Werbung

Nachricht vom 11.03.2011    

Brüderle in Betzdorf: "Brauchen Mut zu Entscheidungen!"

Mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle startete die FDP im Landkreis in die heiße Phase des Wahlkampfes. Unterstützung für die Kandidaten Hans-Artur Bauckhage und Dr. Axel Bittersohl gab es auch vom FDP-Fraktionsvositzenden im Landtag, Herbert Mertin.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sprach in Betzdorf. Fotos: Helga Wienand

Betzdorf. Die FDP-Wahlkampfveranstaltung in der Tenne im Breidenbacher Hof hat Tradition. Und die guten Verbindungen der Region mit den führenden Köpfen der Liberalen führte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle nach Betzdorf. Gastredner des Abends auch Herbert Mertin, FDP-Fraktionsvorsitzender im Landtag. Hans-Artur Bauckhage und Dr. Axel Bittersohl die Kandidaten im AK-Land freuten sich über die prominente Unterstützung und über den vollen Saal.
Mit dem Blick auf die internationale und deutsche Wirtschaftspolitik startete Brüderle. "Schwarz-Gelb steht für Vollbeschäftigung, dies gilt es fortzusetzen", sagte Brüderle und wies daraufhin, dass sich der feste Sockel der Langzeitarbeitslosen langsam auflöse. Der Fachkräftemangel in Deutschland spitze sich allmählich zu, und man brauche in Deutschland Zuwanderung mit Qualität. In Deutschland fehlten 36.000 Ingenieure und rund 70.000 IT-Spezialisten, da sei auch der Bildungssektor gefragt. "Wir brauchen Vielfalt und faire Chancen auf dem Bildungssektor", forderte er. Ausbildung und Bildung erfordere die Kenntnis der deutschen Sprache, dies habe Priorität. Deutschlands Bedeutung auf dem Weltmarkt hob der Bundeswirtschaftsminister hervor. Deutsche Firmen gelten als verlässlicher Partner weltweit, die Firmen seien auch nach dem Kauf einer Maschine noch da und böten zuverlässigen Service. Brüderle forderte schnellere Entscheidungen von der Politik. "Wir brauchen auf allen Ebenen Mut zu Entscheidungen, wer mit Angst am Kaminofen steht, hat keine Zukunft", sagte der Minister.
Bauckhage, der in der Region verwurzelt ist und als Minister in Mainz die Heimat immer im Blick hatte, forderte den zügigen Ausbau der Bundes- und Landesstraßen. "An diesem Landkreis hängt mein Herz", sagte Bauckhage . Den schnellen Ausbau der B 62, (Ortsumgehung Mudersbach) und vor allem den Ausbau der Steinerother Straße (Brüderle-Trasse) sieht er als dringlich an. Ohne gute Infrastruktur gebe es keine wirtschaftliche Entwicklung. Dazu zählen die Verkehrswege aber auch die Datenautobahnen. Im Bereich Datennetze sei der Landkreis völlig unterbelichtet, schimpfte Bauckhage. Mit Blick auf die Firmenverlagerung von SSI Schäfer nach Burbach sieht Bauckhage dringend Handlungsbedarf. "Es geht um viel bei der Landtagswahl, gehen sie wählen", so Bauckhage.
Für den Wahlkreis 2 geht Dr. Axel Bittersohl ins Rennen. Er hatte im Kurzreferat den Blick auf die sozialen Schwerpunkte gelegt. "Wir sind nicht nur Wirtschaftsfetischisten", sagte er und stellte die Themen Familien, Frauen Senioren in den Mittelpunkt. Das Bild der klassischen Familie habe sich gewandelt, aber das Grundbedürfnis der Kinder nach stabilen Verhältnissen nicht. Bittersohl fand mahnende Wort zur steigenden Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen. "Es läuft etwas schief, wenn in Familien „Onkel Hartz“ das Geld bringt", meinte er und forderte für Transferleistungen des Staates auch eine Gegenleistung. Die Seniorenpolitik im Land dürfe nicht nur dem Aspekt der Pflege gesehen werden, forderte Bittersohl, der eine Neugestaltung des Generationenvertrages wünscht. Auch das Thema Gesundheit müsse die Sicherung für alle Schichten der Bevölkerung gewährleisten ebenso wie die individuelle Versicherung zulassen.
Herbert Mertin hatte sich im Beitrag auf die Grünen eingeschossen. "Wenn die an die Macht kommen, wird vieles nicht gebaut und ist für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes von Nachteil", schimpfte Mertin mit Blick auf Straßenbauprojekte und deren Verhindungspolitik. Erneuerbare Energien seien aber immer auch unter den physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu sehen. Man müsse Vorsorge treffen, um Energie auch während der Nachtstunden zu gewährleisten. Am Beispiel der BASF in Ludwigshafen, die ihren Stromverbrauch mit Sonnenenergie in großen Teilen herstellt, aber trotzdem auf Energielieferungen angewiesen ist. Es gebe derzeit keine adäquaten Lösungen für das Speichern von Energie. Mertin forderte die Beibehaltung des Leistungsprinzips in den Schulen. "Es gibt keine Einheitskinder und es darf keine Einheitsschulen geben, wir müssen die Kinder auf die Welt vorbereiten", sagte Mertin. In der Fragerunde, die sich den Redebeiträgen anschloss, ging es um die Atomwirtschaft und die ungelösten Fragen zur Endlagerung des Atommülls. (hw)


