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Nachricht vom 16.11.2022    

VG Altenkirchen-Flammersfeld: Radwegeausbau lahmt vor sich hin

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen: Das Sprichwort verdeutlicht fast haargenau die Situation um den Radwegeausbau in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld als auch im gesamten Kreis Altenkirchen. Die Realisierung von Projekten setzt einen langen Atem und dauerndes Nachhaken voraus.

Das macht Radfahrern Spaß: Auf einem speziellen Weg abseits stark frequentierter Straßen können sie ihrem Hobby frönen oder auch Richtung Arbeitsstelle oder Einkaufsmöglichkeit strampeln. (Foto: Pixabay)

Altenkirchen. Radfahrer, in der Region unterwegs, blicken neidisch ins Nachbarland Niederlande. Die Nation radelt, wann und wo immer es möglich ist, denn die Infrastruktur für Pedaleure ist einfach grandios. Spezielle Wege bieten parallel zu viel befahrenen Straßen eine Sicherheit, die in der heutigen stark motorisierten Zeit unabdingbar ist. Wie mühsam die Realisierung spezieller Strecken für Alltagsradler vor Ort ist, erfuhren die Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses des Rates der Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld in der jüngsten Zusammenkunft am frühen Mittwochabend (16. November) nicht zum ersten Mal. Es geht kaum voran, weil Planungskapazitäten beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) und zugleich das erforderlich Geld fehlen, und auch nicht darum, super Verhältnisse wie jenseits der westlichen Grenze zu schaffen, da vor allem die Topografien beider Regionen unterschiedlicher nicht sein könnten. „Der Alltagsradverkehr ist gegenüber dem touristischen Radverkehr ein bisschen zu kurz gekommen“, führte der Bürgermeister der VG, Fred Jüngerich, in das Thema ein. Timo Theis (LBM Koblenz) und Michael Engel (LBM Diez) gaben zunächst einen Einblick, wie das landesspezifische System der Realisierung von Radwegen funktioniert, und hoben in erster Linie auf ein auf Punkten basiertes Ranking für angemeldete und zu bauende Abschnitte ab (die Rangfolge wird in Mainz aufgestellt), wobei fünf von der VG priorisierte Verbindungen (Altenkirchen - Almersbach, Lückenschluss Birnbach, Weyerbusch - Schürdt und Mettelshahn – Peterslahr sowie Peterslahr - Burglahr inklusive des Tunnels in Peterslahr) erst einmal nicht zum Zuge kämen. Allgemein gelte, so das Duo, dass Realisierungen von unselbstständigen Radfahrstrecken grundsätzlich einfacher gelängen, wenn eine Landesstraße saniert werden müsste. Das könnte im Fall der maroden L 276 zwischen Weyerbusch und Schürdt der Fall werden, zumal die derzeitig mögliche Zick-Zack- und deutlich längere Route wenig attraktiv sei. Voraussetzungen für den Vollzug von Projekten sei grundsätzlich die Aufnahme ins Investitionsprogramm des Landes.

Eigeninitiative angekündigt
So zeigte sich, dass den Verantwortlichen vor Ort vielfach die Hände gebunden sind, eigene Überlegungen zu verwirklichen. Dennoch will die VG versuchen, zumindest den Abschnitt zwischen Altenkirchen und Almersbach als Maßnahme beider Gemeinden Realität werden zu lassen, zumal der Sektor für Schulkinder ideal ist, die per Velo gen Kreisstadt und zurück unterwegs sein könnten, weil sie nicht in den Genuss von kostenfreien Busfahrkarten (Entfernungsgrenze) kämen. Um den Radweg zu bauen, müsse nur der vorhandene Bürgersteig verbreitert werden. Mit einem solchen Antrag will die VG beim Landesministerium für Verkehr, Wirtschaft, Landwirtschaft und Weinbau von Daniela Schmitt (FDP) vorstellig werden, die Unterhaltung müsse später aber aufs Land übergehen. Die LBM-Fachleute bezeichneten den B-8-Lückenschluss bei Birnbach als einfacher zu realisieren, da es es sich um eine Bundesstraße handele. Aus Richtung Weyerbusch als auch aus Richtung Helmenzen-Oberölfen sind „Anhängsel“ parallel zur ehemaligen „Hohen Straße“ für Biker vorhanden.



