Kinderschutzdienst setzt auf Pedro, Juan und Talita
Für die vom Kinderschutzdienst im Kreis Altenkirchen betreuten Kinder sind sie ein absolutes Highlight, die Erfahrungen mit den Alpakas und Lamas auf der Casa de Lama in Katzwinkel. Über Gutschein-Aktionen ermöglicht die Betreiberfamilie Happ es dem Kinderschutzdienst, immer wieder mit ihren Schützlingen die Casa de Lama zu besuchen. Zwölf Tiere leben zurzeit auf dem Hof, fünf Lamas und sieben Alpakas. Im Mai wird die Geburt von zwei Jungtieren erwartet. Alpakas aus der eigenen Zucht werden nur abgegeben an Personen, die bereits einen entsprechenden Kurs absolviert haben oder sich über einen längeren Zeitraum von der Familie Happ haben beraten lassen
Katzwinkel. Bereits im letzten Jahr hat die Besitzerin des Casa de Lama in Katzwinkel, Sylvia Happ, unter dem Motto „Darf´s ein bisschen mehr sein?“ für Kinder und Jugendliche die vom Kinderschutzdienst Verein Kinder in Not Kreis AK e. V. in Kirchen betreut werden, eine Gutschein- Aktion ins Leben gerufen. Der Kinderschutzdienst in Kirchen ist ein Fachdienst für Kinder und Jugendliche mit Gewalterfahrungen wie sexuellem Missbrauch, körperlicher, psychischer Misshandlung sowie Vernachlässigung. Geschulte Fachkräfte sind Ansprechpartner für betroffene Kinder und Jugendliche und auch für Erwachsene mit speziellen Fragen zur Thematik. Alle Gespräche werden vertraulich behandelt. Die wichtigste Zielsetzung der Arbeit im Kinderschutzdienst ist, den Schutz vor Gewalt für die Betroffenen sicher zu stellen. Weitere Hilfen werden geplant, eingeleitet und durchgeführt. Neben dem Schutz spielt die Stabilisierung und Stärkung der Kinder und Jugendlichen eine herausragende Rolle.
Gutscheine ermöglichen Lama-Touren
Mit den Gutscheinen wird es den Kindern ermöglicht, im Rahmen einer Tour ein Lama-Erlebnis, ein Filzevent oder eine Stunden-Lama-Tour zu schenken. Ein erworbener Gutschein für 7 bis 18 Euro zugunsten des Kinderschutzdienstes in Kirchen kann in die Spendenbox im Bauwagen auf dem Hof geworden werden. Die Gutscheine können dann vom Personal des Kinderschutzdienstes für die Kinder und Jugendlichen bei Casa de la Lama eingelöst werden.
Große dunkle Augen, gesäumt von extrem langen Wimpern, auf die jedes weibliche Wesen neidisch sein kann, musterten beim Pressetermin die anwesenden Mitarbeiter des Kinderschutzdienstes, den ersten Vorsitzenden Christian Ferdinand, Ingrid Schmidt und Eva Schütz vom Vorstand, sowie den Mitarbeiterinnen Petra Baldus, Melanie Jung, Lucia Stupperich, Daniela Weber und die Praktikantin Julia Blum. Sämtliche Herzen schmolzen bei der Begegnung mit den interessanten Tieren sofort dahin.
Im Mai kommen zwei Jungtiere
Zwölf Tiere leben zurzeit auf dem Hof, fünf Lamas und sieben Alpakas. Im Mai wird die Geburt von zwei Jungtieren erwartet. Jedes der Tiere hat seinen eigenen Charakter, so erzählt Sylvia Happ. Pedro ist misstrauisch, schaut erst einmal dem Treiben zu. Er ist das Mobbingopfer im Stall, hält sich deswegen am liebsten bei den „Mädels“ auf. Der gutmütige Pedro steht immer für alle Tiere ein und geht bei Spaziergängen erst einmal alle neuen Weiden ab, um zu erkunden, ob auch alles in Ordnung ist. Zweimal hat er bereits einen Blinden geführt. Lama Miquel, das Sylvia Happ aus schlechter Haltung befreit hat, liebt es, Küsschen zu geben, was sich Showa von ihm abgesehen hat. Showa, der bereits eine große Fangemeinde hat, lebt seit drei Monaten auf dem idyllischen Hof in Katzwinkel. Er ist an der Waterkant aufgewachsen. Jetzt ist er glücklich, im Rudel zu sein. Showa ist sehr anlehnungsbedürftig, was seine Begleiter beim Spaziergang erfreut. Immer wieder sucht er die direkte Nähe des Menschen. Juan ist der jüngste Spross, er wird im August zwei Jahre alt. Die bildschöne Talita hat ihren großen Auftritt mit Mama Benita, protestiert, wenn die sich entfernt und rennt ihr rasant hinterher. Hansi schließlich, das ehemalige Zirkustier, liebt Mädels mit blonden Haaren, die er gerne mit Heu verwechselt.
Alpakas helfen Kindern mit wenig Selbstbewusstein
Alpakas aus der eigenen Zucht werden nur abgegeben an Personen, die bereits einen entsprechenden Kurs absolviert haben oder sich über einen längeren Zeitraum von der Familie Happ haben beraten lassen. „Sich ‚just for fun‘ mal eben zwei Alpakas als Rasenmäher auf die Wiese zu stellen, was momentan ein Hype ist", so Sylvia Happ, "das geht gar nicht. Wir achten schon genau darauf wohin die Tiere kommen.“ Geeignet sind die Lama-Touren für jeden, der Tiere mag. Ob Senioren, Betriebsausflug oder Menschen mit Behinderungen, die Tiere stellen sich auf jeden ein. „Es tut den Kindern so gut“, erzählt eine der Betreuerinnen des Kinderschutzdienstes. „Da erdet das Gehen mit den Lamas auf Augenhöhe.“ Ein Junge aus ihrer Gruppe war mit mehreren Kindern in den Osterferien im Casa de Lama. „Ich hätte nicht vermutet, dass er da so offen mitmachen würde und sich drauf einlassen würde. Er hat jetzt den Wunsch geäußert, gemeinsam nur mit der Betreuerin noch einmal herzukommen. Gerade Kinder mit wenig Selbstbewusstsein und Ängsten, auf Tiere oder Menschen zuzugehen, die profitieren von dem Kontakt mit den Lams und nehmen ganz viel für sich mit. Sie sind so stolz, wenn sie eines dieser großen Tiere an der Leine führen. Das ist so eine gute Sache. Wir freuen uns sehr, regelmäßig in der Zukunft mit den Kindern und Jugendlichen, entweder in der Gruppe oder im Einzelkontakt hierkommen zu können“. (GW)
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