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Nachricht vom 26.11.2014    

Von Innovationen, Investitionen und Illusionen

Hochkaräter aus Politik und Wirtschaft erlebten rund 50 heimische Unternehmer, die der Einladung der Westerwald Bank zur Teilnahme am diesjährigen Wirtschaftstag der Volks- und Raiffeisenbanken gefolgt waren. Zu den Rednern zählten Sigmar Gabriel, Martin Schulz, Roland Koch und Tom Enders.

Tom Enders, Airbus-CEO mit Westerwälder Wurzeln, zählte zu den Top-Referenten des Wirtschaftstages. (Fotos: Genossenschaftsverband e.V.)

Westerwald/Frankfurt. Das hat Tradition bei der Westerwald Bank: In jedem Jahr im November geht es per Bus mit rund 50 Unternehmern aus der Region zum Wirtschaftstag der Volks- und Raiffeisenbanken nach Frankfurt am Main. Auch in diesem Jahr erwartete die Besucher aus dem Westerwald wie insgesamt rund 2.500 Mittelständler ein hochkarätiges Programm. „Der Wirtschaftstag ermöglicht uns, mit einer ganzen Reihe unserer mittelständischen Kunden im Gespräch zu bleiben und mit ihnen gemeinsam Top-Referenten aus Wirtschaft und Politik zu verfolgen, die auch über den Tellerrand hinausblicken“, so Wilhelm Höser, Vorstandssprecher der Westerwald Bank, der die heimischen Unternehmer gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Markus Kurtseifer begleitete. Unter anderem zählten Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, Hessens ehemaliger Ministerpräsident Roland Koch und Tom Enders, Airbus-Chef mit Westerwälder Wurzeln, zu den Referenten.

Gabriel unterstrich in der Jahrhunderthalle, Investitionen in Europa und den Euro seien nicht reiner Altruismus, sondern Investitionen in die Zukunft Deutschlands. „Wir sind die wirtschaftlichen Gewinner Europas“, sagte Gabriel an die Adresse der Euro-Kritiker. Zur Energiewende warnte er vor der Illusion, Deutschland könne gleichzeitig aus der Kernkraft und der Kohle aussteigen. Wichtig seien nämlich Versorgungssicherheit und akzeptable Preise. In seinen „Denkanstößen“ kritisierte Martin Schulz den britischen Premierminister Cameron als „Staatsschauspieler“, der in Brüssel stets mit Blick auf das heimische Publikum auftrete. Damit führe der Regierungschef sein Land aus der EU. Die Stärke Europas sei aber seine Einheit und nicht die Zwietracht. Die Krise habe die EU auseinandergetrieben. Tom Enders hatte unterdessen in der EU einen „neuen Geist“ ausgemacht. Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit habe jetzt einen höheren Stellenwert als früher. „Ich bin noch nie so optimistisch aus Brüssel zurückgekehrt“, sagte Enders. Ein wichtiges Thema bleibe die Reduzierung von Fluglärm und Emissionen. „Grünes Fliegen“ erfordere allerdings radikales neues Denken. Innovationen seien ohne Risiken nicht möglich. Roland Koch schließlich machte deutlich, die Parteiprogramme würden von den Bürgern mehr und mehr danach beurteilt, welche Gefahren sie für die Wähler bergen. Seine Diagnose war „eine Flucht vor Veränderungen“ in Deutschland, obwohl das Land „gigantische Chancen“ habe, wenn es bereit sei, diese Veränderungen anzunehmen.



Die dynamische Digitalisierung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche nahm die Vorsitzende der Geschäftsführung von IBM Deutschland, Martina Koederitz, unter die Lupe. Digitalisierung komme einem Tsunami gleich. „Die Frage ist, ob wir diesen Tsunami wie eine Schnecke reiten oder wie einen Hengst“. Die sogenannte Industrie 4.0 bezeichnete Koederitz als besondere Chance für Deutschland. Zu Beginn des Wirtschaftstags hatte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, den aktuellen Streik der Lokführer scharf kritisiert. Das Verhalten der GDL und ihres Vorsitzenden Claus Weselsky sei „fern jeder Verantwortung“ und unangemessen. Der DGB-Chef plädierte nachdrücklich für das Prinzip „Ein Betrieb - ein Tarifvertrag“.


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