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Nachricht vom 27.03.2012    

Ein Vater sagt Jugendlichen "Danke!"

Wenn ein Vater sein Kind beim Sterben begleiten muss ist das schlichtweg schrecklich. Wenn der Vater dann Trost und Hilfe durch Jugendliche erfährt, macht dies Mut und Hoffnung. Hoffnung auf eine Gesellschaft, wo durch das Handeln junger Menschen Mitmenschlichkeit, Trost, Hoffnung und Verantwortung keine leeren Worthülsen bleiben.

Die Jugendlichen gaben mit ihrer ganz eigenen Abschiedsfeier für die Mitschülerin den Erwachsenen Mut und Trost - dafür gehört ihnen der Dank des Vaters auch der Respekt der Erwachsenen. Foto: pr.

Hamm. Das Thema Jugend von heute und die vielen eher negativen Attribute sind hinlänglich bekannt und werden häufig ungefiltert übernommen. Ein besonderes Beispiel, das Jugend von heute diesen negativen Attributen nicht entspricht, gaben Jugendliche zweier Klassenstufen der IGS Hamm.
Die Öffentlichkeit hätte es nicht erfahren, wenn nicht der Vater Michael Maus-Brühl zugestimmt hätte und den Weg nutzt, um den vielen jungen Menschen auf diesem Weg auch danke zu sagen.
Der Anlass ist unendlich traurig, aber die Geschichte soll erzählt werden: Leonie, 15 Jahre alt, starb an einer unheilbaren Erkrankung. Das junge Mädchen verlor den Kampf gegen eine tückische Krebserkrankung, ihr Mut und ihr Optimismus hatte sie nie verlassen. Darauf besannen sich die Mitschüler, sie erhielten die Nachricht und begannen mit ihrer ganz eigenen Trauerarbeit. Es wurde ein Trauerbuch angelegt und in der Schule ausgelegt.
Notfallseelsorger Martin Autschbach und die Klassenlehrerin, der Vater von Leonie trafen sich in der Schule. In den Gesprächen war schnell klar, für Leonie sollte es eine besondere Abschiedsfeier geben. Die Jugendlichen erarbeiteten ein eigenes Konzept, es wurde die Lieblingsmusik aufgenommen, ein eigenes Lied eingeübt, Texte und die ganz persönlichen Erinnerungen an die verstorbene Mitschülerin lebendig und aufgeschrieben. Die Abschiedsfeier sollte anders sein, sie sollte Raum für Tränen, für Erinnerung und für Fröhlichkeit geben.
"Es war erstaunlich, das gemeinsame Verhalten der Jugendlichen in jenen Tagen, wo sie gemeinsam an der Gestaltung arbeiteten. Sie haben in dieser Woche der Vorbereitung viel für ihr Leben gelernt, sie zeigten eine Mitmenschlichkeit, die tief bewegt hat", sagte Autschbach im Rückblick.
Eingebunden in die Gestaltung war der frühere Polizei-Seelsorger Ludwig Kroner aus Wissen der mit Autschbach, den Jugendlichen und Angehörigen die Feier gestaltete. Die Arbeit und Ideen der jungen Leute überraschten Kroner und er zollt ihnen großen Respekt.



Die Abschiedsfeier für seine Tochter wird Michael Maus-Brühl niemals vergessen. "Es war eine Freude zu erleben und vieles war so positiv überraschend, es gab Dinge, die ich so aus dem Leben von Leonie nicht kannte. Die Ehrlichkeit und der Mut der Jugendlichen mit dem Tod und dem Abschied umzugehen, war für mich ein großer Trost. Ich bin dafür sehr dankbar", sagte Maus-Brühl.
Der Dank für diesen besonderen Zeitabschnitt, der ihn tief bewegt aber auch Freude und positive Gefühle auslöst, ist dem Vater wichtig. „Die Kinder haben uns getröstet und den Erwachsenen Mut gemacht – es war und ist erstaunlich“. (hws)



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