Werbung

Pressemitteilung vom 17.01.2024    

Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fordert Elementarversicherungsschutz für alle

Dauerregen hat vielerorts in Deutschland Flüsse und Bäche über die Ufer treten lassen. Aufgrund des Klimawandels muss damit gerechnet werden, dass solche Extremwetterereignisse zunehmen werden. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz erneuert daher ihre Forderung nach einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden.

Symbolbild (Foto: Pixabay)

Region. Aufgrund anhaltend großer Regenmengen sind zwischen den Jahren die Flüsse an vielen Orten in Deutschland über die Ufer getreten und gefährden Häuser und Wohnungen. Feuerwehrleute und Fluthelfer sind im Dauereinsatz. Die Ministerpräsidenten der diesmal besonders schwer betroffenen Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Stephan Weil und Dr. Reiner Haseloff, fordern angesichts dieser Ereignisse erneut die zügige Einführung einer Pflichtversicherung gegen Elementarschadenereignisse.

Damit bekräftigen die beiden Regierungschefs den einstimmigen Beschluss des Bundesrates vom März 2023 für eine bundeseinheitliche Pflichtversicherung. Anlass dafür war das verheerende Jahrhunderthochwasser an der Ahr im Juli 2021, bei dem die Länder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen betroffen waren. Bund und Länder haben damals 30 Milliarden Euro Fluthilfe bereitgestellt.

Fast jedes zweite Haus nicht gegen Elementarschäden versichert
Doch auch trotz dieser Katastrophe ist die Versicherungsquote in Rheinland-Pfalz seitdem nur leicht angestiegen und immer noch fast jedes zweite Haus nicht gegen Elementarschäden versichert. Bundesweit waren Mitte 2023 gerade einmal 52 Prozent der Gebäude gegen Risiken abgesichert, die durch Wirken der Natur verursacht werden, wobei es große regionale Unterschiede gibt. Als Grund geben viele Menschen an, dass sie doch nicht an einem Fluss wohnen und daher nichts passieren kann oder in risikoreicheren Gebieten die Versicherungsprämien unbezahlbar seien. Doch die aktuellen Ereignisse zeigen, dass auch durch Stark- und Dauerregen, der überall auftreten kann, große Schäden verursacht werden können.

Trotz vermehrt auftretender Extremwetterereignisse und dadurch bedingter Schäden ist eine deutliche Erhöhung der Versicherungsdichte auf freiwilliger Basis aus Sicht der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz offensichtlich nicht zu erreichen. "Daher fordert die Verbraucherzentrale schon seit Jahren eine politische Lösung und unterstützt die aktuell parteiübergreifende Forderung der Ministerpräsidenten Weil und Haseloff für eine bundeseinheitliche Pflichtversicherung gegen Elementarschäden", so Heike Troue Vorständin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Die Bundesregierung sollte den Beschluss vom März letzten Jahres nun endlich zügig umsetzen und die längst überfällige Pflichtversicherung umgehend auf den Weg bringen."



Kritiker warnen vor hohen Versicherungsbeiträgen
Für viele Hauseigentümer ist ein solcher Katastrophenfall meist existenzbedrohend, denn das Eigenheim stellt häufig den Kern des Vermögens dar. "Ohne eine Elementarschadensversicherung sind diese Menschen dann auf staatliche Hilfen angewiesen", betont Josephine Holzhäuser, Fachbereichsleiterin Finanzen und Versicherungen. "Doch die finanzielle Existenz von Familien sollte in diesen Fällen nicht von der aktuellen Kassenlage der öffentlichen Haushalte abhängen und von der Frage, ob dann auf die Schnelle ausreichende Hilfsmittel von Bund und Länder bereitgestellt werden können."

