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Nachricht vom 02.04.2025    

Bildung im AK-Land: Fünf Realschulen plus wollen Herausforderungen gut meistern

Es ist keine neue Erkenntnis: Die Gesellschaft verändert sich rasend schnell, logische Konsequenz: Auch Schulen müssen sich dieser Entwicklung stellen. Fünf Realschulen plus aus dem Kreis Altenkirchen haben sich auf den Weg gemacht, die „Schule der Zukunft“ zu denken. Während eines Studientages in Altenkirchen wurde eine erste Annäherung versucht.

Die erste größere Etappe auf dem Weg zur „Schule der Zukunft“ ist geschafft (von links): Ralph Meutsch, Sebastian Holl, Cornelia Theis, Oliver Born, Margaret Hallay, Jörg Kurtscheidt, Gerhard Hein und Thomas Giehl. (Foto: privat)

Altenkirchen. Mit der Initiative „Schule der Zukunft" des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung sollen den großen Herausforderungen und Megatrends der schnelllebigen Zeit begegnet werden, weil sich als Folge dessen neue Anforderungen an das Lernen in der Schule ergeben. Das Projekt unterstützt und begleitet Schulen dabei, diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Im Mittelpunkt steht eine auf mehrere Jahre angelegte Schulentwicklung, die von der gesamten Schulgemeinschaft gestaltet wird und in deren Zentrum immer die einzelne Schülerin und der einzelne Schüler steht. Vor diesem Hintergrund haben sich die Lehrer der fünf Realschulen plus im Kreis Altenkirchen während eines ganztägigen Studientages am Mittwoch (2. April) in der Altenkirchener August-Sander-RS+ „an einen Tisch“ gesetzt, um über Schulentwicklungsvorhaben, Netzwerkbildung und gemeinsame Veranstaltungen zu sprechen. Nach Referaten, Videozwischenspielen und Arbeit in Gruppen wurden final im Plenum die Resultate des Tages zusammengetragen. Federführend mit im Boot war die Bildungsorganisation „bewirken“, die laut eigener Homepage „Schulen und Lehrkräfte dabei unterstützt, Lernen und Lehren zukunftsfähig zu gestalten. Wir machen Mut und liefern Ideen, wir beraten und bilden weiter – damit Menschen selbstbestimmt gute Schule für alle gestalten können.“ Schule brauche ein Update: „Weg vom Fokus auf Wissen, hin zu Kompetenzen; weg vom Lernen im Gleichschritt, hin zu individuelleren Lernsettings; weg von klaren Hierarchien, hin zum Lernen auf Augenhöhe. Für mehr Chancengleichheit, Begeisterung und Selbstwirksamkeit der Lernenden – und mehr Freiraum und Zufriedenheit der Lehrenden“, lautet der Ansatz von „bewirken“. Landesweit sind laut Oliver Born (Bildungsministerium) 97 Schulen (von der Grund- bis zur Berufsschule) in das Projekt eingebunden, 31 davon sind Realschulen plus.

Gegenseitig unterstützen
„Wir fünf Schulen haben uns zusammengetan, um gemeinsam einen Weg zu gehen, uns gegenseitig zu unterstützen“, sagte Gerhard Hein als Schulleiter der August-Sander-RS+ und als Gastgeber. Schon vor der Corona-Zeit sei ein „Runder Tisch“ für verhaltensauffällige Schüler ins Leben gerufen worden, der als ein Standbein wieder belebt worden sei. Als zweiten Zugang zur Zukunft nannte Hein die „Schulentwicklung im Diskurs“. Es gelte, die Zusammenarbeit noch einmal zu stärken und die Kollegen zusammenzuführen. Wichtig sei auch, dass die Schulsozialarbeit in den angestoßenen Prozess eingebunden sei. Hein ergänzte, „dass wir uns nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen können. Deswegen brauchen wir Impulse von außen“. Margaret Hallay (Bildungsorganisation „bewirken“) betonte, dass „Schule Transformation braucht. Es müssen selbst organisierte Lernsettings geschaffen werden“. Es gelte, gemeinsam Ressourcen zu bündeln. Für Sebastian Holl (Leiter Marion-Donhoff-RS+ Wissen) steht die Netzwerkbildung über allem. Es müssten sich Arbeitsgemeinschaften über die einzelnen Standorte hinweg bilden und professionelle Lerngemeinschaften entstehen.

