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Nachricht vom 10.03.2011    

Unternehmer zu Gast auf der Meyer Werft

Heimische BMVler informierten sich jetzt beim Besuch auf der Meyer Werft in Papenburg über den Schiffsbau. Sie waren beeindruckt von den Dimensionen der Fertigung, die sie aus nächster Nähe betrachten konnten

Siegen/Region. "Wir können in unserer Region zwar keine Schiffe bauen, aber drehen, bohren, fräsen können wir, verstehen etwas von Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Stahlbau. Gerade deshalb eignen sich unsere Unternehmen als Zulieferer für den Schiffbau", so Rainer Jung, der Regionalgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft BVMW, Bereich Südwestfalen, LDK, Westerwald, auf der Fahrt zur Meyer Werft nach Papenburg. Der Bus allein genügte nicht: Das Interesse heimischer Mittelständler am Besuchsprogramm der Meyer Werft, das Jung zusammengestellt hatte, war so stark, dass über 20 heimische Unternehmer noch mit Pkw fahren mussten.
Empfangen wurden die Unternehmer von Ralf Sempf, Mitglied der Geschäftsführung der Werft und verantwortlich für die Materialwirtschaft. Er stellte die Philosophie des Unternehmens vor und erläuterte die Strategie des Unternehmens zum Bau von Kreuzfahrtschiffen, Gastankern, Tiertransportern und Fähren. Insbesondere bei der Herstellung von Kreuzfahrtschiffen kommt kein Reeder der Welt an der Meyer Werft vorbei. Hier ist sie Weltmarktführer. Für alle namhaften Kreuzfahrtveranstalter haben die Papenburger bereits mehrere Schiffe gebaut: Norwegean, Costa, Celebrity, Disney und nicht zuletzt AIDA. Das Unternehmen kann auf 215 Jahre Firmengeschichte zurückblicken und wird in der 6. Generation noch immer in der Familie sehr erfolgreich von Bernard Meyer geführt. Und dies an einem alles andere als idealen Standort, weit weg von der Nordsee. Mehr als 2500 eigene Beschäftigte mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren und einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von 13 Jahren arbeiten auf der Meyer Werft. Zu leiden hat sie - wie viele heimische Produktionsbetriebe auch - unter den sprunghaft steigenden Materialpreisen. Diese belasten in der Vorfinanzierung der Schiffe natürlich die Unternehmenszahlen enorm, weil laut Sempf 80 Prozent des Kaufpreises (von bis zu 500 Millionen Euro/Schiff) erst bei Übergabe an den Reeder fällig wird.
Die mittelständischen Unternehmer staunten darüber, wie Meyer die logistischen Herausforderungen für den teilweise gleichzeitigen Bau von bis zu sechs Schiffen meistert 0rganisiert ähnlich der Lean-Production in der KFZ-Industrie. Obwohl kein zu bauendes
Schiff dem anderen gleicht, wird im Baukastensystem gefertigt. Selbstverständlich sind tausende Mitarbeiter von Zulieferern aus den unterschiedlichsten Gewerken - meist parallel arbeitend - im Einsatz. Dies erfordert natürlich bauliche Superlative der beiden Schiffbauhallen. So ist das 2. Baudock 504 Meter lang, 125 Meter breit und 75 Meter hoch und hat eine Krankapazität bis zu 800 Tonnen - auch für Südwestfalen, in dem auch große und schwere Teile in der Fertigung keine Seltenheit sind, eine außergewöhnliche Dimension.
In Besucherzentrum sah die Unternehmergruppe zunächst einen Film über die Geschichte und Entwicklung des Unternehmens. Die Besuchergalerie stellte das Bauprogramm der Meyer Werft sowie die verschiedensten Detailbeispiele aus den Schiffen vor. Von hier war auch der erste Blick in das Baudock 2 mit den in Bau befindlichen Schiffen und die vorgefertigten Sektionen möglich. Die Galerie von Schiffbauhalle 5 erlaubte dann den Blick auf die fast fertige AIDAsol. Der VIP-Rundgang durch das Baudock 1 war der Höhepunkt des Unternehmerbesuchs auf der Werft: die Restarbeiten an dem Schiff, welches zwei Tage später auf die Ems gefahren werden sollte, konnten aus nächster Nähe betrachtet werden. Natürlich gab es viele Fragen der meist technisch orientierten Mittelständler aus Südwestfalen, die sich viele Anregungen und Geschäftskontakte von der Reise mitnehmen konnten.


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