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Nachricht vom 03.03.2009    

Labskaus und Reminiszensen zum 100.

Ihr 100-jähriges Bestehen feierte jetzt die Marinekameradschaft "Admiral Reuter Altenkirchen". Zahlreiche Gäste, darunter Landrat Michael Lieber, waren zum Festakt erschienen.

günter richter

Altenkirchen. Generalstabsmäßig hatten die Mitglieder der Marinekameradschaft „Admiral Reuter" Altenkirchen/Westerwald unter dem Vorsitz von Hans-Dieter Greulich die Feier zum 100- jährigen Bestehen der Vereinigung geplant. Das aber hieß nicht, dass hier der militärische Ton den Takt angab. Außer dass es zwischendurch, wenn die Unterhaltungen bei Vorträgen nicht enden wollten, kurz und knapp "Ruhe im Schiff" hieß, verlief der Tag im Hotel "Haus Hubertus" locker und sehr abwechslungsreich. Musikalisch eingeleitet wurde die Feier vom aus Funk und Fernsehen bekannten Musiker, Trompeter Dirk Schiefen aus Altenkirchen. Vorsitzender Greulich begrüßte unter den Gästen auch Landrat Michael Lieber, Bürgermeister Heijo Höfer, Schirmherr Günter Richter, den ehemaligen Landrat Dr. Alfred Beth, den Vorstands-Vorsitzenden der Sparkasse Altenkirchen, Dr. Andreas Reingen, das Vorstandsmitglied der Westerwal Bank, Paul-Josef Schmidt, den Bezirksdirektor der LBS Rheinland-Pfalz Manfred Schmidt, vom Deutschen Marinebund den Landesverbandsleiter Nord-Rhein, Christian Bauer, den Ehrenvorsitzenden des Bezirks-Schützenverbandes Rheinland-Pfalz, Günter Spahr, den Vorsitzenden der Seniorenhilfe AK, Franz Weiss, den Marktmanager des toom-Marktes, Rüdiger Schneider und den 1. Beigeordneten der Stadt Altenkirchen, Herbert Röttgen. In seiner Begrüßungsrede dankte der Vorsitzende all denen, die zum Gelingen der Feier in irgendeiner Weise beigetragen hatten, aber auch für die Unterstützung in den zurückliegenden Jahren. Abgeschlossen wurde die folgende, feierliche Totenehrung Ehrung mit dem Stück "Ich hatt' einen Kameraden", das Dirk Schiefen auf der Trompete spielte.
Schirmherr Günter Richter gab in seiner Laudatio einen Rück- und Überblick über die Geschichte der 100 Jahre Marinekameradschaft "Admiral von Reuter". Zu Beginn des Jahres 1909, am 17. Januar, wurde der Verein von 18 Mitgliedern gegründet. 60 Jahre zuvor, 1848, hatte das erste deutsche Parlament den Aufbau einer Reichsflotte beschlossen. Der erste Vorsitzende der MK war Dr. Wübbena und das blieb er 45 Jahre bis 1954. In dieser Zeit habe die MK am 13. Juni 1926 eine Skagerrak-Gedenkfeier unter großer Beteiligung der Bürger gefeiert. 1927 besuchte Generalfeldmarschall von Mackensen Altenkirchen und zur 25-Jahr-Feier besuchte Graf Luckner, Kommandant des Hilfskreuzers "Seeadler" Altenkirchen. Kapitän Lauterbach vom Kreuzer "Emden" besuchte die Kreisstadt 1935. Ein Jahr später entschloss sich die MK, sich den Namen "Admiral von Reuter Altenkirchen" zu geben. Von Reuter wurde berühmt durch die Versenkung der deutschen Flotte vor Scapa Flow. Der Kapitän der Gorch Fock, Rogge, berichtete in Altenkirchen 1937 von den Reisen mit dem Kreuzer "Karlsruhe". Von 1939 bis 1945 ruhte die Vereinstätigkeit. Eine Untersagung der Vereinstätigkeit erfolgte zunächst nach dem Krieg. Am 12. Dezember 1953 gab es aber wieder einen MK Stammtisch mit 21 Kameraden. Offiziell nahm die MK am 9. April 1954 seine Aktivität wieder auf. U-Boot Kommandant Dr. Alfred John wurde jetzt erster Vorsitzender. Dr. John hatte zum Ende des Krieges mit seinem U-Boot Flüchtlinge vor sowjetischen Truppen gerettet. Im Laufe der Jahre bekamen auch die Frauen der Kameraden Zutritt zu den Treffen. Die MK veranstaltete in dieser Zeit jährlich kleine Reisen. 1990 ging es nach Rügen. Dort wurde Kontakt zu NVA-Marineoffizieren aufgenommen, darunter Käpitän zur See Bernd Roßig und Fregattenkapitän a. D. Werner Beyer, ehemals auch Bürgermeister von Altenkirchen auf Rügen. Besonders erwähnte Richter die Ambitionen der beiden Kameraden Erich Müller und Rudolf Schmidt in Sachen Naturschutz. Im März 1994 begrüßte die MK den Sohn von Admiral Reuter, York von Reuter in der Glockenspitze. Im Januar 2000 verstarb Sanitätsrat Dr. Alfred John und sein Nachfolger wurde Oberleutnant zur See a. D. Hans Dieter Greulich.
Richter rief in Erinnerung, wie bitter jeder Krieg, jegliche Art von Kampf sei. So erinnerte er daran, dass in den beiden U-Bootkriegen 5000 Seeleute im Ersten Weltkrieg und über 30.000 im Zweiten Weltkrieg ihr Leben ließen. Zu den heimgekehrten und noch lebenden U-Boot-Kameraden gehören Walter Bartels (Bootsmaat), Karl Buchner (Obergefreiter) Heinz Bund (Bootsmaat), Werner Engelbert (Maat), Hans Dieter Greulich (Oberleutnant zur See), Alfons Orthey (Bootsmaat) und Rudolf Schmidt (Matrose). Richter ging auch kurz auf die moderne Marine ein. Sie sei das, was wohl die Gründerväter im Sinn hatten. Ein besonderes Erlebnis war für einige Gäste der 100-Jahr-Feier das Labskausessen. Gerahmt wurde der Nahmittag nicht nur von Dirk Schiefen auf seiner Trompete und Hans Hammer auf mehreren Mundharmonikas. Es sang auch der MGV (Marine Gesangverein) für diesen Auftritt, außerdem der MGV Altenkirchen unter der Leitung von Sven Hellinghausen. Sie boten ein begeisterndes Medley an Seemannsliedern.
Auch die Ehrengäste und der Vertreter des Landesverbandes, Christian Bauer, fanden anerkennende Worte für die MK "Admiral von Reuter" und ihren Mitgliedern. (wwa)
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Dr. Kai Zimmermann, DMB LV Leiter Christian Bauer, Schirmherr Günter Richter, Vorsitzender Hans – Dieter Greulich und Rudolf Schmidt (von links). Fotos: Wachow


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