Werbung

Pressemitteilung vom 14.05.2024    

Die Zukunftswerkstatt der Universität Siegen: Brücke zwischen Theorie und Praxis

Wenn Theorie auf Praxis trifft, muss das nicht zwingend zu einem gegenseitigen Kulturschock führen. Bestes Beispiel für das genaue Gegenteil ist die Zukunftswerkstatt der Universität Siegen. Ziel und Aufgabe ist es, den Studierenden Einblicke in die Arbeits- und vor allem Denkweise heimischer Unternehmen zu verschaffen.

In den Räumen der Firma Bellersheim in Neitersen erhielten die Teilnehmenden der jüngsten Zukunftswerkstatt der Uni Siegen ihre Abschlussurkunden. (Foto: Kreisverwaltung/Thorsten Stahl)

Kreis Altenkirchen. In Praxisseminaren wird der akademische Nachwuchs mit dem betrieblichen Alltag außerhalb der Hörsäle vertraut gemacht. Es eröffnen sich nicht nur für die Studierenden neue Perspektive, vielmehr werden durch den Input oft auch die Betriebe dazu ermutigt, den alten Slogan "Haben wir schon immer so gemacht" zu hinterfragen.

Zum dritten Mal war im Wintersemester 2023/24 der Landkreis Altenkirchen über seine Wirtschaftsförderung mit dabei. Diesmal beteiligten sich die Sparkasse Westerwald-Sieg und die Firma Bellersheim (Neitersen) an der Zukunftswerkstatt. Bei dem Ver- und Entsorgungsunternehmen fand jetzt auch die Abschlussveranstaltung statt, bei der die Teilnehmenden von Landrat Dr. Peter Enders und Wirtschaftsförderer Lars Kober ihre Urkunden erhielten. Zuvor war deutlich geworden, dass die Studierenden aus der Zukunftswerkstatt eines mitgenommen haben: die Erkenntnis, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob man in einem Großkonzern oder in einem inhabergeführten Familienunternehmen arbeitet.

Nicht umsonst war in der Begrüßung von Geschäftsführer Thomas Bellersheim von Familie und Tradition die Rede. Aber: "Tradition allein hilft nicht für die Zukunft." Auch bei Bellersheim befänden sich Geschäftsmodelle im Wandel und es werde eine stete Weiterentwicklung angestrebt. Dabei interessiere einen Familienunternehmer wie ihn nicht unbedingt der tagesaktuelle Aktienkurs, sondern vielmehr die Frage, wie man auch in zehn Jahren erfolgreich am Markt bestehen könne.



Landrat Enders ging auf den Fachkräftemangel ein, der erneut im Fokus der Zukunftswerkstatt gestanden hatte. Gerade im ländlichen Raum seien dabei neue Lösungsansätze gefordert. Ein unschätzbarer Vorteil sei hier aber die Wohn- und Lebensqualität, weshalb er durchaus Anzeichen einer "Stadtflucht" sehe.

Und wie ist die Erwartungshaltung der Studierenden an einen Arbeitsplatz "auf dem Land"? Klar, schnelles Internet oder eine gute Verkehrsinfrastruktur sollten neben betrieblichen Benefits vorhanden sein. Zugleich wird aber die oft enge Verbundenheit und Identifikation der Menschen mit einem Unternehmen (und umgekehrt) gesehen und gewürdigt.

Ein Student drückte es so aus: "Man kann hier sehr früh Vertrauen wahrnehmen." Was Robert Kebbekus, Leiter der Zukunftswerkstatt, allerdings auch beobachtet: Immer mehr Ältere hätten Schwierigkeiten, mit der Einstellung der jüngeren Kollegen klarzukommen. Und so kam das Gespräch zwangsläufig auf eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich. Für den Landrat angesichts der Demografie im Land eine "Quadratur des Kreises", und auch Thomas Bellersheim betonte mahnend, dass sich ein produzierendes Land wie Deutschland solch ein Modell schlicht und ergreifend nicht leisten könne. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Waldbrand in Nauroth: Schnelles Eingreifen verhindert weitere Ausbreitung des Feuers

Am Freitagnachmittag (4. April) kam es am Ortsrand von Nauroth zu einem Bodenfeuer, das sich aufgrund ...

Warnung vor Fake-Bußgeldbescheiden vom Kraftfahrt-Bundesamt

Mit dieser persönlichen Warnung möchte unser Redakteur Wolfgang Rabsch auf eine besonders perfide Masche ...

Neuer Schulreferent stärkt Grundschulen in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld

Die Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld hat einen neuen Schulreferenten: Jens Fleck übernimmt ...

Peterslahr auf dem Weg in die digitale Zukunft: Start des Glasfaserausbaus

In Peterslahr haben die Bauarbeiten für das neue Glasfasernetz begonnen. Deutsche Glasfaser hat den ersten ...

JUZ-Podcast: Jugendliche aus Hamm (Sieg) starten mit Pilotfolge

Das evangelische Jugendzentrum in Hamm (Sieg) hat ein neues Projekt ins Leben gerufen: einen Podcast ...

Aktualisiert: 14-jähriger Junge aus Oberraden wohlbehalten gefunden

Seit dem 11. März galt San Luca S. aus Oberraden als vermisst. Die Suche nach ihm hielt die Region in ...

Weitere Artikel


Gewalttätige Auseinandersetzung in Hamm: 33-Jähriger schwer verletzt

Am Montagabend (13. Mai) kam es in der Heinrichshütte in Hamm zu einer gewaltsamen Konfrontation zwischen ...

Kreis Altenkirchen: Digitalpakt I für Schulen befindet sich auf Zielgeraden

Das Mammutprojekt des Kreises Altenkirchen, seine Schulen in Sachen Digitalisierung auf den aktuellen ...

Innovationspreis vom SPD-Landesverband RLP geht ins Daadener Land

Der SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz schreibt seit 2022 jährlich den Innovationspreis aus. Gesucht werden ...

Maifest im DRK-Seniorenzentrum Altenkirchen - 15-jähriges Bestehen wurde gefeiert

Die Organisatoren des DRK-Seniorenzentrums konnten sich am Sonntag (12. Mai) über viele Besucher freuen. ...

Traditionelles Leuzbacher Schützenfest zu Pfingsten 2024

ANZEIGE | Der Schützenverein Leuzbach-Bergenhausen feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. ...

Deutscher Wetterdienst warnt: Starke Gewitter in Altenkirchen, Neuwied und Westerwald erwartet

Der Deutsche Wetterdienst hat am Montagnachmittag (13. Mai) eine amtliche Warnung vor einem starken Gewitter ...

Werbung