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Nachricht vom 19.04.2024    

Kreuzerhöhungskirche Wissen sucht nach Brandkatastrophe Orgelpaten

Von Wolfgang Rabsch

Nach der verheerenden Brandkatastrophe der Kreuzerhöhungskirche in Wissen, verursacht durch eine vorsätzliche Brandstiftung, hat die Kirchengemeinde, nachdem der erste Schock überstanden war, mit dem Wiederaufbau und der Restaurierung der Kirche begonnen. Für eine neue Weimbs-Orgel werden nun Orgelpaten gesucht.

In Wissen kann jeder KlangStifter werden. (Foto: Wolfgang Rabsch)

Wissen. Der Gesamtschaden der durch die Brandstiftung verursachten Brandschäden beläuft sich auf über zwei Millionen Euro. Die Kosten für die Neuanschaffung der durch den Brand größtenteils zerstörten Orgel belaufen sich auf etwa 840.000 Euro, ein wirtschaftlicher Totalschaden. Bis auf 64.000 Euro wurde der Großteil der Neuanschaffung der neuen Orgel durch die Versicherung beglichen. Der AK-Kurier berichtete vom Prozess.

64.000 Euro sollen durch eine Orgelpatenschaft generiert werden
Um den enormen Fehlbetrag ausgleichen zu können, kam die Kirchengemeinde, dank einer Eingebung ihres Seelsorgebereichsmusikers "Obere Sieg" und Organisten Andreas Auel, auf den Gedanken, den Minusbetrag durch Orgelpatenschaften zu generieren. Aus diesem Anlass hatte Andreas Auel zu einer Pressekonferenz in der Kapelle des Krankenhauses St. Antonius eingeladen, um dort das Projekt "KlangStifter werden" vorzustellen. Anwesend waren Pfarrer Martin Kürten und Andreas Kornapp vom Kirchenvorstand, Hans Werner Steinstraß, Wolfgang Baldus und Christoph Schmidt. Berno Neuhoff, Bürgermeister der Stadt und Verbandsgemeinde Wissen, war ebenfalls erschienen und dokumentierte damit, welche Bedeutung die Wiederherstellung der Kreuzerhöhungskirche für die Stadt und die VG Wissen hat.

Andreas Auel hatte gleich zu Beginn eine sehr positive Nachricht zu verkünden, denn gestern (18. April) hat das Erzbistum Köln mit der Orgelbaufirma Weimbs den endgültigen Kaufvertrag über den Kauf einer Weimbs-Orgel abgeschlossen. Der Organist erläuterte den anwesenden Pressevertretern einige interessante Details zu der neuen Orgel und zu dem angestrebten Angebot, Orgelpatenschaften zu erwerben.

Andreas Auel erklärte: "Etwa 64.000 Euro des Orgelneubaus bleiben an der Pfarrei als Eigenanteil wegen einer Wertverbesserung hängen. Das ist viel Geld für eine Pfarrgemeinde, die ihre komplette Infrastruktur neu aufbauen muss. Mein Anliegen war es, nicht nur namenlos Spenden zu sammeln, wie das so häufig geschieht, sondern den Spendern etwas zurückzugeben. Quasi als Dank für ihre Großherzigkeit. Da ich schon einmal eine Orgel mit Pfeifenpatenschaften finanziert habe, weiß ich, dass dieses System besser funktioniert als reines Sammeln."

Neue Orgel hat verbesserte Klangstrukturen
Die neue Weimbs-Orgel soll im klassisch barocken Stil errichtet werden. Neu in die Orgel kommt ein sogenanntes Schwellwerk, ein in sich geschlossenes Werk, bei dem man mit Schwelltüren den Klang dynamischer regulieren kann. 672 Pfeifen stehen in zehn Registern in diesem Werk. Insgesamt bekommt die neue Orgel 33 Register, verteilt auf drei Manual-Werke und Pedal. Da das äußere Erscheinungsbild der Orgel, das auch Prospekt genannt wird, durch den Brand nur unwesentlich beschädigt wurde und zu dem unter Denkmalschutz steht, bleibt das 1793 erbaute Prospekt erhalten und das neue Schnellwerk wird dahinter eingebaut.



Pfarrer Martin Kürten ist voller Vorfreude, dass alles nach Plan läuft und die Kirche voraussichtlich 2026 wieder vollständig von den Gläubigen genutzt werden kann – wenn keine unvorhersehbaren Probleme auftauchen. "Wir sind Gottes Melodie, jede Pfeife ist ein Ton", so die Meinung des Gottesmannes. Auch Bürgermeister Berno Neuhoff erklärte sich kurz. Er verglich den Brand der Kreuzerhöhungskirche mit dem Brand von "Notre-Dame" in Paris, nur eben eine Nummer kleiner. Die Kirche sei vor dem Brand einer der Mittelpunkte in Wissen gewesen und soll es auch wieder werden. Neuhoff dankte allen Gremien der Pfarrgemeinde für deren unermüdlichen Einsatz, wieder den alten Zustand herzustellen und sagte zu, die erste Orgelpatenschaft übernehmen zu wollen.

Andreas Auel erläuterte nochmals, wie man eine Orgelpatenschaft erwerben kann. Die Einzelheiten sind einfach und übersichtlich auf der Homepage des Seelsorgebereichs unter www.obere-sieg.de unter "Neue Orgel" und "Patenkinder" zu finden.

Spenden sind steuerlich absetzbar
Noch einige Hinweise zur Übernahme einer Orgelpatenschaft: Einmalig kann pro Person eine Orgelpatenschaft über eine Orgelpfeife von 25, 50, 100, 150, 200, 250 und von 500 Euro übernommen werden, wobei natürlich bei jeder Spende auch noch Luft nach oben sein kann. Jeder Spender erhält eine Urkunde, zusätzlich wird er im Internet mit seinem Namen erwähnt, jedoch ohne Spendensumme. Als besonderes Dankeschön an die Spender werden diese alleine zu einem exklusiven Konzert mit der neuen Weimbs-Orgel eingeladen.

Die Spenden sind natürlich auch steuerlich absetzbar, wobei bis zu einer Spende von 300 Euro, der Überweisungsträger zur Vorlage beim Finanzamt ausreicht. Bei Spenden über 300 Euro erhält der Spender auf Wunsch eine Spendenquittung der Kirchengemeinde.

Das Spendenkonto lautet:
Katholische Kirchengemeinde Kreuzerhöhung DE09 5735 1030 0005 0017 22 bei der Sparkasse Westerwald-Sieg; Kennwort: Orgelpatenschaft


Mehr dazu:   Kirche & Religion  
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