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Nachricht vom 16.02.2022    

Zurück in Brachbach: Großer Empfang für Olympia-Skeletonsportlerin Jacqueline Lölling

"Oos Jacka ist wieder daheem": Die Skeletonsportlerin Jacqueline Lölling wurde nach ihrer Rückkehr von den olympischen Winterspielen in China auf dem Schulhof in Brachbach empfangen. "Egal, wie Du abgeschnitten hast: Du bist die Gewinnerin der Herzen", sagte Moderator Martin Zöller zu der Achtplatzierten.

Sichtlich gut gelaunt beim Empfang (von links): Steffen Kappes, Jacqueline Lölling und Martin Zöller. (Fotos: tt)

Brachbach. Bäuchlings war die Skeletonsportlerin Jacqueline Lölling bei den olympischen Winterspielen in China durch den Eiskanal gerauscht. In der Nacht auf Dienstag, dem 15. Januar, war die Olympionikin um 1 Uhr mit dem Flieger aus Fernost in Frankfurt gelandet und schließlich in ihrem Heimatort Brachbach angekommen. Mit dem Mannschaftstransport der örtlichen Feuerwehr in Brachbach abgeholt, kam Jacqueline Lölling dann am späten Dienstagnachmittag auf dem Schulhof an. Mit Blaulicht und Martinshorn: Zu Ehren der zweifachen Olympiateilnehmerin hatte ihr Heimatort einen Empfang organisiert – und nicht nur Menschen aus Brachbach waren erschienen. Auch aus dem Nachbarort Mudersbach gab es Aufwartungen, allen voran Ortsbürgermeister Christian Peter. Lölling war sichtlich emotional gerührt.

In kurzer Zeit war der Empfang organisiert worden, sagte Ortsbürgermeister Steffen Kappes: "So kennt man es von Brachbach, und ohne die Vereine und Institutionen geht es nicht." Und auch nicht ohne Sponsoring, sagte der Ortschef, während er mehrere Dutzend Fähnchen in Schwarz, Rot und Gold an die ankommenden Menschen verteilt. Dann fuhr das Feuerwehrauto vor, und "Jacka", wie Lölling in Brachbach genannt wird, stieg grüßend aus. Der Musikverein "Lyra" spielte dazu die Nationalhymne. Auf der Bühne vor der Peter-Hussing-Halle begrüßten Martin Zöller und Steffen Kappes "oos Jacka". Beifall brandete auf.

Mit achtem Platz zurück aus China
"Wir sind froh, dass Du daheim bist", sagte Zöller. "Egal, wie Du bei den Olympischen Winterspielen abgeschnitten hast: Du bist die Gewinnerin der Herzen." Eine Welle der Sympathie schwappte Lölling auf dem Schulhof entgegen. Und für Kappes ist es eine sehr spannende Geschichte. Man könne durchaus verstehen, wenn "Jacka" kurz enttäuscht gewesen sei. Lölling, die 2018 mit Silber im Gepäck von den Winterspielen in Südkorea zurückgekehrt war, war in China in ihrer Sportart Skeleton auf dem achten Platz gelandet. Zwei Mal habe Lölling nun schon ein Ticket für die olympischen Winterspiele gelöst: "Wir sind unglaublich stolz auf Dich und Deine Leistung."

"Ein "Original Brachbacher Mädel"
Lölling sei ein "Original Brachbach Mädel", betonte der Ortsbürgermeister. Vor vier Jahre bei den Winterspielen im südkoreanischen Pjöngjang habe man ihr noch mehr Rückhalt gegeben können. "Der Rückhalt hat ein bisschen gefehlt, aber wir durften und konnten diesmal nicht am Rand der Bahn pushen." Aber: "Zwei Teilnahmen an olympischen Spielen, das muss man erst einmal schaffen, das schafft man nicht mal eben so." Der Ortschef erinnerte daran, dass Lölling – die während den Spielen 27 Jahre alt geworden ist – überhaupt die Einzige war, die aus Rheinland-Pfalz dem deutschen Olympiateam angehörte. Bei ihrer launigen Moderation betonten Zöller und Kappes, dass "nicht nur der Heimatort hinter Dir gestanden hat" - und: "Uns ist herzlich egal, welcher Platz herausgeprungen ist." Kappes wünschte dem "Brachbacher Mädel" nun in Brachbach zu entspannen, und er schob motivierend nach: "In vier Jahren geht es wieder los."



