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Nachricht vom 29.11.2015    

Für Internetsicherheit sensibilisiert

Der unreflektierte Umgang mit neuen Medien, zu wenig Augenmerk auf Sicherheitssoftware, Leichtsinn mit Blick auf Cyberkriminalität: Der Kriminologe und Polizeiwissenschaftler Markus Wortmann machte bei den Weyerbuscher Gesprächen deutlich, wie schnell man digitalen Bauernfängern auf den Leim gehen kann und wie leichtsinnig viele Menschen Daten und Fotos preisgeben.

Markus Wortmann (links) vom Verein „Sicheres Netz Hilft e.V.“ referierte bei den Weyerbuscher Gesprächen der Westerwald Bank. (Foto: Veranstalter)

Weyerbusch/Region. Friedrich Wilhelm Raiffeisen galt zu seiner Zeit als modern. Westerwald Bank-Vorstand Dr. Ralf Kölbach zeigte sich anlässlich der 12. Weyerbuscher Gespräche überzeugt: „Heute hätte auch er ein Smartphone.“ Auch er würde das Internet nutzen, so wie Millionen von Deutschen. Weltweit kommen täglich rund 600.000 neue Nutzer hinzu - oder sieben pro Sekunde. Allerdings machen sich längst nicht alle Gedanken über die Sicherheit im Web, über Risiken und Möglichkeiten, ihnen entgegen zu wirken. Darüber sprach Markus Wortmann in Weyerbusch. Er ist Kriminologe, Polizeiwissenschaftler und unter anderem Vorsitzender des Vereins „Sicheres Netz Hilft e.V.“ Sein Thema: „Sicherheit im größten Netzwerk der Welt“.

Sieben neue Internetnutzer pro Sekunde

Auch Wortmann nahm Bezug zum Genossenschaftsgründer: „Wir wollen uns die guten alten Zeiten nicht zurück wünschen. Unsere Zeit ist ebenso gut, ja besser“, so das Raiffeisen-Zitat. Keine Frage, die Gegenwart biete technische Möglichkeiten wie nie zuvor. Allerdings, so Wortmann: „Viele Menschen nutzen neue Medien sehr unreflektiert. Sie schätzen die tollen Möglichkeiten, mobil, komfortabel und schnell Kontakt mit Freunden und der Familie zu halten, Fotos und Videos zu teilen, Informationen zu beschaffen, im Netz einzukaufen und dergleichen mehr – sichern ihre Aktionen aber viel zu selten ab. Dadurch setzen sie sich Gefahren aus, die in der Regel durch ein bisschen mehr Achtsamkeit vermeidbar wären.“ Sein Rat, auch um Spam-Attacken zu vermeiden: „Erst denken, dann klicken!“ Wer beispielsweise habe jemals die Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Facebook, Twitter oder dem gängigen Messenger-Dienst WhatsApp - der wiederum zum Facebook-Imperium gehört - gelesen, wer mache sich wirklich Gedanken darüber, wo insbesondere Fotos, insbesondere Kinderbilder, landen? „Der Schlüssel zu mehr Sicherheit im Netz bei jedem Einzelnen liegt darin, dass er über Nutzen und Gefahren der Cyberwelt Bescheid weiß. Je aufgeklärter und kompetenter ein Anwender ist, desto besser kann er Risiken einschätzen und minimieren“, so Wortmann. Das bedeute, dass sich jeder Nutzer fragen sollte: Was passiert mit meinen Daten, wenn ich sie im Internet poste? Wer darf sie wofür nutzen? Will ich das zulassen? Wer darüber informiert sei, was mit seinen Daten passieren könne, werde sich automatisch besser schützen.



Hacker-Angriff auf den Bundestag

Nicht vorhandene Medienkompetenz und Mangel an Internetsicherheit führe nicht selten zu Imageschäden, aber durchaus auch zu finanziellen Folgen. Im unternehmerischen Bereich beispielsweise gelte: „Alle Schutzmaßnahmen und die damit verbundenen Investitionen sind wertlos, wenn Mitarbeiter und Führungskräfte nicht risikobewusst, vorbildlich und verantwortungsvoll handeln.“ Ausdrücklich lobte er die gemäß den Sicherheitsempfehlungen gestaltete Internetseite der Westerwald Bank. Wortmann skizzierte auch mögliche Schäden durch so genannte Hacker-Angriffe. Prominentes Opfer im Frühjahr 2015: der Deutsche Bundestag. Bis heute gebe es keine umfassenden Kenntnisse darüber, welche Daten tatsächlich entwendet wurden. Die fast peinliche Fußnote: Im Parlament waren damals noch rund 5.000 Rechner mit veraltetem Betriebssystem, für das es keine Aktualisierungen mehr gab, im Einsatz.

Die Deutsche Telekom zähle derzeit täglich bis zu einer Million Angriffe - bei einer vermutet hohen Dunkelziffer. „Potenziell ist jeder Nutzer von IT-Kriminalität bedroht.“ Hierfür will Wortmann sensibilisieren. Er rät zum Einsatz von Firewalls, geprüften Virenschützern und stets aktueller Betriebssoftware. Auch das WLAN-Netz müsse man schützen. Außerdem solle man nur Programme aus seriöser Quelle installieren, regelmäßig Passwörter ändern und mit der Preisgabe persönlicher Daten größte Zurückhaltung üben. (Andreas Schultheis)


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