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Nachricht vom 13.05.2016    

Ausstellung mit historischen Fotos eröffnet

Über 100 historische Fotos können bis zum 8. Juli im Gebhardshainer Rathaus besichtigt werden. Zur feierlichen Eröffnung blickten Max Reifenhäuser und Bürgermeister Konrad Schwan zurück in die Zeit, als diese Fotos entstanden. Die Ausstellung anlässlich 200 Jahre Bürgermeisteramt Gebhardshain zeigt in beeindruckender Weise die Entwicklung des Gebhardshainer Landes.

Max Reifenhäuser und Bürgermeister Konrad Schwan eröffneten die Ausstellung.
Fotos: Linda Weitz

Gebhardshain. Eine wahrlich nicht alltägliche Ausstellung eröffnete Bürgermeister Konrad Schwan im Gebhardshainer Rathaus. Mehr als 100 Fotos über die Arbeitswelt sind ab sofort zu sehen, liebevoll zusammengestellt von den Gebhardshainer Heimatfreunden unter der Leitung von Max Reifenhäuser.

Rund 80 der ausgestellten Fotos sind beschriftet und identifiziert. Auf rund 20 Fotos sind jedoch Personen zu sehen, deren Identität noch unbekannt ist. Hier bittet Max Reifenhäuser auch in den nächsten Wochen um die Unterstützung der Bevölkerung in der Verbandsgemeinde. Insgesamt verfügt der Verein über mehr als 600 Aufnahmen, von denen aber erst die Hälfte identifiziert ist.

Begleitet wurde die Ausstellungeröffnung von der Zither- und Gitarrengruppe Dickendorf-Steinebach. Mit traditionellen Texten wie „Ich bin ein Westerwälder Kind“, „Goldene Heimat – ihr gehöre ich mit Herz und Hand“ oder „Hui Wäller – Allemol“ sorgten sie für stimmungsvolle Unterhaltung, passend zu den Bildern aus den Heimatgemeinden.

Bürgermeister Konrad Schwan ging in seiner Ansprache auf die Vergangenheit ein: „Wir können garnicht genug schätzen, dass wir jetzt seit so vielen Jahren in Frieden leben dürfen.“ Dass die lokale Geschichte immer auch von der Weltgeschichte abhängig ist, zeigte sich auch im anschließenden Vortrag von Konrad Schwan. „Als die Bürgermeisterei hier entstand, haben die Menschen um das nackte Überleben gekämpft“, schilderte er. Wo zu Anfang noch wenige Menschen lebten, ist heute die 12.000-Einwohnergrenze in greifbarer Nähe. Die Bewohner früher waren abhängig von der eigenen Landwirtschaft, die Bevölkerung wuchs nur langsam. Lediglich das Siegtal erlebte einen Aufschwung, auch aufgrund der Industrialisierung sowie der guten Anbindung an die Großstädte durch die neu erbaute Eisenbahnstrecke. Das Gebhardshainer Land hingegen wurde von der Entwicklung erst einmal weitestgehend abgehängt.

An das Grubenunglück in der Grube Bindweide im Jahr 1872 erinnerte Konrad Schwan ebenso wie an den Verkauf der Grube und die damit verbundene Erhöhung der Fördermenge. Der älteste Verein, die Bindweider Bergkapelle, hat ebenso noch heute Bestand wie die 1913 erstmals tätige Westerwaldbahn. Zwei Bombenangriffe trafen das Gebhardshainer Land, berichtete Konrad Schwan weiter.



Nach dem kurzen Abriss der Geschichte blickte Konrad Schwan noch auf die Entwicklung der Bevölkerung zurück. Nach wie vor sind die Katholiken in der Mehrzahl, wenn auch in deutlich gesunkener Anzahl. Die Bewohner sind stark gewerkschaftlich organisiert – ein Trend, der sich ebenfalls von früher durchgesetzt hat.

„Ich würde mir wünschen, dass die Identität des Gebhardshainer Landes erhalten wird. Denn sie hat Bestand und ist nicht von heute auf morgen weg – auch wenn wir in eine andere Verbandsgemeinde integriert werden“, so Konrad Schwans abschließender Wunsch.

Anschließend sprach Max Reifenhäuser zu den Interessierten. Er schilderte den Weg des Fotografen über die einzelnen Dörfer sowie sein Handwerkszeug. Gerade im Vergleich zur heutigen Ausrüstung wurde deutlich, wie umfangreich und schwer damals die fotografischen Utensilien waren.

Er blickte zurück auf die Zeiten, in denen die Fotos entstanden waren. Im Jahr 1928 waren die meisten Einwohner im Bergbau oder als Basaltarbeiter beschäftigt. Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 brachen auch im Westerwald die Arbeitsplätze weg – nach den Basaltbrüchen auch die Grube Bindweide im Jahr 1931.

In diesem Zeitraum musste auf jeglichen Luxus verzichtet werden, sodass der Fotograf seine Glasnegative in der Gastwirtschaft Marner in Nauroth zurückließ. Alois Brenner nahm diese an sich und fertigte Repros davon. Nach seinem Tod übergab Hildegard Leukel die Glasnegative an Franz Josef Becker, der sie sicher aufbewahrte. Im Januar 2012 übernahmen die Gebhardshainer Heimatfreunde die Fotos. In Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeindeverwaltung und dem Kreismedienzentrum wurde der Bestand gesichert und vom Fotogeschäft Kinkel in Niederfischbach fachgerecht digitalisiert. Fortan werden sie im Kreisarchiv sicher aufbewahrt.

Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung schwelgten die Gäste in Erinnerungen. Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Juli während der üblichen Öffnungszeiten im Rathaus zu sehen. (daz)


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