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Nachricht vom 02.03.2022    

Elkenroth: Kein Nachtzug, keine Rosenmontagssitzung – aber: "Karneval to go"

"Karneval to go": Mit dieser pfiffigen Idee kamen der Jungmännerverein Elkenroth und die Frauengemeinschaft gut an den Haustüren der Mitbürger gut an. Freudestrahlend wurden die Karnevalstüten entgegengenommen. Fröhlich zog der Tross durch den Ort, bis schließlich alle 160 Tüten verteilt waren.

Unten: Präses Diakon Marco Kötting (rechts) hält eine der Karnevalstüten. Dahinter sind zu sehen (von links): Tobias Pfeiffer, Sabine Neitzert und Benjamin "Bunny" Weyand. Oben: Das große Hofballett präsentiert neue Kostüme. (Foto: tt)

Elkenroth. "Wir bringen den Spaß in Tüten", sagte Tobias Pfeiffer, Vorsitzender des Jungmännervereins Elkenroth (JVE), und stellte zwei von 160 Karnevalstüten auf den Anhänger. Und das war nicht irgendein Anhänger, den Richard Stinner hinter seinem Trecker gespannt hatte. An dem Space Shuttle auf dem Wagen war leicht auszumachen, dass es ein Mottowagen war – und zwar von der bislang letzten Session, die JVE und ganz Elgert feiern konnte. Das war 2020, kurz bevor ein Virus namens Corona alles lahmlegte. Und zum zweiten Mal nun auch den Karneval in Elkenroth. Zumindest in der gewohnten Form mit Nachtzug an Altweiber, Mütterkaffee. Kinderkarneval und der großen Rosenmontagssitzung. Nichts geht. Obwohl die Frauengemeinschaft noch Hoffnung hatte und die Proben für ihre Sitzung in Gang gebracht hatte. Auch wenn es kein Alleinstellungsmerkmal ist, so sei es doch erwähnt: Im Dezember war Schluss mit den Proben. Zugleich machten sich die Damen gemeinsam mit dem JEV Gedanken, etwas anzugehen, was man vielleicht doch an den tollen Tagen umsetzen könnte, berichtete die Vorsitzende Sabine Neitzert.

"Karneval To Go", das könnte die Alternative sein. Und das wurde es auch: Die Tüten waren bereits gepackt, als man sich traf. Drei unterschiedliche Formate hatten die Aktiven zusammengestellt. In denen für Kinder waren teils auch Stofftiere verpackt. Dazu Süßes und Orangensaft. Luftschlangen und -ballons gab es auch in den Tüten für die Frauen beziehungsweise Männer, die aber auch individuell bestückt waren, zum Beispiel mit Apfelwein bei den Frauen und Gerstensaft bei den Männern. Kekse, Popcorn und Kamellen kamen auch hinein. Und ein Plakat gab es auch: "Dem Elger Karneval ein 3-fach donnerndes ..." steht da zu lesen. In bunten Lettern geschrieben sind Begriffe, die jeder aus dem Elger Karneval kennt, aufgelistet. "Nachtzuch", Dorfschwalben, "große bunte Bunny Show", Busfahrer, Junggesellenorden und Bläck Höhner sind nur Streiflichter. Es wird auch an Karnevalsoriginale aus dem Elger Fasching erinnert, die Generationen zum Lachen gebracht haben, zum Beispiel "de Putzfrau". Auch an "Pastur Bals" wird erinnert. Der verstorbene Pfarrer Ulrich Bals war Präses des JVE, Sitzungspräsident und Büttenredner.

"Karneval to go" ist nicht erwähnt, aber den gab es nun. Diesig lag Elkenroth da, als die rund 30 Personen aufbrachen. Aber schon bald gewann die Sonne Oberhand, und es wurde ein frostiger, aber schöner Tag. Bis in den Abend werde man benötigen, um alle 160 Tüten in Egert an die Haustüren gebracht zu haben, meinte Pfeiffer. Er saß auf einem Deutz-Traktor. Hinter sich zog er eine ausgediente Pferdekutsch, die Thomas Weller bereitgestellt hatte. Platz genommen hatte dort Prinzessin Louisa-Marie Mockenhaupt, die seit der bislang letzten Session 2020 regiert. Froh gelaunt saß sie auf der Kutsche. Mit Tänzerinnen des großen Hofballetts. Die Gruppe gab sich am Samstag erstmals in den neuen Kostümen die Ehre. JVE, Frauengemeinschaft und Ortsgemeinde hatten in die Tasche gegriffen und für neuen Stoff gesorgt. Das sei auch mal an der Zeit gewesen, betonte JVE-Vorsitzender Pfeiffer. Weil es zwar neue Kostüme, aber keinen Karneval im herkömmlichen Sinne gab, zeigte sich das große Hofballett nun in den schicken, neuen Outfits. Die Straßen rauf und runter fuhren die Traktoren mit Anhängern und liefen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Immer ein fröhliches "Elgert Helau" auf den Lippen. Das Echo kam prompt an den Haustüren, wo die Tüten abgeliefert wurden. Die Freude war auf beiden Seiten der Türschwelle groß, wie das Lächeln in den Gesichtern zeigte. Die Sonne hatte den Nebel zwar längst verdrängt, aber frisch war es immer noch. Und so tat es sicher gut, als man am frühen Nachmittag für eine Pause in das Vereinslokal "Zum Dorfkrug" einkehrte. Vereinswirtin Jutta Alhäuser tischte Currywurst und Pommes auf.



Die Elger zeigten sich auch spendabel und steckten so manchen Euro-Schein in die Spendendose. Die wurde auf Abstand mit einem Stiel hingehalten. Und auch hier war es gut, dass die Idee "Karneval to go" in die Tat umgesetzt wurde: Den Reinerlös werden JVE und Frauengemeinschaft spenden, für die Aktion "Elgert hilft". Das Schicksal der von der Flutkatastrophe im Ahrtal betroffenen Menschen hatte auch die Vereine und Menschen in der Höhengemeinde berührt. Musikverein Harmonie, JVE und SV Hildburg hatten bereits eigene Benefizveranstaltungen im Herbst angeleiert und alle Benefizgewinne zusammengeworfen. Daraus ist schließlich "Elgert hilft" entstanden. Mit den bisherigen Erlösen und Spenden wurde gezielt eine Familie im Ahrtal unterstützt – und wird es auch vom Reinerlös von "Karneval to go". (tt)


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