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Nachricht vom 03.07.2016    

„Siegtal pur“ lockte tausende Radler auf die Straßen

Letztes Jahr musste "Siegtal pur" ausfallen, am Sonntag, 3. Juli, radelten nun wieder zahlreiche Fahrradfahrer durch das autofreie Siegtal. Bei der offiziellen Eröffnung betonten die Redner, dass ein solches Event nicht ohne die vielen Helfer zu stemmen sei. Und natürlich nicht ohne finanziellen Aufwand. (AKTUALISIERT)

Nach der offiziellen Eröffnung radelten Vertreter aus Politik und Verwaltung vier Kilometer nach Eiserfeld, um dort in einem Restaurant einzukehren (von links): Bundestagsabgeordneter Willi Brase (SPD), Mudersbachs Bürgermeister Maik Köhler (CDU), Landrat Michael Lieber (CDU), der Landrat von Siegen-Wittgenstein Andreas Müller, Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel (CDU) und die Vizepräsidentin der SGD Nord, Sandra Weeser (FDP). Fotos: Daniel Pirker (9) | Fotos: Peter Blaeser (7)

Mudersbach-Niederschelderhütte. Same procedure as every year? Nicht ganz. „Siegtal pur“, der autofreie erste Juli-Sonntag, ist nicht mehr wegzudenken aus der Region. Allerdings fand das Event, das normalerweise zehntausende Besucher anlockt, letztes Jahr nur in abgespeckter Form statt. Schweren Herzens mussten 2015 die Organisatoren den traditionellen „Fahrrad-Erlebnistag“ auf den Streckenabschnitten im Landkreis Altenkirchen und im Rhein-Sieg-Kreis ausfallen lassen. Grund hierfür waren Baumaßnahmen der Deutschen Bahn auf der Siegtal-Strecke zwischen Hennef und Au. Aber in diesem Jahr hieß es bis 18 Uhr für Radler und Inliner nun wieder „Fahrt frei“ auf der rund 125 Kilometer langen Strecke zwischen Siegburg und Netphen. Und zehntausende Menschen nutzten erneut die Gelegenheit, die Region per Rad oder auf Inlineskates über die Hauptverkehrsadern zu erkunden.

Nicht zu warm, nicht zu kalt und nur zwischendurch etwas Regen – beste Voraussetzungen für eine Fahrradtour. Längst waren viele Bürger auf Drahtseseln unterwegs, als am späten Vormittag „Siegtal pur“ auch offiziell eröffnet wurde von Vertretern aus Politik und Verwaltung. Und letztlich blieb man größtenteils unter sich vor der Erzquell-Brauerei. Die vorbei düsenden Fahrradfahrer wollten ihre Tour offenbar nicht von Grußworten unterbrechen lassen. Davon ließen sich die Redner natürlich nicht irritieren. Allen voran Mudersbachs Ortsbürgermeister Maik Köhler, der auch designierter CDU-Bürgermeister-Kandidat für die Verbandsgemeinde Kirchen ist. Wie die nachfolgenden Redner, Landrat Michal Lieber und der Landrat von Siegen-Wittgenstein, Andreas Müller, sprach Köhler den zahlreichen oft ehrenamtlichen Helfern großen Dank aus. Neben den Vereinen gehören hierzu natürlich das Rote Kreuz, das THW, die Polizei oder das DLRG. Insgesamt sorgten rund 100 Helfer und Einsatzkräfte für Ordnung und Sicherheit. Landrat Müller hob daneben die „wunderbare“ Kooperation zwischen den Landkreisen hervor, die das „autofreie Siegtal“ erst möglich macht.

Kosten dieses Jahr deutlich höher


Landrat Lieber erinnerte daran, dass die Organisatoren dieses Jahr einiges an Mehrarbeit leisten mussten. Dies ist unter anderem einem neuen Sicherheitskonzept geschuldet. Erstmals hatte man zusammen mit den Einsatzkräften und Verwaltungen einen gemeinsamen Notfallplan erarbeitet. Lieber verschwieg auch nicht, dass ein solches Event nicht zum Nulltarif verwirklicht werden kann: „Das kostet etwas.“ Allerdings sei die finanzielle Belastung „erträglich“. Zudem griffen Sponsoren den Veranstaltern hier unter die Arme. Tatsächlich schreibt die Kreisverwaltung in einer späteren Pressemeldung von "deutlich höheren Kosten". Die Begründung für die Mehrausgaben:



Wochenlanger Regen und Hochwasser hätten bei den Vorbereitungen für Schwierigkeiten gesorgt. Trotz der heftigen Gewitter und starken Regenfälle schafften es das THW, eine Baufirma und die Bauhöfe in Wissen und Hamm die für "Siegtal pur" dringend benötigte Tagesbrücke (Siegquerung) sowie drei Bachübergänge noch gerade rechtzeitig zu installieren.

In Pirzenthal und am Holperbach konnten die letzten Bauarbeiten am Radweg erst kurz vor dem Wochenende abgeschlossen werden. Die rund drei Kilometer lange Zuwegung in den Siegauen bei Pirzenthal erfolgte wie zuletzt über einen mit Splitt befestigten Feldweg. Hier bestand in diesem Jahr allerdings ein deutlich höherer Ausbesserungsbedarf, da zum einen "Siegtal pur" im vergangenen Jahr nicht stattgefunden hat und dieser Wegabschnitt stark vom Hochwasser überschwemmt und weggespült wurde.

Durch den deutlich höheren Bedarf an Baumaterial sowie umfangreichere Bauarbeiten rechnet die Kreisverwaltung damit, dass in diesem Jahr die Kosten um einige tausend Euro deutlich höher ausfallen. „Hier mussten wir aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht für die Radler 2016 erneut in den sauren Apfel beißen. Perspektivisch brauchen wir bis zur abschließenden Planung und endgültigen Fertigstellung des Siegradwegs in diesem Abschnitt kostenmäßig und hochwassertechnisch eine bessere Lösung. Sinnvoll ist auf jeden Fall eine wasserundurchlässige Decke, damit der Splitt nicht jedes Jahr aufs Neue vom Hochwasser weggespült wird.", so die Kreisverwaltung in ihrer Meldung. Mit Anliegern und Naturschutzverbänden müsse das Thema für das nächste "Siegtal pur" in 2017 rasch besprochen werden, so der Kreis weiter.

Tag verlief ruhig und ohne größere Probleme

Bleibt die Frage, wie hoch denn die Gesamtkosten des Events ausfallen. Da die Finanzen im Laufe der nächsten Woche erst komplett abgerechnet werden, wird die Kreisverwaltung darüber später noch informieren. Das teilte Berno Neuhoff von der Regionalentwicklung des Kreises Altenkirchen dem Kurier auf Nachfrage mit. Die Ausgaben werden aufgeteilt zwischen den beteiligten Landkreisen, Gemeinden und Sponsoren, ergänzte Neuhoff. Was jetzt bereits sicher ist: Der Tag verlief laut Kreisverwaltung ruhig und ohne größere Probleme. (ddp)



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