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Nachricht vom 30.09.2021    

Wissen: Planung „Auf der Sieghöhe“ wird in die nächste Runde geschickt

Von Katharina Behner

Zur Weiterentwicklung von Wissen als Mittelzentrum bedarf es des Neubaugebietes „Auf der Sieghöhe“ am Rödderstein - da ist sich der Bauausschuss der Stadt einig. Nach der Beteiligung von Behörden und Öffentlichkeit zur Entwurfsplanung wurden die Anregungen abgesegnet, um sie dem Stadtrat für die weiteren Planungen zu empfehlen.

Sieghöhe: Um einen Schritt weiter hin zum Neubaugebiet „Auf der Sieghöhe“. Der Bauausschuss gab sein Okay. (Foto: KathaBe)

Wissen. Nachdem der Vorentwurf des Bebauungsplanes für das Neubaugebiet „Auf der Sieghöhe“ am Rödderstein im Mai in die Beratung gegangen war, fand zwischenzeitlich die Beteiligung der Behörden und Öffentlichkeit statt. Zur jüngsten Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch, dem 29. September, lagen die Ergebnisse hierzu bis auf wenige Ausnahmen vor.

Insgesamt 29 Stellungnahmen wurden von Fachplanungsträgern und Verbänden, drei weitere aus der Öffentlichkeit abgegeben, die von Dennis Behrami vom Planungsbüro „Stadt-Land Plus“ vorgetragen und zur Diskussion gestellt wurden. In den Einzelbeschlüssen gab es lediglich wenige Enthaltungen bezüglich der Stellungnahmen, woraufhin der Bauausschuss nun sein grünes Licht für die Gesamtempfehlung zum Fortschreiten der Planungen für das Neubaugebiet „mit Vorzeigecharakter“ an den Stadtrat gab.

Vorab betonte Kerstin Roßbach, Leiterin des Bauamtes der Verbandsgemeinde, die Wichtigkeit der frühzeitigen Beteiligung und Offenlegung der Entwurfsplanung. Sie ermögliche Anregungen zu sammeln, diese in weitere Planung einfließen lassen zu können, um damit spätere „Überraschungen“ zu umgehen.

Gefragter Wohnstandort Wissen braucht Möglichkeiten
Schon jetzt liegen rund 55 Interessensbekundungen potentieller Bauwilliger vor. Auf dem insgesamt 9,4 Hektar großen Areal, welches sich zu 90 Prozent im Eigentum der Stadt befindet, sollen 72 Bauplätze entstehen. Zur Weiterentwicklung der Stadt Wissen, welches als Mittelzentrum gilt, sehen die Ausschussmitglieder sich daher insgesamt gefordert, Bauland zur Verfügung zu stellen. Dabei wurde die ursprünglich einmal anvisierte Bauplatzzahl von 90 bereits reduziert, um Konfliktpotentialen mit einer nahen Bebauung am Wald zu vermeiden. Teilweise sind bis zu 30 Meter Abstand geplant, um den FFH-Anforderungen (Natur- und Landschaftsschutz) gerecht zu werden.

Wenn auch aus landesplanerischer Sicht seitens der Kreisverwaltung keine grundsätzlichen Bedenken vorliegen, ist neben der Änderung des Flächennutzungsplanes - bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen - die Berechnung des Schwellenwertes erforderlich. Dieser wird Auskunft darüber geben, inwieweit noch vorhandene Flächenpotentiale im Innenbereich vorhanden sind, um dem Landesentwicklungsprogramm (LEP IV) genüge zu leisten. Dort heißt es: „Die Innenstadtentwicklung hat Vorrang vor der Außenentwicklung.“ In Hinblick darauf hegte Karin Kohl (Die Grünen) auf das, wenn auch attraktive Baugebiet, dennoch Bedenken hinsichtlich bevorstehender Flächenversiegelungen.

Die aktuelle Situation, so Bürgermeister Berno Neuhoff, zeige jedoch, dass es an Bauplätzen im Stadtbereich mangele. Sebastian Papenfuß (CDU) ergänzte: Wenn Wissen als Standort insbesondere als gefragter Wohnstandort zwischen den Zentren Siegen und Köln/Bonn ernst genommen werden wolle, brauche die Stadt ein Angebot für Bauwillige. Befürchtungen, dass das attraktive Gebiet sich durch hohe Erschließungskosten und Vorgaben verteuere und damit Interessenten abspringen könnten, wurden seitens der SPD von Thomas Steiger vorgebracht.



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Die allgemeine Entwicklung gehe laut Neuhoff aktuell dahin, dass Bauen insgesamt teurer werde. Kalkulationen seien jedoch erst möglich, wenn alle behördlichen Anforderungen abgewogen und in die Planungen eingeflossen seien. Die aktuelle Vorgehensweise sei üblich. Erst nach abschließenden und wichtigen Planungen könne hierzu konkret Auskunft gegeben werden.

Aus ortsplanerischer Sicht wird eine klimaangepasste moderne Bauweise angeregt, wie sie bereits in der vorausschauenden Entwurfsplanungen der Stadt beinhaltet ist. Befürwortet wird die Festlegung, etwa die einer grundsätzlichen Dachflächen-Begrünung beziehungsweise Nutzung von Solarenergie, die mit einem zukunftsfähigen und ökologischen Nahwärmekonzept konform gehen kann.

Auch in Hinsicht des Klimaschutzes, so Neuhoff, solle „Auf der Sieghöhe“ ein Baugebiet mit Vorzeigecharakter entstehen. Nicht zuletzt werde man in der Höhenlage zukünftigen Hochwasserkonzepten gerecht. Wie auch Dennis Berami anfügte, müsse insgesamt gerade hinsichtlich des „Klima-Themas“ ausgleichend vorgegangen werden.

Bezüglich naturschutzrelevanter Stellungnahmen sollen weitere faunistische Untersuchungen in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde erfolgen.
Ebenso wird eine Vorprüfung bezüglich des Natur- und Landschaftsschutzes angestrebt.
Wie Berno Neuhoff erläuterte, habe es bereits intensive Gespräche mit dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) gegeben. Schützenswerte Arten gebe es demnach keine auf der bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche. Die Ergebnisse der Prüfungen sollen in der nächsten Offenlege der Entwurfsplanung beigefügt werden.

Motocross-Strecke: Schallschutz bedarf besonderer Beachtung
Ebenso sollen schalltechnische Gutachten erst im nächsten Verfahrensschritt offengelegt werden. Durch das Gewerbegebiet Alte Hütte, so die Hinweise, gebe es keine Störungen. Jedoch zeigen die Messungen bezüglich der Motocross-Strecke (Industriegebiet, Alte Hütte) ein Problem auf. Diese befindet zu etwa Zweidrittel auf stadteigenem Gebiet. Besonders im unteren Bereich des geplanten Neubaugebietes „Auf der Sieghöhe“ würden die Lärmmessungen im Echtbetrieb überschritten, erläuterte Kerstin Roßbach. Gespräche vor Ort fanden bereits statt, weitere Details müssen hierzu noch geprüft werden und sollen entsprechend offengelegt werden.

Nach mehr als zweistündiger Erörterung und Beratungen wurde mit lediglich vier Enthaltungen bei insgesamt 29 abzuarbeitenden Einzelstellungnahmen der Gesamtbeschluss einstimmig gefasst. Der sieht vor, dem Stadtrat die Empfehlung auszusprechen, die gebotenen Vorschläge in die weitere Planung einfließen zu lassen, um dann wiederum in die nächste Offenlegung zu gehen. (KathaBe)



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