Kritiker der Pflichtversicherung warnen vor hohen Versicherungsbeiträgen. Aus Sicht der Verbraucherzentrale muss eine solche Pflichtversicherung aber nicht zwangsläufig zu unbezahlbaren Beiträgen führen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Beiträge bezahlbarer werden, wenn alle Hauseigentümer ihre Gebäude in einer Solidargemeinschaft gegen Überschwemmungsschäden versichern. Bei der konkreten Ausgestaltung ist ein Blick ins Nachbarland Frankreich hilfreich. Dort gibt es eine besondere Form der Elementarschadensversicherung - eine Kombination aus obligatorischer privater Sachversicherung und staatlicher Rückversicherung. Hierdurch sind 98 Prozent aller französischen Haushalte für durchschnittlich 26 Euro Versicherungsprämie pro Jahr versichert. Weitere Informationen finden sich in einer Studie des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e.V. in Kehl, Stand November 2023.

Solange es aber eine solche Pflichtversicherung noch nicht gibt, sollten Hauseigentümer selbst handeln aktiv werden und ihren Versicherungsschutz gegen Elementarschäden prüfen und gegebenenfalls anpassen. Falls die Wohngebäude- und Hausratversicherung noch keine Elementarschadensklausel enthält, sollte diese unbedingt aufgenommen beziehungsweise eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden. Allerdings sind die Beitragsunterschiede enorm, so dass man sich mehrere Angebote einholen und vergleichen sollte. Ausführliche Informationen inklusive Beratungsangebot bietet die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite.

Seit 2013 ist die Verbraucherzentrale auch Mitglied der landesweiten Elementarschadenkampagne. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Waldbrand in Nauroth: Schnelles Eingreifen verhindert weitere Ausbreitung des Feuers

Am Freitagnachmittag (4. April) kam es am Ortsrand von Nauroth zu einem Bodenfeuer, das sich aufgrund ...

Warnung vor Fake-Bußgeldbescheiden vom Kraftfahrt-Bundesamt

Mit dieser persönlichen Warnung möchte unser Redakteur Wolfgang Rabsch auf eine besonders perfide Masche ...

Neuer Schulreferent stärkt Grundschulen in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld

Die Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld hat einen neuen Schulreferenten: Jens Fleck übernimmt ...

Peterslahr auf dem Weg in die digitale Zukunft: Start des Glasfaserausbaus

In Peterslahr haben die Bauarbeiten für das neue Glasfasernetz begonnen. Deutsche Glasfaser hat den ersten ...

JUZ-Podcast: Jugendliche aus Hamm (Sieg) starten mit Pilotfolge

Das evangelische Jugendzentrum in Hamm (Sieg) hat ein neues Projekt ins Leben gerufen: einen Podcast ...

Aktualisiert: 14-jähriger Junge aus Oberraden wohlbehalten gefunden

Seit dem 11. März galt San Luca S. aus Oberraden als vermisst. Die Suche nach ihm hielt die Region in ...

Weitere Artikel


Bauern- und Winzerverband zum Bauernprotest in Berlin: "Wir können Demokratie!"

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes (BWV) Rheinland-Nassau, Michael Horper, zeigt sich beeindruckt ...

Als Betreuer bei der Sportjugend - noch Interessenten gesucht

Die neuen Sportjugend-Betreuer starten Ende Februar mit der Ausbildung und freuen sich bereits auf die ...

Katzwinkeler Sternsinger sammeln 2.600 Euro für unsere Erde in Amazonien

Unter dem diesjährigen Motto „Gemeinsam für unsere Erde - in Amazonien und weltweit“ zogen auch die Sternsinger ...

Westerwälder AfD-Verbände laden zum Neujahrsempfang in Puderbach

Die Westerwälder AfD-Verbände in den Landkreisen Neuwied, Altenkirchen, Westerwald, Rhein-Lahn und Mayen-Koblenz ...

Energietipp: Wärmespeicherung wichtiger als Wärmedämmung?

Ist es sinnvoller die Wärme in massiven Wänden des Hauses zu speichern, als das Haus umfassend zu dämmen? ...

Klage auf Schadenersatz eines Anlegers gegen die depotführende Bank

Haftet die depotführende Bank für Verluste eines Anlegers durch Wertpapiertransaktionen mit Aktien der ...

Werbung