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Nachricht vom 16.09.2016    

Bürgerinitiative Hümmerich holt sich Fachanwalt

Die Bürgerinitiative (BI) Hümmerich vertraut nicht allein darauf, dass die Widersprüche gegen die industriellen Windkraftanlagen auf der gleichnamigen Erhebung zwischen Gebhardshain und Mittelhof ausreichen werden, um sie zu verhindern. Deshalb zieht sie juristischen Beistand in Form des Fachanwalts Armin Brauns hinzu, der jetzt den Hümmerich besichtigte.

Sie wollen zur Not gegen die Windräder auf dem Hümmerich juristisch vorgehen (von links): Dr. Ing. Toni Leyendecker, Dieter Glöckner und Uwe Weger von der BI Hümmerich , Fachanwalt Armin Brauns, Länderbeirat der Naturschutzinitiative, Gerhard Bottenberg, der Landesvorsitzende der Naturschutzinitiative, Harry Neumann und Hermi Schmidt, ebenfalls BI Hümmerich. Foto: BI Hümmerich

Mittelhof/Gebhardshain. Unterstützung erhält die Bürgerinitiative auch von der
Naturschutzinitiative e.V. und dem Verein Pollichia. Für die BI und gemeinsam mit den Vereinen will der Rechtsanwalt den Bau der Windräder notfalls auch auf dem Klageweg verhindern.

Armin Brauns, der vom bayerischen Ammersee in den Westerwald gekommen war, genießt bei Umwelt-, Natur- und Landschaftsschützern hohes Ansehen. Schon vielfach hat er es in vermeintlich aussichtlosen Situationen geschafft, den Bau von Windanlagen zu verhindern. Aber als aussichtslos stuft er den Kampf gegen die Anlagen auf dem Hümmerich keinesfalls ein: „Schon das bisherige Verfahren enthält Mängel, die einer gerichtlichen Aufarbeitung würdig sind“, so der Fachanwalt. „Und nachdem, was ich bisher vom Hümmerich gesehen und darüber gehört habe, dürfte es schwierig für den Antragsteller werden, die massiven geplanten Eingriffe in Landschaft und Ökosysteme in Einklang mit der geltenden Rechtsprechung zu bringen“, erklärte er vor Vertretern der BI Hümmerich und der Naturschutzinitiative bei einer gemeinsamen Besprechung im Westerwälder Hof in Gebhardshain.

Zuvor hatte Armin Brauns den Hümmerich aus verschiedenen Blickwinkeln persönlich in Augenschein genommen und sich die geplanten Standorte der rund 212 Meter hohen Anlagen zeigen lassen. „Meiner Erfahrung nach wären die drei geplanten Windräder lediglich ein Anfang. Sie markieren nur die Eckpunkte einer Fläche, in der dann bestimmt noch mehr hinzu geplant würden. Am Ende stünde der ganze Hümmerich voll“, befürchtet der Anwalt.
Den Effekt, den schon die drei jetzt geplanten Windräder hervorrufen würden, beschrieb Armin Brauns als „bedrückend“. Sie wären eine Verschandelung der herrlichen Landschaft, die er mit Allgäu und Schwarzwald verglich: „Der Hümmerich hat eine enorme Fernwirkung.“

Das von Wald und vielen offenen Flächen sowie dem Bachlauf des Elbbach geprägte Bild der Natur erkannte er sofort als typischen Standort für Rotmilan und Schwarzstorch. Dem pflichtete auch Dipl.-Ing. agr. Gerhard Bottenberg, Länder- und Fachbeirat der Naturschutzinitiative, bei. Der anerkannte Spezialist verfügt über tiefgreifendes Wissen zur Verbreitung und auch zur Bedrohung vieler heimischer Vogelarten und sieht die befürchtete Errichtung von Windrädern auf dem Hümmerich als direkten Eingriff in deren Lebensräume. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass unsere Natur und Landschaft unter dem Denkmäntelchen der Energiewende für den Profit einiger weniger leiden müssen!“ Aus diesem Grund werde die Naturschutzinitiative die BI Hümmerich unterstützen, bekräftigte deren Landesvorsitzender Harry Neumann seine Zusage. Gemeinsam mit der befreundeten Pollichia, einem seit 170 Jahren aktiven und anerkannten Naturkunde- und Naturschutzverein, werde man nötigenfalls den Klageweg zur Verhinderung der Windräder beschreiten.



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„Ist es verantwortungsvoll, wenn Graf Hatzfeldt seine Flächen in einem Landschafts- und Vogelschutzgebiet zur Verfügung stellt, damit dort Windindustrieanlagen errichtet werden können? Der Westerwald ist Schwarzstorch- und Rotmilanland, kein Windindustrieland. Wir fordern ihn auf, seine Pläne umgehend aufzugeben“, so Dr. Jürgen Ott, Präsident der Pollichia.

„Aber nicht nur der Landschaftsschutz ist durch diese Windindustrieanlagen gefährdet. Die vier geplanten Windindustrieanlagen sollen sogar innerhalb des Vogelschutzgebietes Westerwald sowie in der Nähe des FFH-Gebiets Sieg errichtet werden. Dieses Ansinnen ist an Skrupellosigkeit kaum mehr zu überbieten, wenn man weiß, dass die Energieeffizienz dieser Industrieanlagen bei nur ca. 14 Prozent liegt“, betont Harry Neumann, Landesvorsitzender der Naturschutzinitiative.

Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich: „Wir freuen uns sehr über die in Aussicht gestellte Unterstützung und auch über den breiten Zuspruch, den wir aus der Bevölkerung erfahren. Wir hoffen, dass die Verbandsgemeinde Wissen diesmal mit den Widersprüchen respektvoller umgeht als vor der Offenlegung. Wer glaubhaft das Wohl der Menschen in der Verbandsgemeinde Wissen im Sinn hat, kann nicht ernsthaft seine Hand für Windräder auf dem Hümmerich heben!“ (Pressemitteilung BI)


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