Schulsozialarbeit wichtiger Partner
Jörg Kurtscheidt, Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (Koblenz) und als Schulrat für das Quintett im AK-Land zuständig, merkte an, dass die Schulsozialarbeit „wichtiger Partner“ und deswegen Teil des Studientages sei. Er war überzeugt davon, dass der Prozess nicht von heute auf morgen abgeschlossen sei, sondern Jahre benötige. Auch ging er davon aus, dass nicht alle mitziehen würden. Parallel werde das Thema „Loslassen“ von alt bekannten Strukturen nicht einfach fallen. Kurtscheidt stellte klar heraus, dass kein Konzept einfach übergestülpt werde, das treffe nicht auf die Wirklichkeit zu. „Schule muss als Ganzes Freude entwickeln, jede Schule muss Quell für neue Schritte sein“, sagte er. Holl sah es ähnlich: „Es gilt, kein starres, übergeordnetes Konzept zu entwickeln.“ Das werde der Verantwortung in der Gesellschaft nicht gerecht. Cornelia Theis (Leiterin Bertha-von-Suttner-RS+ Betzdorf) sah ebenfalls in der Neuausrichtung „keinen endenden Prozess. Das eine System kann es für Rheinland-Pfalz nicht geben“.



Schon Kontakte zu Nachbarschulen
Ralph Meutsch (Leiter Westerwaldschule RS+ Gebhardshain) berichtete bereits von zahlreichen Kontakten zu Nachbarschulen, seit das Projekt „Schule der Zukunft“ im Dezember 2023 gestartet sei. „Keine Woche ohne Austausch, es ist ein Riesengewinn, dass wir so einen engen Austausch haben“, stellte er heraus. Auch Kurtscheidt blickte zurück: „Die Zusammenarbeit hier oben hat schon eine gewisse Tradition. Das ist ein Pfund, auf dem man aufbauen kann. Dass fünf Realschulen plus so eng kooperieren, ist schon ein Alleinstellungsmerkmal.“ Thomas Giehl (Leiter Hermann-Gmeiner-RS+ Daaden) wertete die Zusammenarbeit im Netzwerk als großen Vorteil. Nicht verschließen wollte sich Kurtscheidt der Möglichkeit der „wechselseitigen Hospitation, die wir gerne ermöglichen wollen“. Dass mit Verwirklichung verschiedener Neuerungen Lehrpläne angepasst werden müssten, sah Kurtscheidt nicht. Aber: Der schuleigene Arbeitsplan werde mittelfristig geändert werden müssen. Das solle, so Kurtscheidt, gemeinsam mit Eltern entwickelt werden.

Das ist „Schule der Zukunft“
Die Initiative versteht sich, so die eigene Homepage, ausdrücklich als Bottom-up-Bewegung (Wirkung von der Basis aus), als ein auf mehrere Jahre angelegter Schulentwicklungsprozess, der aus den Schulen selber kommt und durch das Ministerium für Bildung, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion und das Pädagogische Landesinstitut begleitet wird. Die teilnehmenden Schulen erwartet ein breites Angebot auf verschiedenen Ebenen, angefangen von digitalen Mikrofortbildungen über Begleitung in der Prozessentwicklung bis hin zu exklusiven Fortbildungsmaßnahmen, die die Schulen ganz konkret bei ihren Vorhaben unterstützen. Die Initiative „Schule der Zukunft" gestaltet und begleitet den Prozess der Transformation mit unterschiedlichsten Formaten. Auf beiden Ebenen der Initiative haben seit dem initialen Zukunftskongress zahlreiche Veranstaltungen in unterschiedlichen Formaten stattgefunden, die Bildungsakteure ganz unterschiedlicher Regionen und Themenbereiche zusammengebracht haben. (vh)


Lokales: Altenkirchen & Umgebung
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