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Fit für die Ausbildung werden
"Hier gibt es nur Gewinner", sagte Oliver Gromnitza (Sprecher der Wirtschaftsjunioren Sieg-Westerwald) am Montagvormittag, als die Wirtschaftsjunioren, die IHK und Sponsoren in der IHK-Geschäftsstelle Betzdorf den "Azubi-Check" vorstellten. Auf der Freusburg werden an einem Oktober-Wochenende 20 Schulabgänger für den Ausbildungsmarkt fit gemacht, lernen ihre Stärken und Schwächen kennen. Einige wenige Plätze sind noch frei, so Dr. Sabine Dyas, IHK-Geschäftsstellenleiterin.
Betzdorf. Die eigenen Stärken und Schwächen erkennen, wissen, wo man steht und wohin der Weg geht, die eigenen fachlichen und persönlichen Kompetenzen richtig einschätzen lernen, Konzentrationsfähigkeit testen, wie belastbar bin ich und wie gewissenhaft, kann ich das eigene Tun kritisch hinterfragen, wie hoch ist meine soziale Kompetenz, bin ich teamfähig - Antworten auf diese und viele andere Fragen erhalten Jugendliche beim Azubi-Check am Wochenende 20. und 21. Oktober (das letzte Herbstferien-Wochenende) auf der Freusburg.
Der Azubi-Check ist auch gedacht als Instrument für Unternehmer und Ausbilder, potentielle Auszubildende richtig einzuschätzen. Fachkenntnisse sind dabei ebenso gefragt (Deutsch, Mathematik, Englisch), persönliche Fähigkeiten werden überprüft ("gecheckt"), neben der Teamfähigkeit aber auch Benehmen und Motivation der Probanten. Wichtig aber ist auch, so Projektleiterin Antje Seemann von den Wirtschaftsjunioren, dass das Wochenende den Jugendlichen - Schulabgänger aller Schularten, die im kommenden Jahr ihre Ausbildung beginnen werden, sind willkommen - dass die ganze Sache Spaß macht. Die, die das Wochenende erfolgreich absolvieren, bekommen ein Zertifikat - hier geben Unternehmer Empfehlungen für andere Unternehmen: Dieser junge Mensch ist geeignet für die Ausbildung. Was nicht heißt, dass die nicht so Erfolgreichen in tiefste Depression verfallen sollten. Auch sie werden von dem Wochenende einiges mitnehmen, wissen jetzt, wo ihre Schwächen liegen, woran sie noch arbeiten müssen. Das Zertifikat aber, darüber waren sich Organisatoren wie Sponsoren einig, kann wie ein Türöffner wirken für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Etwas völlig Neues ist der Azubi-Check zwar nicht, aber er wird zum ersten Male im Kreis Altenkirchen angeboten, nach besten Erfahrungen in anderen Regionen.
Ingo Etzbach von der Kreisparkasse sagte, die KSK engagiere sich gerne, wenn es darum gehe, jungen Menschen zu helfen, ihre Bewerbungschancen zu optimieren. Thorsten Buch von der Deutschen Bank wies darauf hin, dass der Azubi-Check mit anschließender Zertifizierung vor allem für kleine Unternehmung eine wichtige Hilfestellung geben könne, sich für einen Bewerber zu entscheiden. Das Zertifikat, so Buch, sei praktisch eine Art "Gütesiegel". Helmut Boller (Westerwald Bank) sagte, man habe im eigenen Haus schon die Feststellung gemacht, dass eine solche Beurteilung der Bewerber sehr hilfreich sei. Deshalb unterstütze man auch das Projekt der Wirtschaftsjunioren. Allerdings sei das Wochenende kein Kinderspiel: "Die Teilnehmer sind nach zwei Tagen richtig platt." Aber können nach der Absolvierung des Checks auch stolz sein, was zu mehr Selbstbewusstsein führe - besonders mit, aber auch ohne Zertifikat.
Bei dem Wochenende werden vier feste Trainer und einige Helfer die Jugendlichen begleiten. Die Trainer, so Dyas, werden vorher entsprechend geschult. Der Azubi-Check auf der Freusburg beginnt am 20. Oktober um 8.30 Uhr und endet am 21. Oktober gegen 18.30 Uhr. Übernachtet wird in der Jugendherberge. Für die wenigen noch freien Plätze können sich Interessenten noch bis 10. Oktober bei der Geschäftsstelle in Betzdorf (schriftlich und mit Lebenslauf) bewerben. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.azubi-check.de, oder bei der IHK-Geschäftsstelle in 57548 Kirchen, Auf dem Molzberg 2Telefon 02741/95 90 10. (rs)
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Organisatoren und Sponsoren erläuterten am Montag den Azubi-Check (von links): Ingo Etzbach (KSK), Helmut Boller (WW Bank), Dr. Sabine Dyas (Geschäftsstellenleiterin IHK Betzdorf), Thorsten Buch (Deutsche Bank), Antje Seemann (Projektleiterin, Wirtschaftsjunioren) und Oliver Gromnitza (Sprecher Wirtschaftsjunioren Sieg-Westerwald). Foto: Reinhard Schmidt