Die Region hat an den "Apparaten" mitgefiebert
Brachbach könne besonders stolz auf Jacqueline Lölling sein, sagte Kirchens Bürgermeister Andreas Hundhausen. In Brachbach, in der Verbandsgemeinde und der Region hätten die Menschen vor den "Apparaten" gesessen und mitgefiebert, als die 27-Jährige in China gestartet sei. Überhaupt bei olympischen Spielen dabei sein zu dürfen, das sei etwas Herausragendes, betonte Hundhausen. Als ganze Region sei man froh. Mit dem Bürgermeister war auch der Sportbeauftragte der Verbandsgemeinde Kirchen nach Brachbach gekommen: Die Verbandsgemeinde habe einige Spitzensportler, betonte Klaus-Jürgen Griese, der exemplarisch an den inzwischen verstorbenen Peter Hussing aus Brachbach erinnerte. Der Boxer Hussing war auch Teilnehmer bei olympischen Spielen. Das "Jacka" durch die Weltgeschichte herumfliege und durch einen Eiskanal düse, das mache ihre Heimat und die ganze Region stolz, sagte der Sportbeauftragte Griese.

"Eine verkorkste Saison"
Von ihren Eindrücken und wie sie sich heute fühle, davon erzählte Lölling im Gespräch mit Zöller. "Danke, dass ihr alle gekommen seid", sagte einen sichtlich gerührte Lölling. Bis vor einer halben Stunde sei sie "noch sehr enttäuscht" gewesen, gab sie einen Einblick in ihre Gefühlswelt – aber: "Wenn man sieht, wer alles hier ist, dann ist das viel mehr als eine Medaille." Und die Skeletonsportlerin sagte mit einem Lächeln weiter: "Danke, dass ihr hinter mir steht." Es sei eine "verkorkste Saison" gewesen, "meine bislang schlechteste Saison", resümierte sie: "Ich habe euch alle an der Bahn vermisst." Nur bei einem einzigen Weltcuprennen in Winterberg sei es überhaupt möglich gewesen, dass Brachbacher an der Bahn stehen konnten, bedauerte die Skeletonsportlerin.

"Ich sehe den Ort in vier Jahren schon menschenleer."
Bei dem Empfang blickte Zöller nach vorne und sagte, dass die nächsten olympischen Winterspielen – die sind 2026 in Italien – in "erreichbarer Nähe" lägen. Und Kappes, Ortschef des 2500-Einwohner-Dorfes Brachbach, meinte schmunzelnd: "Ich sehe den Ort in vier Jahren schon menschenleer." Wie dem auch sei: Für Andreas Weber, Chef der Firma Polygonvatro, war es gar keine Frage, dass man weiterhin Lölling begleiten werde, "wie schon seit acht Jahren". Jacqueline Lölling "hat unsere Firma in der ganzen Welt bekannt gemacht", sagte Weber: "Wir sind alle stolz auf Dich."

Jacqueline Lölling: "Ich werde weitermachen."
Auch Löllings Eltern Simone und Bernd Lölling kamen auf die Bühne und dankten allen, die hinterer ihrer Tochter stünden. "Ich werde weitermachen", antwortete "Jacka" auf die eine Frage von Zöller und ergänzte: "So kann man ja nicht aufhören." Absolut passend zur Situation spielte die "Lyra" einen Auszug aus "Bey oos Daheem", und Kappes schilderte, dass für den Empfang nur wenige Anrufe erforderlich gewesen seien, und der "ganze Ort ist da". "Danke, ihr seid die besten, ich bin froh, ein Teil davon zu sein", sagte die zweifache Olympiateilnehmerin Lölling. (tt)



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