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Nachricht vom 18.06.2021    

Wann wird die Brücke zwischen Hachenburg und Nister endlich fertig?

Von Thomas Sonnenschein

Seit Oktober 2019 wird an der neuen Brücke zwischen Hachenburg und Nister schon gearbeitet. Die Brücke führt die L288 im Gefälle über die B 414. Seither wird der gesamte Fließverkehr auf der B414 an dieser Stelle abgeleitet, wer nach Hachenburg will, muss über die B414 einen weiten Bogen fahren.

Das Mittelstück der Brücke ist ein unbewegliches, sogenanntes integrales, Element. Fotos: Thomas Sonnenschein

Hachenburg. Nun wird es bis zur Öffnung der Brücke über die B 414 zwischen Hachenburg und Nister nicht mehr lange dauern. Bis zum 5. Juli sollen laut Andreas Scheuer vom LBM Diez alle Arbeiten daran abgeschlossen sein. Die B414 dürfte dann -vorerst- wieder frei durchgängig sein. Die intelligente Ampel-Anlage auf der L288 bleibt in dieser Form bestehen.

Aufatmen können die Hachenburger und Pendler aber noch nicht. Denn unmittelbar im Anschluss wird die Bahn notwendige Sanierungsmaßnahmen am Bahnübergang vor dem Kino beginnen. Dazu wird der Bahnübergang komplett gesperrt. Anwohner unterhalb dieses Überganges werden ihr Zuhause für eine Weile nur noch über die Umgehungsstraße und die neu fertiggestellte Brücke erreichen können. Noch gravierender aber ist die Tatsache, dass der bevorstehende Ausbau der B414 zwischen der Schneidmühle und dem Kreisel zur B413 auf einer Länge von mehr als fünf Kilometern demnächst dreispurig ausgebaut wird. In diesem Zusammenhang wird ja auch die Brücke über die Nister im weiteren Verlauf der B414 erneuert. Ein gewaltiges Projekt also, das Teil des Ausbaus zwischen Herborn und Hennef ist und in der Zukunft die Mobilität der Ost/West-Achse durch den Westerwald deutlich verbessern wird. Wie sehr die Westerwälder davon profitieren werden, zeigt sich überall dort, wo der Ausbau bereits abgeschlossen ist, zum Beispiel auf dem Teilstück zwischen der Schneidmühle und Kirburg oder aber auch an einem weiteren Großprojekt im Westerwald, nämlich auf der L255 zwischen Hahner Stock und Montabaur. Bis die Verkehrsteilnehmer jedoch Nutznießer eines solchen Ausbaus werden können, bleibt es noch eine ganze Weile unbequem.

Angesichts der vielen großen Baumaßnahmen, die noch folgen, mehrt sich in den sozialen Netzwerken der Missmut über die Bauzeit der Brücke zwischen Hachenburg und Nister. Zwar freuen sich die Wäller auf die sich künftig verbessernde Infrastruktur, auch akzeptieren sie, dass die Sicherheit einer so stark frequentierten Brücke Vorrang hat. Dennoch rechnen einige Stimmen vor, dass der Brückenneubau nun schon mehr als sieben Monate über dem ursprünglich angekündigten Zeitplan hängt. Pendler aus oder in Richtung Betzdorf über die L 288 müssen täglich mehr als zwei Kilometer Umweg je einfache Fahrt in Kauf nehmen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Bei einer fünf-Tage-Woche bedeutet dies pro PKW gut 80 Kilometer zusätzliche Wegstrecke je Monat. Auch die Westerwaldbus GmbH des Kreises Altenkirchen muss mit der Linie 270 zwischen Hachenburg und Betzdorf stündlich Umwege in Kauf nehmen, zumal Nister und Marienstatt angefahren werden. Es handelt sich also um ein sehr sensibles Thema, zu dem eine offizielle Pressemeldung bislang ausblieb. Deshalb haben die Kuriere einmal nachgefragt.



Für den verzögerten Bauabschnitt an der Brücke zwischen Hachenburg und Nister gibt es eine ganze Reihe guter Gründe, denn die Brücke ist keineswegs leicht zu händeln. Das starke Gefälle innerhalb des Brückenabschnittes, die zwingend notwendige Belastbarkeit und sowohl statische als auch optische Vorgaben machten aus einem „Brückchen“ eine Mammutaufgabe für Ingenieurprofis. Dies umso mehr, als im vergangenen Winter witterungsbedingt über viele Wochen mit dem Baumaterial gar keine Fortschritte möglich waren. Die riesige Verschalung für die Schrägstützen wurde in Sonderanfertigung per Hand von einem Schreiner aus Scheuerfeld in der Sorgfalt eines überdimensionierten Möbelstückes gefertigt. Zwischen Obersicht und Untersicht finden sich an der Brücke so gut wie keine Parallelen. Um die Ausdehnung der verschiedenen Materialien bei unterschiedlichen Tagestemperaturen zu berücksichtigen, sind fast alle Brücken mit einem Widerlager und ausreichend Platz versehen, um zu verhindern, dass sie bei zu starker Ausdehnung zerbrechen. In diesem Fall handelt es sich um ein sogenanntes semiintegrales Bauwerk, weil das eigentliche Hauptelement der Brücke unbeweglich ist und lediglich an den Endfeldern über Widerlager verläuft. Die Pfeiler sind am unteren Ende nicht fest einbetoniert, sondern aus statischen Gründen mit einem Betongelenk versehen. Die Brücke soll mit entsprechender Wartung 100 Jahre lang halten und theoretisch zwei Schwerlastkraftwagen gleichzeitig aushalten können. Die Anforderungen sind zurecht hoch, denn die neue Brücke wird von Anfang an entsprechend viel befahren. Nicht umsonst hat Hachenburg am Haus Helena eine Linksabbiegehilfe für den ankommenden Verkehr von der L288 gebaut. Laut Andreas Scheuer befahren am Baustellenbereich binnen 24 Stunden die L288 mehr als 7000 Fahrzeuge, auf der B414 sind es sogar knapp 11.500. Der Lastverkehr beträgt jeweils rund zwölf Prozent.

Für die weiterführenden Projekte wird der ehemalige Verkehrsminister Hendrik Hering Anfang Juli zusammen mit hochrangigen Verantwortlichen die meisten offenen Bauposten im oberen Westerwald inspizieren und die notwendigen Maßnahmen erörtern. Neben dem weiteren dreispurigen Ausbau der B 414 wird es auch um die Zufahrt für das neue Krankenhaus gehen. Mit dabei sein wird auch Lutz Nink, Leiter der LBM Diez. Es bleibt zu erwarten, dass dann weitere Termine für die offenen Bauabschnitte bekannt gegeben werden.
(Thomas Sonnenschein)



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