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Nachricht vom 11.12.2019    

Der Weg des sauberen Wassers in der neuen Verbandsgemeinde

Aus zwei mach eins: Wenn die beiden Werke der Verbandsgemeinden Altenkirchen und Flammersfeld nach der Fusion am 1. Januar verschmolzen sind, entsteht ein Dienstleister, der, von den Ausmaßen gesehen, schon einiges an Infrastruktur zu bieten hat.

Die Kläranlage im Altenkirchener Wiesental ist für 22.000 Einwohner ausgelegt und damit die größte der neuen Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld. (Foto: hak)

Altenkirchen. Knapp 36.000 Menschen wollen mit Trinkwasser versorgt werden und sind froh, wenn ihre "braune Brühe" ordnungsgemäß abtransportiert wird: Diesen Aufgaben stellen sich noch getrennt die Verbandsgemeindewerke Altenkirchen und Flammersfeld. Vom 1. Januar an sind sie nach der Fusion der beiden Gebietskörperschaften als eine Einheit unterwegs und müssen im südlichen und mittleren Teil des AK-Landes ein riesiges Leitungssystem vorhalten, warten und kontinuierlich erneuern. Dazu kommt, dass die derzeit nach unterschiedlichen Festsetzungen erhobenen Gebühren und Beiträge anzugleichen sind.

382 Kilometer Wasserleitungen
Die Zahlen, die die Dinge abbilden, die für den Betrieb erforderlich sind, zeigen, dass die ländliche Struktur der neuen Groß-VG immenser Anstrengungen bedarf, alle Einwohner mit dem Lebensmittel Nummer eins zu beliefern und gleichfalls dafür zu sorgen, dass das Schmutzwasser den Regeln entsprechend gesäubert und wieder in die Natur "entlassen" wird. So werden die neuen Verbandsgemeindewerke Altenkirchen-Flammersfeld über ein Wasserleitungsnetz von 382 Kilometer Länge verfügen. Dazu kommen 15 Hoch- und Sammelbehälter mit einem Fassungsvermögen von 6160 Kubikmeter. Der Anschlussgrad beträgt so gut wie 100 Prozent. Den Großteil des Wassers liefert der Aggerverband über das Wasserwerk Auchel aus der Wiehltalsperre. Zwischengeschaltet ist der Zweckverband Wasserversorgung Kreis Altenkirchen. Unter dem Strich liegt der aktuelle Bezug bei 1,78 Millionen Kubikmeter. Als weiterer Versorger in der VG Altenkirchen ist die Wassergenossenschaft Rettersen unterwegs, während das Kreiswasserwerk Neuwied rund 8500 Kubikmeter einspeist und über die VG Pudernach noch rund 1000 Kubikmeter bezogen werden. Der Wasserverlust lag in der VG Altenkirchen im Jahr 2018 bei 6,13, in der VG Flammersfeld bei 8,96 Prozent. Die Zahl der Hausanschlüsse (keine mehr in Blei vorhanden) summiert sich auf beinahe 13.000.

Elf Kläranlagen im Netz
Ähnliche Dimensionen kann die Abwasserbeseitigung aufweisen. Nach der "Hochzeit" bringen es die unterirdischen Sammler auf eine Länge von 595 Kilometer. Eingebunden in das System, das rund 1,44 Millionen Kubikmeter transportiert, sind 11 Kläranlagen, 43 Pump- und 114 Regenbauwerke. Die Zahl der Hausanschlüsse kratzt an der 16.000er-Marke. Der Anschlussgrad erreicht ebenfalls so gut wie 100 Prozent, wobei vertraglich festgezurrte Kooperationen helfen, diesen Wert zu erreichen. Das Schmutzwasser aus Berod fließt zur Kläranlage in Mudenbach (VG Hachenburg), das von Borod (VG Hachenburg) gen Kläranlage Altenkirchen. Stürzelbach ist Richtung Kläranlage Raubach (VG Puderbach) orientiert, Schöneberg und Neitersen Richtung Kläranlage Peterslahr. Mit dem Flammersfelder Kanal sind die Ortsgemeinden Dürrholz, Döttesfeld, Linkenbach und die Niederwambacher Ortsteile Breibach und Seyen (alle VG Puderbach) verbunden. Zwei biologische Hauskläranlagen sind im Eulenberger Ortsteil Altehütte im Einsatz.



Ausschreibungen unterwegs
Da der kluge Mann bekanntlich vorbaut, haben sich die Werkausschüsse beider VGs in ihren jeweils allerletzten Sitzungen bereits Ermächtigungen geben lassen, um Ausschreibungen für Maßnahmen in nächster Zukunft und als Vorgriff auf den neuen gemeinsamen Wirtschaftsplan tätigen zu können. So wurde Zeit gespart, denn der in anderer Besetzung aufgestellte Werkausschuss kommt zu seiner Premierensitzung am 3. März zusammen, in der dann bereits die Aufträge vergeben werden können. Dazu zählen beispielsweise Projekte beider Sparten in Wölmersen und Neitersen, die Erneuerung der Wasserleitung in Rott oder Maßnahmen an der Kläranlage in Peterslahr. Das erste große Vorhaben der verschmolzenen VG-Werke dürfte indes die Erweiterung der Kläranlage Mehrbachtal sein. Dafür sind zunächst einmal 7,7 Millionen Euro vorgesehen. Wie das genau vonstatten gehen soll, ist ebenfalls Thema am 3. März.

Fast ein Drittel Anteile
Beteiligt sind beide Verbandsgemeinden zudem als Gesellschafter an der "Kommunalen Klärschlammverwertung Region Altenkirchen GmbH". Sie soll für die thermische (Trocknung und Verbrennung) und damit finale Bearbeitung des Abfallproduktes der Schmutzwasserbehandlung auf dem Gelände der Kläranlage Muhlau in Wallmenroth sorgen. Noch aufgeteilt (14 Prozent Anteil Altenkirchen/15 Flammersfeld), kommt die neue Groß-VG auf 29 Prozent und damit fast ein Drittel des Anteils an der GmbH. Der Bau könnte durchaus bis zu 9,5 Millionen Euro kosten. Die fürs nächste Jahr ins Auge gefasste Anlauffinanzierung beträgt 2,0 Millionen Euro, so dass Altenkirchen-Flammersfeld 580.000 Euro zahlen muss. Von 2022 an sollen rund 10.000 Tonnen Klärschlamm aus dem Kreis pro Jahr verwertet werden. Ob auch Kommunen von außerhalb des AK-Landes die Anlage nutzen können, muss noch geklärt werden. Wurde Klärschlamm bislang vielfach als Dünger auf Feldern genutzt, zwingen Änderungen und damit einhergehende niedrigere Grenzwerte in Verordnungen, neue Wege der Entsorgung zu beschreiten. (hak)


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