Pressemitteilung vom 05.04.2025
Frühe Rückkehr der Störche nach Rheinland-Pfalz - Nahrungsmangel möglich
Die Störche sind in diesem Jahr früher als üblich aus ihren Überwinterungsgebieten zurückgekehrt und haben die Nester in Rheinland-Pfalz zum großen Teil bereits gefüllt. Diese ungewöhnliche Entwicklung könnte mit den Wetterverhältnissen in Spanien oder Portugal zusammenhängen.

Region. Ungewöhnlicher Saisonbeginn bei den Störchen: "In diesem Jahr sind viele Tiere früher zurück als in den vergangenen Jahren", sagte Jessica Lehmann vom Storchenzentrum Rheinland-Pfalz in Bornheim (Südpfalz). Auch die Erstbrüter seien zeitiger als sonst in Rheinland-Pfalz eingeflogen. Seit Anfang März werde in Bornheim bereits gebrütet.
"Die Altstörche sind zurück, die meisten Paare haben sich in den Nestern wiedergefunden", sagte Lehmann der Deutschen Presse-Agentur. Im Kreis Birkenfeld, in Bad Kreuznach und in der Region Rheinhessen seien bereits alle Nester belegt. Dort sei mit einem Zuwachs zu rechnen.
Besonders auffällig sei, dass an einigen Orten eingesessene Storchenpaare fehlen, da ältere Störche nicht aus dem Winterquartier zurückgekehrt sind. Dies könnte die Zahl der Storchenhorste stagnieren lassen oder sogar rückläufig machen. Durch den Nachzug der Erstbrüter könne sich die Lage aber auch wieder verbessern.
Storchenbestand galt vor 30 Jahren als erloschen
Störche werden in der Regel mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif und suchen sich dann ein ansprechendes Plätzchen für ihr Nest. "Dabei kommt es häufiger zu Interessenkonflikten, wenn ein Jungstorch ein Auge auf das Nest eines Altstorches geworfen hat", erklärte Lehmann, "Blutige und aggressive Kämpfe sind keine Seltenheit."
Bei neuen Nestern seien die Storchenbeobachter auf interessierte Menschen angewiesen. "Nicht immer wissen die örtlichen Storchenbetreuer, wo gerade ein Nest entsteht. Wir freuen uns über Meldungen aus der Bevölkerung", so Lehmann.
Der Storchenbestand in Rheinland-Pfalz galt von 1974 bis 1996 als erloschen. 1997 startete ein Wiederansiedlungsprojekt. Träger des Zentrums in der regionalen "Storchen-Hauptstadt" Bornheim ist die vor mehr als 20 Jahren ins Leben gerufene "Aktion PfalzStorch", die eine zentrale Rolle bei der Wiederansiedlung der Klapperschnäbel spielt.
Nahrungsmangel für Vögel
Da der Storch ein Wildtier sei, bleibe die Entwicklung spannend und könne nur bis zu einem gewissen Grad geschätzt werden, betonte die Storchenzentrum-Leiterin. "Dies haben wir im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz sehr deutlich erlebt, als viele Jungstörche aufgrund der langen Regenperiode umkamen."
Was das bisher sehr trockene Frühjahr bedeute, bleibe abzuwarten. "Würde es so trocken bleiben, kann es zu einem eventuellen Nahrungsmangel für die Jungstörche kommen", erklärte Lehmann. "Dies würde nicht nur den Storch betreffen. Viele andere Vogelarten haben überschneidende Futteransprüche."
(dpa/bearbeitet durch Red)
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