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Nachricht vom 12.07.2024    

Eine Geschichte, die Tasten bewegt – Ein Konzert für Lillis neues Zuhause

Von Jennifer Patt

Eine Geschichte, die im Vintage-Kontor begann und in den Herzen vieler Menschen ihren Widerhall fand, hat am vergangenen Sonntag ihren krönenden Abschluss gefunden. Der 120 Jahre alte Mini-Flügel "Lilli" hat ein neues Zuhause gefunden; bei einem außergewöhnlichen Konzert wurde der Flügel verabschiedet. Dieser einzigartige Abend, voller Musik, Emotionen und einer Brise Nostalgie, wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten.

Jörg Schulte, Stefan Altmann, Johanna Bolz und am Flügel Nadine Altmann
(Fotos: Jenny Patt)

Kirchen. Die Besitzerin des Vintage-Kontors, Johanna Bolz, bekannt für ihre Offenheit und ihre Leidenschaft für das Besondere, bot dem antiken Flügel vorübergehend Schutz. Doch Lillis Geschichte ist mehr als nur die eines alten Instruments. Der Flügel, 1905 als Modell "Lilliput" gebaut und liebevoll von Musikschülern "Lilli" getauft, stand kurz vor der Verschrottung, bevor er durch einen schicksalhaften Zufall in die Hände von Nadine Altmann gelangte.

Lilli wurde zum Mittelpunkt musikalischer Abenteuer
Nadine Altmann, eine dynamische 43-jährige Musikerin und Musikpädagogin, stieß auf den Flügel durch ein ungewöhnliches Angebot: Lilli sollte entweder für eine Tafel Schokolade oder für einen guten Zweck verschenkt werden. Ohne zu zögern, nahm Altmann das Instrument an und gab ihm im Vintage-Kontor ein vorübergehendes Zuhause. Dort lehrte sie ihre Schüler im Alter von fünf bis 19 Jahren, und Lilli wurde zum Mittelpunkt zahlreicher musikalischer Abenteuer.

Das Konzert, bei dem Lilli verabschiedet wurde, war ein wahrer Ohrenschmaus. Unterstützt von den Musikern Jörg Schulte und Stefan Altmann, bot Altmanns Schülern die Bühne, auf der sie zeigen konnten, was sie auf Lilli gelernt hatten. Der Abend war erfüllt von harmonischen Klängen und dem lebendigen Beweis, dass Musik Generationen verbindet. Schüler, die auf Lilli ihre ersten Töne gespielt hatten, bezauberten das Publikum und machten den Abschied umso rührender.

Vielfältiges Programm beeindruckte die Zuhörer
Das Programm des Abends war eine beeindruckende Reise durch verschiedene musikalische Stile und Epochen, meisterhaft dargeboten von den talentierten Schülern der Piano & Keyboard School. Mirja Philipp eröffnete das Konzert mit "Das Schloßgespenst", gefolgt von Ida Aspelmeier, die "Yankee Doodle" und "Nordpol Walzer" spielte. Lilly Schwarz verzauberte mit "Froschwalzer" und "Heut ist ein Fest". Emily Betz ließ "Summ Summ Summ" erklingen, während Liv Seibert und Theo Brunn den "Apachen Song" und "Boule" präsentierten.

Johan Schönstein beeindruckte mit "Gimme three", und Mia Brederlow zusammen mit Paula Montanus brachte das Publikum mit "Faded" und "All this time" zum Staunen. Luisa Moser und Mia Langenbach setzten das Programm mit "Airo" und "Bad Habits" fort, während Emma Orthen und Jana Weschenbach mit "Blowing in the Wind" einen gefühlvollen Abschluss des ersten Teils gestalteten.



Nach einer kurzen Pause entführte Mira Ronaesin die Zuhörer mit der "Mondscheinsonate" in eine musikalische Traumwelt. Emma Orthen bezauberte mit "Präludium in C", während Jana Weschenbach "Comptine autre été" meisterhaft interpretierte. Jana Weschenbach und Luisa Moser brachten mit "Hit the road Jack" Schwung in den Abend.
Leni Bitzer verzauberte mit "Hedwig's Theme", und Milou und Romy Altmann boten eine mitreißende Darbietung von "Statues". Luise Backhus entführte das Publikum mit "Lovely" in eine stimmungsvolle Klangwelt, gefolgt von Leonie Trippel, die mit "Idea 22" und "Giorni Dispari" für einen würdigen Ausklang des Konzerts sorgte. Anna Hombach überraschte das Publikum mit ihrer Eigenkomposition "Alle Lieder über dich", bevor Jule Orthen mit "Mercy Mercy Mercy" das Konzert fulminant abschloss.

Der Erlös des Verkaufs geht an einen wohltätigen Zweck
Nach einem begeisterten Bericht in der Siegener Zeitung stand Altmanns Telefon nicht mehr still. Das antike Instrument fand schließlich für 800 Euro ein neues Zuhause bei einer ehemaligen Schülerin von Altmann, wodurch sich der Kreis auf wunderbare Weise schloss. Der Erlös des Verkaufs fließt vollständig an das Africa Music School Projekt, eine Initiative zur Rettung einer von der Schließung bedrohten Musikschule in Uganda, unterstützt von André Becker, dem engagierten Dirigenten der Jugendstadtkapelle Betzdorf.

Lilis Reise ist eine Geschichte über die Kraft der Musik, die die Zeit überdauert und Menschen verbindet. Ein vermeintlich verlorenes Instrument wurde durch die Hingabe und den Enthusiasmus vieler zu einem Symbol der Hoffnung und Gemeinschaft. Altmann und ihre Schüler haben nicht nur Musik gelehrt und gelernt, sondern auch gezeigt, wie aus einer kleinen Tat Großes entstehen kann. (JP)


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