Zwei Kleine Anfragen
Jüngerich hatte im Vorfeld der Zusammenkunft bereits MdL Dr. Matthias Reuber (CDU) eingeschaltet, der via zwei Kleinen Anfragen, gerichtet an die Landesregierung in Mainz, den aktuellen Stand für ausgesuchte Projekte von Schmitt beantwortet bekam - Teilstrecke Altenkirchen - Almersbach (entlang der L 267): Die Radwegeführung entlang der L 267 wurde im Zuge der Aufstellung des aktuellen Investitionsprogramms für Landesstraßen bewertet, konnte aber dort nicht aufgenommen werden. Mit der Planung wurde noch nicht begonnen; Teilstrecke Weyerbusch - Schürdt entlang der L 276: Der Radweg zwischen Weyerbusch und Schürdt wurde von den Kommunen und dem regional zuständigen LBM im Dezember 2021 gemeinsam als kommunales Projekt eingestuft. Die umzusetzende Trasse wird derzeit abgestimmt. Dazu gehören auch Fragen des Grunderwerbs. Eine Kostenschätzung ist erst nach Festlegung der Trasse möglich; Ausbau im Bereich Birnbach entlang der B 8 (Lückenschluss): Die Radwegeführung entlang der B 8 in Birnbach wird als unattraktiv empfunden, da sie einen Umweg darstellt und Steigungen aufweist. Die Führung des Radweges soll in der Baulast des Bundes vervollständigt werden. Die finale Abstimmung mit dem Bund ist noch nicht abgeschlossen. Weiterhin ist in einem nächsten Schritt das hierfür notwendige Baurechtsverfahren einzuleiten; Radwegeausbau Burglahr - Peterslahr - Neustadt entlang der L 269: Der Radweg entlang der L 269 gliedert sich in zwei Abschnitte (Mettelshahn - Tunnel Peterslahr und Peterslahr - Burglahr). Die Radwege wurden im Zuge der Aufstellung des aktuellen Investitionsprogramms für Landesstraßen bewertet, konnten dort aber nicht platziert werden. Es erscheint vorteilhaft, die Radwege im Zuge einer Sanierung der L 269 mit umzusetzen. Diese Sanierung konnte bisher nicht in ein Investitionsprogramm aufgenommen werden. Mit der Planung der Radwegeabschnitte wurde noch nicht begonnen.

Derzeit kein Radweg im Bau
In den zurückliegenden fünf Jahren, so Schmitt als Retoure auf Reubers zweiten Vorstoß, seien im Jahr 2022 ein Wirtschaftsweg zwischen Eichen und Oberlahr als Radweg ausgebaut und die „Zuwegungen“ des Wiedradweges im Bereich des Tunnels bei Peterslahr in Richtung Mettelshahn und Peterslahr saniert worden. „Im Stadtgebiet von Altenkirchen wurden im Zusammenhang mit dem Ausbau der B 8 in der Frankfurter Straße Schutzstreifen angelegt“, ergänzte sie, „derzeit sind keine Radwege im Bau.“ Die Kosten für die Strecke zwischen Eichen und Oberlahr betrugen laut Schmitt 145.000 Euro, die mit 127.000 Euro durch das Förderprogramm „Stadt und Land“ unterstützt wurden. Die Gesamtkosten der „Zuwegungen“ zum Tunnel Peterslahr gab Schmitt mit 59.000 Euro an, 39.000 Euro flossen aus einem Förderprogramm. Die Sanierung des Tunnels sei mit rund 465.000 Euro veranschlagt, zu den Kosten für die anderen Maßnahmen könnten aufgrund des jeweils noch nicht weit genug fortgeschrittenen Planungsstandes keine Aussagen getroffen werden. (vh)



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