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Nachricht vom 06.01.2019    

Wilde Kerle unterwegs: Eindrücke vom Hondach in Nauroth

Nahezu jeder junge Mann im Ort ist schon einmal mitgegangen und jede Familie freut sich, jährlich rund 50 laut singenden und lustig kostümierten Burschen an der Haustür die Hand zu schütteln: In Nauroth war Hondach. Der Brauch hat einen beeindruckenden Stammbaum und geht belegbar bis in die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts, zurück. Alte Uniformen, lustige Verkleidungen und Co. waren einmal mehr der Dresscode.

Hondach in Nauroth: Nirgendwo sonst im Kreis Altenkirchen findet man heute noch Kettenbären, Bärentreiber zusammen mit Wirten, Glaubensbrüdern und schönen Frauen. (Foto: privat)

Nauroth. Der Hondach in Nauroth ist mittlerweile auch über die Kreisgrenzen hinaus bekannt, berichtet doch in unregelmäßigen Abständen auch der SWR Rheinland-Pfalz über den Brauch im Westerwaldort. Der Brauch hat einen beeindruckenden Stammbaum und geht belegbar bis in die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Alte Uniformen, lustige Verkleidungen und Co. sind an diesem Tag im Januar der Dresscode. Der Zug durch das Dorf, der ganz den Männern vorbehalten ist, steht – wie kann es anders sein – ganz oben auf der Liste der beliebtesten Traditionen, sicher auch wegen der „markanten Tracht“.

Für jemanden, der noch nie dort war, klingt es fast unglaublich, wie sich eine doch verhältnismäßig beschauliche, kleine Gemeinde verwandelt und Unholde ihr Unwesen treiben. Das läuft alles ohne jeglichen Kommerz, lediglich auf der Abendveranstaltung müssen „die Auswärtigen“ Eintritt bezahlen. Schlange stehen ist da nicht ungewöhnlich, denn die Veranstaltung mit Livemusik, die sich eher unauffällig an das Spektakel des Tages anschließt, ist stets gut besucht. Für die Organisatoren der Tanzveranstaltung – das Drumherum-Team, rund um den Hondach und den örtlichen Musikverein, der die Gäste auf der Abendveranstaltung bewirtet – beginnt die Arbeit schon im Vorfeld. Auch das Drumherum hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad. Nirgendwo sonst im Kreis Altenkirchen findet man heute noch Kettenbären, Bärentreiber zusammen mit Wirten, Glaubensbrüdern und schönen Frauen. Besucher kommen wegen der Kostüme der bunten Schar oft aus dem Staunen nicht heraus.



Die, die sich auskennen sind Mario Dönges, in diesem Jahr gemeinsam mit Michael Kohlhas 25 Jahre dabei, und Thomas Brühl, der bereits 20 Mal teilnahm. Alle eint: Sie genießen ihren ganz besonderen Feiertag und lassen sich von der Atmosphäre an diesem Tag anstecken und mitreißen: „Wir sind echte Nauerter Jungs, für uns ist es Berufung und Pflicht, am Hondachszug durch den Ort teilzunehmen.“ Es ist den Engagement vieler zu verdanken, dass sich dieser Brauch bis heute gehalten hat. „Gern geben wir diese Tradition an die jüngeren weiter und hoffen so, dass der ‚Hondach‘ weiterlebt. In unserer hektischen Zeit ist es sehr schön, alt bekannte Sitten und Gebräuche zu pflegen und alle jungen Männer sind herzlich eingeladen, sich uns anzuschließen.“ Mit einem verschmitzten Lächeln sagen die drei zum Abschluss in der rustikal bekannten Art der Burschen: „Wir nehmen auch Zugereiste mit.“ (PM)


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