Lokales: Betzdorf & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
     

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Verdächtige Personen in leer stehendem Gebäude in Hamm gesichtet

In Hamm/Sieg wurden am Donnerstagabend (3. April) verdächtige Personen in einem leer stehenden Gebäude ...

Stadtrat Altenkirchen berät doch nicht über Teilwiedereröffnung der Stadthalle

Immerhin hatten zehn Zuhörer jeweils den Weg in den Sitzungssaal des Altenkirchener Stadtrates „gefunden“, ...

Premiere von "Nicci & Vicci und das Karpatenkalb" im Apollo-Theater in Siegen

Am Dienstag, 8. April, feiert das Stück "Nicci & Vicci und das Karpatenkalb" von Klaus Krückemeyer seine ...

Altenkirchener Marktwurst startet in neue Saison und unterstützt soziale Projekte

Am Donnerstag (3. April) beginnt die vierte Saison der Altenkirchener Marktwurst mit einem neuen Lieferanten ...

Großer Erfolg für Kreismusikschule Altenkirchen bei "Jugend musiziert"

Sechs talentierte Schüler der Kreismusikschule Altenkirchen nahmen erfolgreich am Landeswettbewerb "Jugend ...

Thomas Schröter erhält Ehrenamtspreis der Verbandsgemeinde Kirchen

Am Donnerstag (27. März) fand die Jahreshauptversammlung des VFL-Kirchen 1883 e.V. im Hotel Restaurant ...

Weitere Artikel


Werkstatt: "Wie soll Wissen werden?"

Das Zukunftskonzept für die Stadt und Verbandsgemeinde Wissen soll fortgeschrieben werden. Alle Bürgerinnen ...

95 Kommunen unterzeichnen Verträge mit Eon Mitte AG

Es war zu erwarten: 95 von 115 Städten und Kommunen unterzeichneten inzwischen die Konzessionsverträge ...

"Honschaft los gohn" im Maulsbacher Schützenhaus

Ausgelassene Stimmung herrschte bei der Karnevalssitzung des Schützenvereins Maulsbach. "Honschaft los ...

78-Jährige Vermisste im Wald gefunden (aktualisiert)

Vermisst wurde die 78-jährige Zita Liedmann aus Schutzbach. Sie wurde nach umfangreichen Suchmaßnahmen ...

Neue Auslandsangebote der HwK für Auszubildende

Die Handwerkskammer Koblenz organisiert und vermittelt Auslandpraktika für junge Handwerker - noch sind ...

Ratgeber für Heiratswillige: "Trauen Sie sich"

Gut zu wissen: "Trauen Sie sich!" - heißt eine Broschüre, die die Landkreise Altenkirchen, Neuwied ...

Werbung