Werbung

Nachricht vom 18.11.2021    

Gedanken zum Totensonntag: Grabschmuckraub empört Altenkirchener Floristin

Gepflegte Gräber setzen ein bewusstes Zeichen gegen das Vergessen. Für die Altenkirchener Christine Reifenrath ist die Grabpflege das tägliche Brot. Mit Sorgfalt und viele Liebe fürs Detail setzt die gelernte Floristin Akzente für die Erinnerung.

Ein ähnliches Objekt von Grabschmuck wurde jetzt auf dem Altenkirchener Friedhof entwendet. (Foto: Gerd Asmussen)

Altenkirchen. In einer Zeit des Wandels sind Friedhöfe und Gedenkstätten wichtiger denn je. Orte, die ein Innehalten ermöglichen und Raum für Erinnerungen eröffnen. Wer nach vorne schaut, braucht auch den Blick zurück oder mit anderen Worten gesprochen: „Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß nicht, wohin er geht."
Friedhöfe dürfen nicht zum Ablageort für Tote verkommen oder zum Pflichtprogramm für die Hinterbliebenen werden, findet die Floristin: „Der Friedhof ist ein lebendiger Ort, an dem die Erinnerung gepflegt wird. Die Alternative, Trauern ohne Grab, ist für viele Menschen gar nicht vorstellbar."

Rituale und Zeichen, wie das Niederlegen und Pflanzen von Blumen auf den Ruhestätten, zeigen Ausdruck einer Verbindung. Auch nach dem Tod fühlt man sich den Verstorbenen näher, wenn man die Lieblingsblumen erblühen sieht, gießt und pflegt. Die Gedanken wandern, die Grabstätte wird zum Ort der inneren Einkehr, an dem man langsam zu sich selbst finden kann.

Umso trauriger, wenn die innere Einkehr abrupt ein Ende findet. Auch im Kreis Altenkirchen nimmt der Grabschmuckraub zu: „Ganz schön dreist", findet Reifenrath den gezielten Diebstahl auf den von ihr hergerichteten Gräbern: „Während des Jahres werden nur vereinzelt Blumen oder Gestecke entwendet, aber im November, wenn die Gräber zu Allerheiligen und für den Totensonntag hergerichtet werden, steigt die Zahl,“ so die Floristin.



Der November ist der Monat des Gedenkens. Den Abschluss bildet traditionell der Totensonntag. Die Kirche selbst spricht lieber vom Ewigkeitssonntag und nimmt damit Bezug auf den Glauben an Auferstehung und ein ewiges Leben. Viele evangelische Christen gedenken an diesem Tag der Menschen, die gestorben sind.

Friedhofsschmuck ist kein Mitnahmeartikel und Gräber kein Selbstbedienungsladen: Um Friedhöfe auch in Zukunft als lebendige Orte der Trauer und der Begegnung zu bewahren, gibt es verschiedene Ansätze. „Wenn der Friedhof und damit das Brauchtum verschwindet, wäre das ein großer Verlust für uns alle", so die Betroffene abschließend. (PM)


Lokales: Altenkirchen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Verdächtige Personen in leer stehendem Gebäude in Hamm gesichtet

In Hamm/Sieg wurden am Donnerstagabend (3. April) verdächtige Personen in einem leer stehenden Gebäude ...

Stadtrat Altenkirchen berät doch nicht über Teilwiedereröffnung der Stadthalle

Immerhin hatten zehn Zuhörer jeweils den Weg in den Sitzungssaal des Altenkirchener Stadtrates „gefunden“, ...

Premiere von "Nicci & Vicci und das Karpatenkalb" im Apollo-Theater in Siegen

Am Dienstag, 8. April, feiert das Stück "Nicci & Vicci und das Karpatenkalb" von Klaus Krückemeyer seine ...

Altenkirchener Marktwurst startet in neue Saison und unterstützt soziale Projekte

Am Donnerstag (3. April) beginnt die vierte Saison der Altenkirchener Marktwurst mit einem neuen Lieferanten ...

Großer Erfolg für Kreismusikschule Altenkirchen bei "Jugend musiziert"

Sechs talentierte Schüler der Kreismusikschule Altenkirchen nahmen erfolgreich am Landeswettbewerb "Jugend ...

Thomas Schröter erhält Ehrenamtspreis der Verbandsgemeinde Kirchen

Am Donnerstag (27. März) fand die Jahreshauptversammlung des VFL-Kirchen 1883 e.V. im Hotel Restaurant ...

Weitere Artikel


Mitglieder des "Kunstforum Westerwald" stellten in Sörth aus

Ein Kunstereignis der besondere Art fand in Sörth statt, wo acht Künstler der Region Altenkirchen, alle ...

Änderung an der Spitze der Bad Honnef AG

Mathias Eik, Vorstandssprecher der Bad Honnef AG, verlässt das Unternehmen im besten beiderseitigen Einvernehmen ...

"Hier spricht die Polizei!": Alte Telefon-Betrugsmasche neu aufgelegt

Telefonabzocker haben, als Polizei getarnt, im Raum Koblenz in den letzten Tagen einige Bürger in eine ...

Vogel des Jahres 2022: der Wiedehopf

Gestreifte Flügel, aufstellbare orangene Haube und ein langer Schnabel: Deutschland hat den Wiedehopf ...

Tom Kalender beendet Saison in den Top-Fünf

Auf Kartfahrer Tom Kalender aus Hamm/Sieg wartete die vergangenen Wochen gleich zwei Highlights. Im italienischen ...

Verfolgungsjagd mit der Polizei endet in vorläufigen Festnahmen

Mit Betäubungsmittel und gestohlenen Nummernschildern unterwegs, dafür ohne Führerschein: Zwei PKW-Insassen ...

Werbung