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Pressemitteilung vom 30.08.2023    

"Wrücks Lichtjahre" in der Kulturwerkstatt Kircheib

Die Kulturwerkstatt Kircheib lädt für Sonntag, 17. September, 14 Uhr, zur Vernissage der Ausstellung "Wrücks Lichtjahre" ein. Zur Einführung wird ein Text von Burkhard Mohr vorgelesen, der sein persönliches Erleben aus der Zeit, die er mit Bertram Wrück verbrachte, schildert. Jolanta Lerch, Musikerin und Begleiterin der letzten Jahre von Betram Wrück, wird danach auf musikalischem Weg ihre Verbindung zu Betram’s Werk hören lassen.

In Bertram Wrücks Arbeiten sind Naturverbundenheit und Experimentierfreude zu erkennen. (Foto: Kulturwerkstatt)

Kircheib. Die Ausstellung "Wrücks Lichtjahre" zeigt künstlerische Arbeiten von Bertram Wrück und dauert von Sonntag, 17. September (Vernissage) bis Samstag, 14. Oktober (Finissage). In dieser Zeit ist die Ausstellung an den Samstagen und Sonntagen, jeweils 14 bis 17 Uhr, oder nach Vereinbarung (Telefon 0170/931928, Peter Krah) in der Hauptstraße 14 in Kircheib zu sehen. "Bertram Wrück hat sein eigenes Universum geschaffen. Nicht nur in seinem Garten in Ittenbach, den er zu einem Refugium für Vögel, Insekten und Amphibien gestaltete. Ein unentdecktes künstlerisches Universum entstand in seinem Wohnatelier und nur sehr wenige haben es tatsächlich gesehen", stellt die Kulturwerkstatt den Künstler vor.

Nun soll dieses Werk zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt werden, denn was Wrück künstlerisch erschaffen hat, ist reichhaltig. In seinen frühen Arbeiten kommen viele Richtungen zusammen und bestätigen sein großes bildnerisches und handwerkliches Talent. In diesen frühen Arbeiten überwog das Erzählerische und Figurative, manchmal mit einem Hauch von Fantasy. Schon in diesen Arbeiten sei die Naturverbundenheit und Experimentierfreude zu erkennen gewesen. In seinen späten Objekten und Assemblagen, die jetzt zusammen mit vielen Zeichnungen gezeigt werden, fehle das Figurative gänzlich. Sie formen einen ganz eigenen Kosmos, von dem eine gewisse Magie ausgeht. Wie Fragmente eines großen Ganzen entstanden diese Objekte, die ebenso rätselhaft wie selbstverständlich erscheinen.

Wrücks Kosmos ist voller formaler Gegenüberstellungen und Überraschungen. Der Naturbezug ist dabei immer vordergründig sichtbar, aber niemals dominantes Erklärungsmodell. "Wrück hat für seine Arbeiten ganz eigene Techniken entwickelt, um den unwahrscheinlichsten Materialien wie Bewässerungsschlauch, Dämmplatte oder alten Zeitungen eine spezielle Wrücksche Patina zu verleihen. Durch diese Patina entstanden organisch anmutende Oberflächen, welche ein wichtiger Bestandteil der künstlerischen Aussage sind. Auffallend sind außerdem die vielen Durchdringungen, das Eingerahmte, das Fragmentarische und der Sinn für Poesie, Verfeinerung und Komposition."

Organisch, abstrakt, natürlich und mathematisch. Was spontan zusammengesteckt aussieht, wurde intensiv und bis ins Detail, nach Form und Aussage suchend, geplant. Das zeigen auch seine Zeichnungen, die wie Konstruktionszeichnungen eines organisch wachsenden Gebilde wirken. Die freien Arbeiten, die er in seinen späteren Jahren schuf, bilden ein Universum nach eigenen Gesetzen und Verhältnissen, frei von jeglichem Trend und von keinem "Ismus" beeinflusst. Es sind Arbeiten, die sich kaum beschreiben ließen und in keine Schublade passen.



Seit gut drei Jahren ist Bertram Wrück nun tot. Er lebte eigensinnig, intensiv, unangepasst und authentisch. Es war ein reiches Leben unter finanziell ärmlichen Bedingungen. Alles, was er tat, war durchdrungen von diesem starken Willen und Drang, seinen Gedanken und Emotionen Ausdruck zu verleihen. Ob es sich dabei um seine freien künstlerischen Werke handelte oder den Garten und darin die kunsthandwerklichen Gefäße und Figuren, durch die er sich ein bescheidenes Einkommen versuchte zu sichern, alles erschuf er selbst und mit eigener Kraft, so auch seine Außenwerkstatt und die Brennöfen für seine Keramik, die nun wie behäbige Tiere in seinem Garten nach und nach von der Natur überwuchert werden. "Der Garten war eine verzauberte Insel am Rande des Ortes, ein Erlebnisgarten für Kinder und Zuflucht für Vögel, Insekten und Amphibien. Bertram war auch ein hilfsbereiter Mensch und Lehrer, der sein handwerkliches Geschick, seine Lebenserfahrung und sein Wissen über die Natur gerne weitergab. Neben kunsthandwerklichen Kursen galt seine Aufmerksamkeit gerade auch den Jugendlichen, die aus eher schwierigen Verhältnissen kamen und bei ihm Ablenkung, aber auch väterliche Zuwendung fanden." Wrücks letzte Jahre waren durch ein Krebsleiden geprägt. Er zog sich immer mehr zurück in sein Atelier.

Organisatoren und Kuratoren
Peter Krah, der Initiator der Kulturwerkstatt, hegte schon seit Längerem den Wunsch, Wrück eine Ausstellung zu widmen. Er hat Matthijs Muller und Sonja Karle gebeten, diese Ausstellung zu kuratieren. Muller und Karle, selbst Künstler mit kuratorischer Erfahrung, haben Wrück nie kennengelernt. Jolanta Lerch erzählte aus dem Leben und Schaffen von Bertram und führte sie in sein Werk ein.

Kulturwerkstatt Kircheib
Die Kulturwerkstatt Kircheib ist ein noch junger Kulturraum (initiiert und gegründet von Peter Krah in 2017, heute geführt von seiner Tochter Stephi Krah), der ein ambitioniertes Programm mit Artist in Residenz, Lesungen, Ausstellungen, Konzerte und Performances anbietet. Darüber hinaus versteht sie sich heute als ein Netzwerkprojekt, setzt auf kulturelle Bildung, Kulturvermittlung und den Austausch regionaler und überregionaler Künstler. Die Kulturwerkstatt Kircheib ist ein experimentelles Modellprojekt zur Stärkung der kulturellen Infrastruktur und ein innovativer Beitrag zur Transformation der Region Westerwald. (PM)


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