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Nachricht vom 06.01.2025    

Famoses Neujahrskonzert in der Abtei Marienstatt

Von Wolfgang Rabsch

Am 5. Januar fand in der Abteikirche des Klosters Marienstatt das diesjährige Neujahrskonzert statt. Die Vorzeichen zu diesem Konzert waren im Sinne des Wortes eher betrüblich, denn es regnete wie aus Kübeln - und das an einem Wintertag Anfang des neuen Jahres.

Die beiden Musiker mit Frater Gregor OCist. (Foto: Wolfgang Rabsch)

Daher waren die skeptischen Blicke von Frater Gregor OCist vor Konzertbeginn sehr verständlich, da er annehmen musste, dass viele Besucher wegen des bescheidenen Wetters wohl lieber den Nachmittag daheim im warmen Wohnzimmer verbringen würden. Auch in einer Kirche können Wunder geschehen, urplötzlich war innerhalb kürzester Zeit die Abteikirche bis auf den letzten Platz besetzt, so dass sogar Ersatzstühle herbeigeschafft werden mussten.

Frater Gregor OCist, der im Übrigen künstlerischer Leiter des Marienstätter Musikkreises ist, fand angesichts des vollen Kirchenschiffs heitere Worte bei seiner Begrüßung. In den Mittelpunkt stellte er das Ohr des Menschen. "Das erste fertige Organ im Mutterschoß ist das Ohr, bereits nach viereinhalb Monaten Schwangerschaft ist es entwickelt. Das Ohr ist das einzige Sinnesorgan, dass wir nicht zumachen können. Unsere Sprache bestätigt dies: Wer offen ist, der ist hellhörig, wenn wir aufhören, dann wird etwas beendet, wer hört, ohne zu denken, der ist hörig. Wer zu viel um die Ohren hat, der kann es nicht mehr hören." Für schallendes Gelächter sorgte Frater Gregor in seinem letzten Wortspiel: "Bei Eheleuten, heißt es häufig 'Du hörst mir überhaupt nicht mehr zu'. Diesen Satz habe ich hier im Kloster noch nie gehört. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein offenes Ohr, für die Musik und für den Mitmenschen".

Ein Konzert auf höchstem Niveau begeisterte die Zuhörer
Frater Gregor OCist gelingt es immer wieder, hochkarätige Kirchenmusiker in die Abtei nach Marienstatt einzuladen, die diese Einladung auch gerne annehmen. Das festliche Neujahrskonzert stand unter der Überschrift "The Glorious Fireworks" und wurde von Uwe Komischke (Trompete und Corno da saccia (Horn)) und Thorsten Andreas Pech an der Orgel gespielt.

Die Zuhörer durften sich auf ein ausgesprochen anspruchsvolles Konzertprogramm freuen:
Georg Philipp Telemann (1681-1767) Concerto für Trompete und Orgel - Allegro – Grave – Aria (Poco Andante) – Grave – Vivace
Léon Boellmann (1867-1897) Choral aus: "Douze Pièces pour l’orgue op. 16"
August Körling (1842-1919) Pastorale für Horn und Orgel
Francis Edward Bache (1833-1858) Introduction and Allegro: "Three Movements for the organ"
Johann Sebastian Bach (1685-1750) Jesus bleibet meine Freude für Corno da caccia und Orgel
Charles Harford Lloyd (1849-1919) An Ethon Memorial March
Georg Friedrich Händel (1685-1759) Feuerwerksmusik Ouvertüre – Allegro – Bourrée – La paix – Menuet I – Menuet II – La réjouissance
Für Kenner und Liebhaber des Musikgenres Kirchenmusik war die Zusammenstellung des Programms ein wahres Highlight.



Beiden Musikern war spürbar anzumerken, dass sie seit über 30 Jahren zusammen auftreten und sich blind vertrauen. Nur so ist zu erklären, dass es ihnen während des gesamten Konzerts gelingt, ein musikalisches Gesamtkunstwerk abzubilden und allerhöchste Harmonie und musikalisches Verständnis zu erzeugen. Trotz der jahrzehntelangen Zusammenarbeit wirkte das Konzert nicht in Routine erstarrt, oder gar aufgesetzt. Ganz im Gegenteil, die Spielfreude, mit der beide Musiker zu Werke gingen, war spürbar und authentisch. Da eingangs gebeten wurde, während des Konzerts nicht zu applaudieren, fiel es vielen Besuchern schwer, bei manchen furios vorgetragenen Stücken, die Hände ruhig zu halten. Das Konzert lebte von der Vielfalt und Abwechslung des Spiels der Instrumente, mal dominierte die Trompete, dann wieder die Orgel. Verstärkt durch die wunderbare Akustik in dem Kirchenschiff, konnten sich menschliche Gefühle entfalten, die man als emotional, heiter, beschwingt, energisch. aber auch zurückhaltend, beschreiben kann.

Verdienter Applaus für die Musiker
Am Ende des Konzerts und nach erfolgter Zugabe, durften sich beide Ausnahmemusiker über Standing Ovations und langanhaltenden Jubel freuen, das war der mehr als verdiente Lohn für ein neunzigminütiges Konzerterlebnis. Nachdem das Konzert beendet war, konnte der WW-Kurier mit zwei begeisterten Zuschauerinnen, die beste Freundinnen sind, sprechen. Johanna aus Langendernbach und Maria aus Limburg, hatten die weite Anreise nicht zum ersten Mal auf sich genommen, unisono erklärten sie: "Wir kommen in jedem Jahr bis zu dreimal nach Marienstatt, um uns die Konzerte anzuhören. Diese sind von höchster musikalischer Qualität und begeistern uns immer wieder aus Neue. Zum "Osterjubel in Blech" am 21. April werden wir definitiv wieder anwesend sein."

Wer Interesse hat, die musikalischen Wege der beiden Musiker zu verfolgen, der findet Informationen im Internet unter www.uwe-komischke.com und www.thorsten-pech.com. (Wolfgang Rabsch)



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