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Nachricht vom 16.07.2008    

Gentechnik beunruhigt die Imker

Von der Qualität der heimischen Honigprodukte überzeugte sich jetzt der SPD-Landtagsabgeordnete Thorsten Wehner bei einem Informationsaustausch mit dem Vorstand des Kreisimkerverbandes. Wehner versprach, sich um die die Sorgen der Imker zu kümmern.

wehner besuchte imker

Dickendorf/Kreis Altenkirchen. Zu einem Informationsaustausch traf sich jetzt der Landtagsabgeordnete Thorsten Wehner mit dem Vorstand des Kreis-Imkerverbandes Altenkirchen. Hobbyimker Konrad Schuhenn zeigte dem Abgeordneten seine Bienenstöcke und Zuchtanlagen für Königinnen in Dickendorf. Wehner nutzte die Gelegenheit, sich über die Sorgen und Nöte der heimischen Imker und die drohenden Konsequenzen durch die Gentechnik in der Landwirtschaft zu informieren. "Bienen unterscheiden nicht zwischen konventionellem und genmanipuliertem Raps oder Mais", verdeutlichte Konrad Schuhenn. "Somit können wir leider nicht die Garantie zu einem gentechnikfreien Produkt geben. Zudem ist es schwer, an eine Übersicht über die Gentechnikfelder heranzukommen", betonte Herbert Zöller, 2. Vorsitzender im Kreisimkerverband.
Sorgenfalten bereiten den Imkern die Gefahren, welche den Bienen durch den Befall mit Varroa-Milben droht, aber auch die Hürden der Bürokratie. So sieht eine Richtlinie der EU zukünftig eine sehr feine Filterung der Pollen aus dem Nektar vor. Die Imker fürchten hier den Verlust des Herkunftsnachweises und dadurch eine Qualitätsverminderung ihres hochwertigen Produktes.
Vorsitzender Walter Berndt aus Daaden betonte im Gespräch den weltweit höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Honig in Deutschland (ca. 1,4 kg isst jeder Bundesbürger pro Jahr). "Dadurch ist aber auch der Importdruck sehr hoch", so Berndt. Deshalb müsse immer wieder auf die gute Qualität deutschen Honigs hingewiesen werden. Die jährlich durch die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz organisierten Prämierungen seien dafür beispielsweise ein gutes Mittel, bei denen auch die Imker im Kreis schon Erfolge erzielen konnten.
"Bienen erfordern viel Disziplin und Geduld. Daher ist es auch nicht leicht, junge Menschen für die Bienenzucht und Imkerei zu begeistern", erklärte Walter Berndt. Im Kreisimkerverband sind heute 209 Mitglieder registriert mit insgesamt 1181 Bienenvölkern. Das Durchschnittsalter der Imker liegt aber bei etwa 60 Jahren. Dennoch unterstützt und fördert der Kreisimkerverband jeden Interessierten beim Start zur Bienenhaltung. Anfängerlehrgänge werden regelmäßig angeboten, um Grundwissen der Imkerei zu erlernen. In einem weiteren Schritt kann der Interessierte in der Regel bei einem erfahrenen Imker unter dessen fachlicher Anleitung bereits sein eigenes Bienenvolk bearbeiten und den "süßen Lohn" ernten. Zudem bieten die Imker immer wieder gerne auch Anschauungsunterricht für Schulklassen an.
"Imkerinnen und Imker leisten weit mehr für die Gesellschaft und die Natur als nur Honig zu produzieren. Ohne die Bestäubungsleistung der Honigbiene wären die Erträge landwirtschaftlicher Kulturpflanzen besonders in den Obst- und Gartenbauregionen gefährdet. Darüber hinaus trägt die Bestäubung zahlreicher Wildpflanzen und Wildsträucher zur Erhaltung der Artenvielfalt bei", betonte Wehner. Der SPD-Politiker, der auch Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und Weinbau des rheinland-pfälzischen Landtags ist, nahm die Sorgen der Imker entgegen und versprach, sich für ihre Belange einzusetzen.
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Foto: Sie überzeugten sich von der Qualität der heimischen Honigproduktion (von links): Imker Konrad Schuhenn, MdL Thorsten Wehner, Walter Berndt (Vorsitzender Kreisimkerverband).



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