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Nachricht vom 29.03.2012    

Frühlingserwachen auch am Arbeitsmarkt

Die Agentur für Arbeit in Neuwied, zuständig für die Landkreise Neuwied und Altenkirchen gab die neuen Zahlen für den Monat März bekannt. Die Flaute des Winters scheint überwunden, der Frühling hält Einzug. Im Kreis Altenkirchen liegt die Arbeitslosenquote bei 5,3 Prozent, im Kreis Neuwied bei 6,1 Prozent.

Altenkirchen/Neuwied. Auch am Arbeitsmarkt ist die Winterflaute endgültig überwunden. Ende März zählen die Statistiker der Agentur für Arbeit für den Bezirk Neuwied – zu ihm gehören die Landkreise Altenkirchen und Neuwied – 9.291 Arbeitslose.
Das sind 369 weniger als vor einem Monat und 383 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt von 6 Prozent im Vormonat und im Vorjahr auf nun 5,7 Prozent. Eine Entwicklung, die zu erwarten war, meint Ralf Giel, der stellvertretende Leiter der Neuwieder Arbeitsagentur.
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den letzten Wochen war typisch für den Winter. Viele saisonabhängige Betriebe haben ihre Mitarbeiter entlassen und stellen sie nun, bei den ersten Sonnenstrahlen, wieder ein.“ Deshalb sei es auch nicht verwunderlich, dass der aktuelle Rückgang sich beinahe ausschließlich im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches (SGB) III niederschlage, der die Mitglieder der Arbeitslosenversicherung erfasst. Hier sinkt die Arbeitslosigkeit binnen eines Monats um 320 auf nun 3.416. Verglichen mit den Vorjahreswerten bleibt allerdings nur eine Verbesserung von 35 übrig.
Genau umgekehrt stellt sich die Situation im Rechtskreis des SGB II, also bei den so genannten Hartz IV-Empfängern, dar: Im Vergleich zum Vormonat geht die Arbeitslosigkeit um 49 auf 5.875 zurück. Gegenüber dem Vorjahr ist dies allerdings ein Minus von 348. Parallel zum Rückgang der Arbeitslosigkeit steigt die Zahl der offenen Stellen auf 1.240 an – im Februar 2012 und auch im März 2011 waren es noch 67 weniger.

Ähnlich wie im gesamten Bezirk stellt sich auch die Situation in den beiden Landkreisen dar. In Altenkirchen geht die Arbeitslosigkeit seit der Februar-Veröffentlichung um 144 auf 3.620 zurück. Verglichen mit dem Vorjahr ist dies sogar ein Minus von 423. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,2 auf 5,3 Prozent, im März 2011 lag sie bei 5,8 Prozent. Außerdem warten im Landkreis Altenkirchen 407 offene Stellen auf geeignete Bewerber.

In Neuwied geht die Zahl der Arbeitslosen um 225 auf 5.671 zurück, die Arbeitslosenquote sinkt ebenfalls um 0,2 auf 6,1 Prozent. Weniger günstig fällt hier allerdings derzeit der Vergleich mit dem Vorjahr aus. Damals waren sogar 40 Männer und Frauen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6 Prozent. Im Landkreis Neuwied wurden Ende März 833 offene Stellen gezählt.



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Erstmals seit dessen Start im Oktober 2011 werfen die Statistiker einen Blick auf das laufende Ausbildungsjahr. Bislang haben sich 1.921 junge Menschen bei der Arbeitsagentur gemeldet, um Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu finden. 1.176 von ihnen sind nach wie vor auf der Suche nach eine Lehrstelle. Dem gegenüber stehen 1.527 Ausbildungsstellen-Angebote, die der Arbeitsagentur seit Oktober gemeldet wurden. Übrig geblieben sind davon 770 Stellen. Damit kommen derzeit rund eineinhalb Bewerber auf eine gemeldete Lehrstelle.
Sorgen, dass am Ende viele Jugendliche ohne Ausbildungsperspektive da stehen könnten, wie dies im letzten Jahrzehnt häufig der Fall gewesen ist, macht Ralf Giel sich allerdings nicht. Zum einen seien die Ausbildungsmarktdaten zu diesem frühen Zeitpunkt keine allzu verlässliche Quelle für die Gesamtbewertung eines Ausbildungsjahres, erklärt der Experte.
„Anders als auf dem Arbeitsmarkt, der von einem ständigen Kommen und Gehen geprägt ist, wird hier nur einmal im Jahr eingestellt. Es ist deshalb durchaus möglich, dass Bewerber, aber auch Betriebe, die sich später erst melden, das Zahlenwerk noch einmal völlig verändern.“ In den letzten Jahren sei es regelmäßig so gewesen, dass es zu Beginn mehr Bewerber als Stellenangebote gegeben habe, am Ende aber immer deutlich mehr Ausbildungsplätze übrig blieben als unversorgte Jugendliche.
„Während junge Menschen sich im Laufe des Berufsfindungsprozesses relativ häufig mehrere Optionen offen halten und am Ende dann doch lieber weiter zur Schule gehen und studieren, sich erst mal in einem sozialen Jahr engagieren oder eine Zeit im Ausland verbringen wollen, werden gemeldete Ausbildungsplätze nur äußerst selten zurückgezogen“, erklärt Giel dieses Phänomen.

Besonders der Weg zur höheren Schule und zur Universität werde von den Jugendlichen immer häufiger eingeschlagen, was die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Ausbildungsmarkt noch verschärfe. Trotzdem rät der Agenturleiter auch den jugendlichen Bewerbern, möglichst früh in den Wettbewerb um die besten Stellen einzusteigen. „Auch bei günstiger Ausgangslage kann jede Stelle nur einmal vergeben werden. Wer auf seinen Traumjob hofft, sollte deshalb früh auf den Beinen sein. Denn wer zu spät kommt, muss mit dem zufrieden sein, was übrig bleibt.“



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