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Nachricht vom 01.05.2009    

Die Jagdsteuer bleibt im Visier

Die Jagdsteuer - ein Relikt aus vergangenen Zeiten, als die Jagd noch etwas eingebracht hat. So die Einschätzung vom Vizepräsidenten des Landesjagd-Verbandes, Lorenz Steden, in der Jahresversammlung der Kreisgruppe Altenkirchen im LJV in Nauroth. In der Versammlung wurden auch verdiente Waidmänner geehrt.

Nauroth. Die Jagdsteuer gerät nicht in Vergessenheit. Das zeigte sich während der Jahresversammlung der Kreisgruppe Altenkirchen im Landesjagdverband (LJV) im Bürgerhaus Nauroth. LJV-Vizepräsident Lorenz Steden nannte die Steuer ein Relikt aus der Zeit, als Jagd noch etwas eingebracht habe. Wie Vorsitzender Alois Trapp berichtete, hat nun der Kreisjagdbeirat das Anliegen Steuer-Abschaffung via Landrat Michael Lieber in Richtung Innenminister auf den Weg gebracht - mit der Bitte, diese Form der Unterstützung zu überdenken. Trapp dankte der Jägerschaft, die Kreisgruppe hat 711 Mitglieder, für ihren Einsatz gegen die Schweinepest an der Seite des Kreis-Veterinäramts. Dank und Gruß galten der Leiterin Dr. Gudrun Oppitz und Rainer Zeuner.
"Eine funktionierende Forstwirtschaft ist ohne Jagd nicht denkbar", wandte sich Trapp an den Vorsitzenden des Waldbauvereins, Friedrich Freiherr Baron von Hövel. Konrad Schwan grüßte die Versammlung als Vertreter des Landrats und versicherte die Jägerschaft seiner Wertschätzung. Georg Groß, Vorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Kreis Altenkirchen, bekannte sich zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit im Interesse gemeinsamer Anliegen von Landwirten und Jägern.
Herzlich dankte Alois Trapp dem Hegering Gebhardshain und seinen Vorsitzenden Wolfgang Groß für die Ausrichtung der Kreisversammlung sowie der verstärkten Bläsergruppe des Hegerings unter Josef Utsch für den ausgesprochen klangvollen Rahmen. Ausführlich widmete sich der Vorsitzende den Ereignissen des vergangenen Jagdjahres, unter anderem den Lehrgängen "Kundige Person", der Jägerprüfung mit weiterhin einjähriger Ausbildung sowie dem Landesjägertag.
Trapp gratulierte den Jagdhornbläsern Alsdorf-Hachenburg zum zweiten Platz auf Bundesebene. Den aus Kreisgruppen-Diensten auf eigenen Wunsch verabschiedeten Schießobmann Otto Bugnagel nannte er einen "verlässlichen Freund und fachlich versierten Ratgeber". Trapp dankte Jürgen Rübesam für Pflanzungen am technisch erweiterten Schießstand Johannistal.
Hunde-Obmann Manfred Freitag berichtete von der bislang höchsten Teilnehmerzahl bei der Hundeprüfung. 27 Gespanne erwiesen sich als jagdlich brauchbar. Am 19. April hat ein neuer Doppel-Lehrgang für Ober- und Unterkreis begonnen. Schießobmann Stephan Schnura informierte über Termine im Johannistal und ermunterte zu reger Teilnahme.
Rainer Zeuner, für Brauchtum zuständig, mahnte eindringlich, anständig zu jagen. Trotz gegenteiliger Mainzer Ansichten forderte Zeuner Schonung der so genannten Leitbachen in Schwarzwild-Rotten. Sie hätten in der Sozialordnung weit mehr Funktionen als die Unterdrückung der Paarungs-Bereitschaft bei anderen Bachen. Wenigstens die gängigen Jagdsignale sollten weiterhin erklingen, mahnte Zeuner mit Blick auf sinkende Bläser-Zahlen. Er empfahl, verstärkt gemeinsame Jagden mit Information nicht teilnehmender Nachbarn.
Naturschutz-Beauftragter Wolfgang Stock verwies auf Aktivitäten bei Feuchtwiesen und für Schleiereulen. Er bedauerte massiven Flächenverbrauch, zum Beispiel im Nauberg, wo der weitere Basalt-Abbau Lebensräume und Reviere zerteilen werde. Stock setzte sich für eine Wildpassage an der B 256 bei Schürdt ein.
Kreisjagdmeister Josef Weitershagen berichtete von 1652 erlegten Sauen und einem zu 98 Prozent erfüllten Rehwild-Abschuss. Zur Strecke kamen 1732 Böcke und 2062 weibliche Tiere. Darüber hinaus fünf Stück Rotwild, zwölf Stück Damwild, 232 Hasen, 39 Kaninchen, 1468 Füchse, 130 Dachse, 98 Steinmarder, 1056 Tauben, 393 Stockenten, zwölf Waschbären sowie 1112 Krähen und Elstern. Angesichts einer Jagdabgabe von rund 40.000 Euro aus dem Kreis an die Mainzer Adresse hält Weitershagen eine "Entschädigung" für erlegte Frischlinge für angebracht.
Für 40 Jahre Treue zur jagdlichen Organisation geehrt wurden Erhard Hilpisch, Johann Buhr, Friedhelm Fischer, Hermann Beichler, Harald Schreiner, Walter Waligura, Wolf-Dieter Stuhlmann, Dieter Blöcher, Ewald Schüttler und Hubert Melles.
50 Jahre Mitglied sind Erwin Seifen, Hans Drumm, Willi Offizier, Helmut Katzenbach und Harald Mohr. Stolze 60 Jahre dabei ist Hans Koch aus Oberlahr. Auf Vorschlag der Kreisgruppe wurde Wolfgang Groß mit der Verdienstnadel in Bronze ausgezeichnet - für Verdienste in der Jungjägerausbildung und in seinem Hegering. (ho)
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Sie nahmen in Nauroth Urkunden und Treuenadeln entgegen. Von links: Wolfgang Groß (Verdienstnadel), Harald Mohr, Helmut Katzenbach, Johann Buhr, Hermann Beichler, Erhard Hilpisch und Willi Offizier. Rechts Vorsitzender Alois Trapp. Foto: Klaus Holl



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