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Eine geschichtsträchtige Frühjahrswanderung
Eine geschichtsträchtige Fürhjahrswanderung unternahmen die Windhagener und die Pfaffschwender Freunde jetzt mit Abschluss auf der Erpeler Ley.
Windhagen. Aus terminlichen Gründen fand die gemeinsame Frühjahrswanderung der Wanderfreunde aus den
Partnergemeinden Windhagen und Pfaffschwende in diesem Jahr eine Woche früher als sonst statt. Seit 1993 treffen sich die Wanderfreunde ansonsten wechselseitig in Ost und West am Vortag von Palmsonntag. Zwei kleine Regenschauern konnten das Wandervergnügen der Teilnehmer nicht trüben. Wanderführer war Elmar Bär, ortskundiger Vorsitzender des HVV Windhagen, der unterwegs bestens über Besonderheiten in der Natur und Geschichte informierte. Und die etwa 17.5 Kilometer lange Tour, die auch teilweise über den Rheinsteig führte, hatte es in sich. Treffpunkt war morgens am Café "4Winden" in der Ortsmitte von Windhagen. Von dort ging es nach einem kurzen Hallo gut gelaunt los in die Natur. Vorbei an der im Bau befindlichen Dreifeldsporthalle und durch Frohnen führte die Exkursion zunächst nach Vettelschoß. Dabei wurde auch die Grenze vom Bistum Köln in das Bistum Trier überschritten. Der Aussichtsturm am Willscheider Berg ermöglichte den Wanderern einen Blick auf den See, der ursprünglich ein Basaltsteinbruch war. Elmar Bär berichtete dabei über den heimischen Basaltabbau, der früher den im Steinbruch Tätigen alles abverlangte. Weiter führte die Wegestrecke danach vorbei am Sportplatzgelände zum Ortsausgang und danach zur Burgruine Alt-Rennenberg, die erstmals Anfang des 13. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde. Sie ist schon seit 1581 nicht mehr bewohnt und wurde vom Verein Burg Rennenberg von 1979-2007 renoviert. Heute ist sie im Privatbesitz. Nach einer Rast zur Stärkung ging es querfeldein in das Tal bei Linz zum Schloss Rennenberg, das ursprünglich von Fürst Friedrich IV. zu Salm-Kyrburg, einem Nachkommen der Edelherren von Rennenberg im Jahr 1846 als Sommersitz errichtet worden war. Eine große Parkanlage umschließt das Schloss. Eine ursprünglich in Linz geplante Kaffeepause mußte wegen des einzuhaltenden Zeitplans entfallen. Es ging zügig oberhalb von Linz auf die Wegestrecke des Rheinhöhenwegs mit herrlichem Rheinpanorama und wieder bergab unterhalb des Kasbacher Bahnviaduktes und danach wieder steil bergauf bis zur Burg Ockenfels. Dort wurde bei einem herrlichen Blick auf das Rheintal mit einem Glas Sekt auf Helmi und Gottfried Krings angestoßen, die sich seinerzeit an diesem historischen Ort verlobt hatten. Auch der anschließende Wanderweg bis zum Ziel der Wanderung, derErpeler Ley, verlangte den Wanderern einiges ab. Am Gedenkstein, mit dem die Gemeinde Erpel an die erste Fahrt eines lenkbaren Luftschiffs über den Rhein erinnert, informierte Bär über die Sturmfahrt des Grafen von Zeppelin am 2. August 1909. Am Kreuz auf dem Plateau bot sich Windhagenern und Pfaffschwendern neben dem Blick in das Rheintal und in die Eifel auch der auf die noch erhaltenen Pylone der bekannten Brücke von Remagen, die vor 65 Jahren von den Amerikanern eingenommen wurde und über die innerhalb 24 Stunden zum Ende des 2. Weltkriegs 8000 alliierte Soldaten von Remagen auf die andere Rheinseite gelangten. Mit der Einkehr in die Gaststätte Bergesruh endete eine fast 8-stündige Wanderung. Am Abend fand nach der Rückfahrt nach Windhagen noch ein gemütliches Beisammensein in der Gaststätte "Zur alten Schmiede" statt. Dort wurde so manche Anekdote zwischen den Wanderfreunden aus Windhagen und Pfaffschwende ausgetauscht. Während der Wanderung hatten die Teilnehmer des öfteren den vom Bauerndichter Adolf Weiß geprägten Westerwälder Erkennungsruf: "Hui Wäller? - Allemol!" geübt.
In diesem Jahr besteht die Freundschaft zwischen den Kirchengemeinden St. Bartholomäus Windhagen und St. Bartholomäus Pfaffschwende 20 Jahre. Zum Tag der Deutschen Einheit wird im Eichsfeld gefeiert. Im nächsten Frühjahr treten die Windhagener Wanderer dann die Fahrt nach Pfaffschwende zur vorösterlichen Wanderung an.
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Die Wanderteilnehmer vor dem Schloß Rennenberg. Foto: Erwin Höller
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