäubert und eventuell gestrichen. Verschwinden werden dann auf den Loren auch Graffiti, die nicht dekorativ sind. Am Festplatz sei in die offenen Loren und Kokillen auch Abfall und Müll reingeworfen worden, berichtete der Ortsvorsteher: „Dort, wo die Teile künftig stehen, stehen sie einfach besser als an ihrem aktuellen Platz.“ Kokillen und Loren seien dort gut zu sehen. Es ist angedacht, dass der Umzug im April über die Bühne gehen soll.

Der am Bahnhof in Kirchen beginnende Asdorftal-Radweg führt in Richtung Niederfischbach weiter auch am ehemaligen Friedrichshütten-Gelände vorbei. Nachdem dort 1967 die Öfen erloschen sind, hat sich inzwischen dort ein Gewerbegebiet angesiedelt. (tt)


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