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Nachricht vom 03.06.2016    

Deutschlands Rolle in Europa: Bundestagspräsident spricht in Altenkirchen

Der Präsident des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert war zu Gast in Altenkirchen. Er zeigte in seinem Vortrag auf, wie die Europäische Union durch die Geschichte beeinflusst wurde und welche bedeutende Rolle Deutschland dabei hat. Anlass war das 200-jährige Jubiläum des Landkreises. Das Publikum war beeindruckt.

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert zu Gast in Altenkirchen. Foto: Julia Heinz

Altenkirchen. Das Marienthaler Forum lud den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert am Freitagabend, 3. Juni in den großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung in Altenkirchen ein. Anlass war das 200-jährige Jubiläum des Kreises Altenkirchen. Thema war „Vom Wiener Kongress zur Berliner Republik- Deutschlands Rolle in Europa“.

Ulrich Schmalz eröffnete die Veranstaltung mit der Vorstellung „des zweiten Mannes des Staates“. Lammert fing seinen Vortrag mit einem kurzen geschichtlichen Umriss Europas an. Er begann zwei Jahre vor der Gründung des Landkreises Altenkirchen mit dem Wiener Kongress und arbeitete sich über die beiden Weltkriege bis zu den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vor. Dabei stellte er heraus, dass die Geschichte eventuell nicht so verlaufen wäre, wenn die Europäische Union mittels einer Verteidigungsgemeinschaft seine Anfänge gefunden hätte und nicht mit der Wirtschaftsgemeinschaft.

Die heutigen Herausforderungen stellen die Informations- und Mobilitätstechnologien dar. Wissen ist überall und immer verfügbar und jeder Platz auf der Erde ist in weniger als 24 Stunden zu erreichen. Zudem sei diese Entwicklung irreversibel. „Hinter den Punkt können wir nie wieder zurück.“, betonte Lammert. Die Europäische Union ist daher, nach seiner Meinung, „der modernste und intelligenteste Versuch“ darauf zu antworten. Zwar würde sich manchmal eher mühsam geeinigt innerhalb der EU, aber über Verträge funktioniert es bisher zufriedenstellend.

Gleichzeitig haben die Länder jedoch auch aufgrund der Globalisierung, des technischen Fortschritts und der EU ihre Souveränität verloren, die sie vorher hunderte von Jahren besaßen und die der Kern eines jeden Landes war. Lediglich Deutschland hatte keine großen Schwierigkeiten wegen des Souveränitätsverlusts. Schließlich ist es noch eine junge Bundesrepublik und besaß daher auch kaum Souveränität bis zur Gründung der EU. Dabei werden immer mehr Aufgaben an eine Gemeinschaft übertragen, die kein Staat ist, aber sich für die Bewältigung dieser so verhalten muss.

Die Begeisterung der Mitgliedsländer nahm mit den Jahren aufgrund der Souveränitätsverluste immer weiter ab, während die Begeisterung von Nicht-Mitgliedstaaten konstant geblieben ist. Diese wollen immer noch unbedingt Bestandteil der EU werden. Die Vorzüge überwiegen schließlich oft den Souveränitätsverlust. Somit herrscht eine große Unzufriedenheit, bemerkte Lammert. Zum einen bei denjenigen, die zur Europäischen Union gehören und zum anderen bei denen, die auf eine Mitgliedschaft warten müssen.



Nun spielt Deutschland darüber hinaus eine dominierende Rolle in der Europäischen Union. Damit befindet es sich in einer Rolle, in der es der Rest der Welt eigentlich nicht mehr sehen wollte und Deutschland sich selbst auch nicht mehr. Dennoch, unabhängig von welcher Seite man es betrachtet, Deutschland profitiert am meisten von der EU. Zudem ist es das größte Land, befindet sich in der Mitte Europas und hat einen großen wirtschaftlichen Vorsprung zu den anderen Ländern. „Wer sonst soll einen besonderen Beitrag leisten?“, fragt Lammert rhetorisch.
Andere EU-Länder seien ebenfalls der Meinung, meint Lammert. Als Beispiel nannte er den polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski. Dieser sagte in einer Rede sinngemäß, dass ihn es nicht beunruhige, dass Deutschland eine solche Stellung besäße, sondern, wenn diese nicht wahrgenommen würde.

Deutschland hat demnach eine besondere Verantwortung. Wem dies zu „ungemütlich“ sei, sagte Lammert am Schluss seines Vortrags, der sollte sich nochmal bewusst machen, dass die Deutschen noch nie unter besseren Verhältnissen lebten wie heutzutage.

Das Publikum drückte seine Bewunderung zum Vortrag über einen langanhaltenden und intensiven Applaus aus. Landrat Michael Lieber übergab Lammert anschließend den Katalog zur Ausstellung „Westerwald im Spiegel der Zeit“. Zudem bedankte er sich bei Ulrich Schmalz für sein Engagement und, dass er immer so interessante und hochkarätige Gäste nach Altenkirchen einlädt. (jkh)


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