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Nachricht vom 13.05.2015    

Jugend soll den Friedensgedanken Europas weitertragen

Alles andere als Politik verdrossen: Zum Stichwort „Europatag“ fanden sich die zehnten Klassen der Realschule plus in der Aula der Realschule Altenkirchen zu einer projektbezogenen Veranstaltung zusammen. 70 Jahre nach Kriegsende hatten Schülerinnen und Schüler zum Thema gearbeitet und die aktuelle Situation in Europa analysiert.

Die Jugend der Altenkirchener Realschule plus zeigte sich alles andere als Politik verdrossen und hatte sich engagiert mit dem Thema Europa und dem allzu brüchigen Frieden auseinandergesetzt. Fotos: Katrin Bosch

Altenkirchen. Am Dienstagvormittag, 12. Mai, begegneten sich rund 200 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen der Realschule plus in der Altenkirchener Aula, um gemeinsam über den Gedanken Europas zu diskutieren und aktuelle politische Brennpunkte mit Projekten zu analysieren und Lösungsvorschläge zu finden. Begleitet wurden die Schüler vom Initiator des Tages, Axel Karger, Philip Schlicht von der evangelischen Landjugendakademie sowie von Bürgermeister Heijo Höfer.

Mit einer gelungenen musikalischen Einleitung am Klavier stellte dann die Klasse 10/6 ihr erarbeitetes Planspiel vor, in dem es vor allem darum ging, einen Lösungsvorschlag für das vorherrschende Flüchtlingsproblem zu erarbeiten. Die einzelnen Schüler schlüpften in die Rollen der EU-Mitgliedstaaten und erörterten die jeweils aktuelle politische Flüchtlingssituation. Der Tenor um eine bessere und homogene Aufteilung der Flüchtlinge auf die EU-Länder durch die EU-Kommission sowie die Einrichtung eines internationalen Fonds zur Flüchtlingshilfe wurden nicht nur von den Schülern begrüßt, auch Bürgermeister Heijo Höfer gab begeisterten Zuspruch zu den vorgestellten Lösungsansätzen.

Mit einer kommunalpolitischen Perspektive gab der Bürgermeister dann einen Einblick in die Arbeit der EU-Kommission in Brüssel und betonte, dass wir nach wie vor die EU mehr denn je brauchen um den eigentlichen wahren Wertgedanken von Frieden aufrecht zu erhalten. Immer mehr weisen die einzelnen Länder Verantwortung von sich, da sie sich den Belastungen fern halten wollen. Ein egoistisches Verhalten, das so nicht mehr zu akzeptieren sei, betonte Höfer. Die Jugend habe nun die Aufgabe diesen einzigartigen Gedanken des Friedens, der bereits über 60 Jahre erhalten wurde, auch weiterzutragen. Daher seien solche Veranstaltungen wie diese von großer Wichtigkeit.

Eine Diskussionsrunde mit den Schülern im Anschluss zeigte, wie sehr sich, trotz behafteter Vorurteile, die Jugend durchaus für Politik interessiert und sich auch bewusst mit aktuellen Problematiken auseinandersetzt - versucht zu verstehen und sich zu integrieren.

Besonders offene Fragen über die EU-Abschiebungspolitik, das Debakel um die Griechenland-Pleite, den Ukraine-Konflikt sowie die Konsequenzen für Großbritannien im Falle einer EU-Abspaltung waren von großem Interesse. Höfer sprach ebenso über die in Deutschland immer größer werdende Entsolidarisierung gegenüber der Asylpolitik und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen. „Wir müssen einen Weg finden, dass Menschen denen es in ihrer Heimat schlecht geht, die Möglichkeit haben durch ein faires Auswahlverfahren zu uns zu kommen ohne Asyl beantragen zu müssen. Dafür benötigen wir ein neues Einwanderungsgesetz zur legalen Einreise. Aber als aller erstes müssen wir akzeptieren, dass wir ein Einwanderungsland sind.“



Einen denkwürdigen Abschluss dieser gelungenen Veranstaltung machte eine Gruppe von Schülerinnen und Schüler, die sich mit einer Projektvorstellung zum Thema „Was bedeutet Frieden“ kreativ auseinandersetzten und eigene Gedichte sowie Tagebuchaufzeichnungen eines Kriegssoldaten vortrugen. Besonders passend zitiert wurde auch hier Altkanzler Helmut Kohl, der einmal sagte: „Die Einheit Europas bleibt eine Frage von Krieg oder Frieden“.

Leitender Pädagoge Axel Karger gab sich am Ende ebenfalls begeistert und zuversichtlich. Die Jugend sei keineswegs desinteressiert an Politik. Sie finde vielleicht andere Wege ihre Stimme zu äußern, vor allem über die sozialen Netzwerke im Internet, aber dies gilt es nicht zu unterschätzen. Der gemeinsame Gedanke etwas bewegen zu können sei da. Hier ist die richtige Kommunikation nach außen hin entscheidend. (Katrin Bosch)



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