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Nachricht vom 01.07.2016    

Kinderschutzdienst: Träger droht das Aus

Sie unterstützen und helfen, wenn Kinder und Jugendliche von Gewalt betroffen sind: Die Mitarbeiter des Kinderschutzdienstes. Nun benötigt der Träger der Einrichtung aber selbst Hilfe. Es geht um nichts weniger als den Fortbestand.

Sie suchen dringen Interessierte für Vorstandsposten beim Träger des Kinderschutzdienstes (von links): Martina Wagner (Vorsitzende), Mark Schneider (kommissarischer Leiter Kreisjugendamt) und Dorothea Baldus (Beirat). Foto: Daniel Pirker

Kirchen/ Kreisgebiet. Bisher sind alle Bemühungen erfolglos geblieben. Die Uhr tickt bedrohlich für den Kinderschutzdienstes im Kreis Altenkirchen, konkret für den Trägerverein „Kinder in Not“. Die 1. stellvertretende Vorsitzende Marlene Eckel wird ihr Amt in diesem Jahr noch niederlegen. Bei Kassiererin Andrea Jung und der Vorsitzenden Martina Wagner wird dies 2017 der Fall sein. Nachfolger? Nicht in Sicht. Der Vorsitzenden Wagner und Beiratsmitglied Dorothea Baldus ist die Dringlichkeit beim Pressegespräch anzumerken – genauso wie die Leidenschaft für den Verein. 2015 kümmerte sich der Kinderschutzdienst um 153 Kinder und Jugendliche, die Gewalt ausgesetzt waren, körperlicher, psychischer oder sexueller. Vier Psychologinnen, Pädagoginnen und Sozialarbeiterinnen sind mit Leib und Seele dabei. Aber was wird 2017 sein?

Das Problem mit dem der 115 Mitglieder zählende Träger kämpft, kennt so gut wie jeder Verein: Es finden sich keine Nachfolger für ehrenamtliche Funktionen. Mit der Auflösung eines Männergesangsverein geht natürlich ein wichtiges Stück Tradition und Kultur verloren. Im Falle von „Kinder in Not“ wäre allerdings der Fortbestand des Schutzdienstes akut bedroht. Ein Träger ist nämlich zwingend vorgeschrieben, wie Mark Schneider, der kommissarische Chef des Kreisjugendamts, im Pressegespräch betont.

Sollte sich der Verein aufgrund des Personalmangels auflösen müssen, müsste man auf andere mögliche Träger zugehen. Im Westerwald-Kreis hat dies zum Beispiel vor längerer Zeit das Rote Kreuz übernommen. Aber: Bei solch größeren Trägern wäre der Kinderschutzdienst nur eine Aufgabe von vielen. Zudem sei eine solche Option nicht im Sinne der Trägervielfalt, weist Schneider hin. Und außerdem: Während der 23 Jahre, die der Verein nun existiert, sind Strukturen und wichtige Kontakte gewachsen. Das Rad muss also nicht neu erfunden werden, wie die Noch-Vorsitzende Wagner betont. Eine mögliche Nachfolgerin müsste sich zudem nicht mit Arbeitsverträgen oder Lohnbuchhaltung herum quälen – hier werde man von der Kreisverwaltung und einem Steuerberatungsbüro unterstützt. Zudem steht der Verein auf sehr soliden wirtschaftlichen Füßen, stellt Schneider klar.



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Selbstverständlich: Führungsqualitäten sollte man durchaus mitbringen für das Amt, sagt Baldus. Allerdings, so Schneider, sei die Aufgabe mit klarem Menschenverstand zu stemmen. Man möchte also meinen, dass Wagner und Baldus sich nicht retten können vor Interessierten. Immerhin kann man sich ein kaum ehrenvolleres Ehrenamt vorstellen, als die Verantwortung für das Wohl von Kindern in Not zu tragen. Von wegen. Das Pressegespräch steht am Ende einer ganzen Werbetour: Kreisausschuss, die Fraktionen der Parteien, Bürgermeisterdienstbesprechungen – nichts hat gefruchtet. Man sei quasi kreuz und quer gegangen, berichtet Baldus.

Und überraschend kommen die Rückzugsankündigungen der Vorstandsmitglieder ebenfalls nicht. Seit zwei Jahren diskutiere man bereits darüber, erzählt Noch-Vorsitzende Wagner. Je länger sich die unsichere Situation in die Länge zieht, desto mehr steigt das Risiko, Mitarbeiter zu verlieren. „Wenn wir bis Ende des Jahres keine Nachfolger finden“, so Baldus, „müssen wir über andere Lösungen nachdenken.“ (ddp)



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