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Nachricht vom 09.06.2024    

Senioren am Steuer: Besser als ihr Ruf

RATGEBER | Autofahren ist für viele Menschen ein Symbol für Unabhängigkeit und Mobilität. Doch wie verändert sich das Fahrverhalten im Laufe der Jahre? Was sind die Ursachen für nachlassende Fahrsicherheit und wie kann festgestellt werden, ob man noch sicher unterwegs ist? Bewusste Anpassungen und regelmäßige Kontrollen helfen älteren Menschen, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen.

Foto Quelle: pixabay.com / pexels

Die Bedeutung des Autofahrens im Alter
Das Autofahren hat für viele Menschen eine tiefe Bedeutung. Es symbolisiert Autonomie und Flexibilität, ermöglicht den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen und sozialen Aktivitäten und trägt wesentlich zur Lebensqualität bei. Auch für viele ältere Menschen ist das Auto nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern ein wesentlicher Bestandteil ihres Alltags. Es ermöglicht Besuche bei Freunden und Verwandten, Einkäufe und Arztbesuche.

Wenn ältere Menschen feststellen, dass sie nicht mehr sicher Auto fahren können, kann dies zu einem Gefühl der Isolation und Abhängigkeit führen. Ohne Auto ist es schwieriger, am sozialen Leben teilzunehmen, was das Risiko von Einsamkeit und Depressionen erhöht. Der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Lebensmittelgeschäften und medizinischen Einrichtungen wird komplizierter und zeitaufwendiger. Ferner kann die Abhängigkeit von anderen Personen, sei es Familie, Freunde oder Nachbarschaftshilfe, das Gefühl der Unabhängigkeit erheblich einschränken.

Sind Senioren im Straßenverkehr eine Gefahr?
Die häufige Annahme, dass Senioren ein hohes Gefahrenpotenzial im Straßenverkehr darstellen, ist allerdings falsch. Ältere Autofahrer bringen einen großen Erfahrungsschatz mit, der ihnen im Straßenverkehr zugutekommt. Jahrzehntelange Fahrpraxis führt zu einer gewissen Routine und einem vertieften Verständnis von Verkehrsregeln und -situationen. Diese Fahrer verhalten sich oft vorsichtiger und defensiver, was das Unfallrisiko verringern kann. Sie neigen dazu, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verkehrszeichen strikt einzuhalten und riskante Fahrmanöver zu vermeiden. Diese Disziplin und Umsicht tragen wesentlich zur Verkehrssicherheit bei.

Trotz dieser Vorteile nimmt die Fahrsicherheit mit zunehmendem Alter aus verschiedenen Gründen ab. Eine der Hauptursachen ist der natürliche Abbau der körperlichen und kognitiven Fähigkeiten. Das Sehvermögen lässt nach, was das Erkennen von Verkehrszeichen, Fußgängern und anderen Fahrzeugen erschwert. Auch das Hörvermögen wird schwächer, sodass akustische Warnsignale wie Hupen oder Sirenen nicht mehr so gut wahrgenommen werden.

Hinzu kommen verlangsamte Reaktionszeiten, die ein schnelles und angemessenes Reagieren auf unerwartete Verkehrssituationen erschweren. Körperliche Einschränkungen wie Gelenkversteifungen oder Muskelschwäche können die Bedienung der Pedale oder das Drehen des Kopfes beim Einparken beeinträchtigen. Kognitive Veränderungen wie verminderte Aufmerksamkeit und schlechteres Gedächtnis können die Navigationsfähigkeit und die Entscheidungsfindung im Straßenverkehr beeinflussen.

Ein weiterer Faktor, der die Fahrsicherheit im Alter beeinflussen kann, ist die Einnahme von Medikamenten. Viele ältere Menschen nehmen regelmäßig Medikamente ein, die Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Schwindel oder eine verlangsamte Reaktionszeit haben können. Besonders gefährlich sind Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten, die oft unvorhersehbare Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit haben. Deshalb ist es wichtig, dass ältere Autofahrer ihre Medikation regelmäßig mit ihrem Arzt besprechen und sich über mögliche Auswirkungen auf ihre Fahrsicherheit informieren.

Umgang mit nachlassender Fahrsicherheit
Ob man noch sicher fährt, sollte man regelmäßig überprüfen. Dies kann durch Selbstbeobachtung und durch Beobachtungen von Familie und Freunden geschehen. Anzeichen für nachlassende Fahrsicherheit können häufige Beinahe-Unfälle, Schwierigkeiten beim Einparken, Unsicherheiten in unbekannten Verkehrsbereichen oder das Übersehen von Verkehrszeichen sein. Wichtig sind auch regelmäßige ärztliche Untersuchungen, insbesondere der Augen und Ohren.

Stellt man eine Beeinträchtigung der eigenen Fahrsicherheit fest, ist ein verantwortungsbewusstes Handeln wichtig. Zunächst sollte man mit Familienmitgliedern und Freunden offen darüber sprechen und deren Feedback ernst nehmen. Hilfreich kann es sein, das eigene Fahrverhalten anzupassen, indem man Stoßzeiten und schwierige Verkehrsverhältnisse meidet und längere Fahrten in kürzere Etappen unterteilt. Auch Fahrkurse und Fahrsicherheitstrainings für Senioren können helfen, das eigene Fahrverhalten zu verbessern. Schließlich bleibt noch der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrdienste, um mobil zu bleiben, ohne sich und andere zu gefährden.

Rechtliche Lage zum Autofahren im Alter
In Deutschland gibt es keine obere Altersgrenze für den Führerschein und regelmäßige ärztliche Untersuchungen sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Verantwortung für die Fahrsicherheit liegt bei den Autofahrern selbst, denen empfohlen wird, ihre Fahrtüchtigkeit regelmäßig zu überprüfen. Bei ernsten Zweifeln an der Fahrtüchtigkeit und gleichzeitiger Uneinsichtigkeit der betroffenen Person können Angehörige oder Ärzte die Fahrerlaubnisbehörde informieren, die dann die Möglichkeit hat, ein ärztliches Gutachten oder eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) anzuordnen. Ist die Fahreignung nicht mehr gegeben, kann die Fahrerlaubnis entzogen werden. Grundsätzlich basiert die gesetzliche Regelung zum Führerschein im Alter in Deutschland aber auf der Eigenverantwortung der Fahrer.

Die Experten von Europcar Second Move raten älteren Autofahrern, ihre Fähigkeiten am Steuer regelmäßig zu hinterfragen und gesundheitliche Defizite ernst zu nehmen, um die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. (prm)

Autor: Bettina Salarno



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