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Nachricht vom 22.01.2020    

Position des Kreisfeuerwehrinspekteur im Kreis wird vakant

Seit mehr als einem Jahr wartet die Führung der Feuerwehren auf eine Entscheidung. Am 27. November 2018 wurde Dietmar Urrigshardt in den Ruhestand verabschiedet. In der Festveranstaltung zu diesem Anlass wurde die Frage der künftigen Führung bereits angesprochen. Landrat i. R. Michael Lieber sagte damals zu, dass die Einrichtung einer hauptamtlichen Stelle geprüft werde. Nun wird es ernst: Matthias Theis, stellvertretender KFI und mit der Wahrnehmung der Aufgabe beauftragt, bat um seine Entpflichtung.

Matthias Theis (Foto: kkö)

Kreis Altenkirchen. Die Frage, ob der Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) in Zukunft im Hauptamt tätig werden soll oder nicht, wurde im Dezember beantwortet. Der Kreistag stimmte der umfangreichen Liste der Einsparungen, die die Verwaltung erarbeitet hatte, zu. Hierunter war auch die Stelle eines hauptamtlich beschäftigten KFI. Aus Sicht der Feuerwehren ist es aber notwendig, besonders im Hinblick auf die Herausforderungen, die sich durch extreme Wetterlagen und andere Großschadensereignisse ergeben werden, klare und für jede nachgeordnete Führungsebene nachvollziehbare Strukturen zu haben. Die begonnene Neuausrichtung der Feuerwehren im Landkreis, auch durch die Bildung von größeren Verbänden gemeinsam mit anderen Kreisen, muss weitergehen, um den zu erwartenden Gefahrenlagen gerecht werden zu können.

Seit der Verabschiedung von Dietmar Urrigshardt besteht die Führung auf Kreisebene aus zwei Stellvertretern, von denen einer, nämlich Matthias Theis, mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt wurde. Matthias Theis hat nach eigenen Angaben den Landkreis um seine Entbindung von den genannten Aufgaben gebeten. Dies möglichst mit sofortiger Wirkung, spätestens jedoch zum 31. Januar 2020. Theiss erklrät, er habe bisher keine Reaktion auf sein Ersuchen erhalten. Auch gebe es nach seiner Kenntnis keinen „Plan“ wie es weitergehen solle. Verwundert sind Theiss und und sein Stellvertretrerkollege Schwarzbach über die mangelnde Kommunikation.

Kreistag entschied
Die Verwaltung verweist zu dieser Entscheidung auf die politisch Verantwortlichen des Kreistages. Allerdings brauchen die Mitglieder des Kreistages fundierte Informationen. Diese liefert aber die Verwaltung. Bereits aus Zeiten des Vorgängers von Dietmar Urrigshardt im Amt des KFI, Eckhard Müller, bestand eine quasi hauptamtliche Beschäftigung. Müller war neben der „ehrenamtlichen“ Funktion des KFI auch Fachbereichsleiter im Bereich Feuerwehr und Katastrophenschutz. Aus dieser Zeit ist die Belastung, die ein solches Amt mit sich bringt, als bekannt vorauszusetzen. Die Aufgaben, die der KFI heute übernimmt, übersteigen die Belastungsgrenze für ein Ehrenamt bei weitem.

In Rheinland-Pfalz sind bereits in mehreren Landkreisen, darunter auch Trier-Saarburg und Mainz-Bingen, hauptamtliche KFI tätig. Die Grundlage für die Entscheidung dagegen war aus Sicht der politisch Verantwortlichen, so die vorliegenden Informationen, der „Zwang“ zu Einsparungen im Haushalt. Allerdings ist dies vor dem Hintergrund der immer weiter steigenden Aufgaben, die eine solche Funktion mit sich bringt, kaum nachvollziehbar. Bei der Wichtigkeit dieses Amtes entsprechenden, sinnvollen und möglichen Beratungen, auch mit der Aufsichtsbehörde, hätte ein anderes Ergebnis erzielt werden können. Hier spielt sicherlich eine Rolle, inwieweit die Kreistagsmitglieder informiert waren.



Vielfältige Aufgaben
Der KFI hat heute neben der Aufgabe, die Gremien zu beraten, weitere Aufgaben. So verlangt das Landesgesetz über den Brand- und Katastrophenschutz sowie die allgemeine Hilfe (LBKG) von den Kreisen auch Führungsstrukturen einsatzbereit zu halten. Bei den zu erwartenden und zunehmenden sogenannten Starkregen oder auch Vegetationsbränden ist die strukturierte Hilfe über Verbandsgemeindegrenzen, aber auch über Kreis- und Landesgrenzen hinweg, zwingend erforderlich. Hier sind die Führungskräfte aller Ebenen gefordert. Der KFI führt die Führungsgruppe und den Stab des Landkreises für die Abwehr großer Gefahren. Hierfür ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit über alle Leitungsebenen hinweg wichtig.

Wie geht es weiter?
Derzeit wartet Matthias Theis noch auf eine Antwort aus der Kreisstadt auf seine Bitte, ihn von den Aufgaben zu entbinden. Bei einer kurzen telefonischen Anfrage bei mehreren Wehrleitern war festzustellen, dass auch diese keine Informationen zum weiteren Ablauf haben. Es ist an der Zeit, den ständigen Beteuerungen zur wichtigen Funktion der freiwilligen Feuerwehren endlich Taten folgen zu lassen. Es ist an der Zeit, die Entscheidung über die Schaffung einer hauptamtlichen Stelle für den KFI noch einmal zu überdenken.

Von den zuständigen Gremien wird immer wieder die „Professionalität“ der freiwilligen Feuerwehren gelobt. Die Aufgaben, die den freiwilligen Feuerwehren zunehmend zugewiesen werden, übersteigen vielfach die Leistungsfähigkeit und führen mancherorts auch zu Frustration. Auf allen Ebenen nehmen die Belastungen zu, die seitens der Politik durch neue Verordnungen verursacht werden. Zahlreiche Wehrführer und Wehrleiter müssen heute schon den Zeitaufwand für das Ehrenamt einsetzen, der einer halben Stelle im Beruf, wenn nicht mehr, entspricht. (kkö)


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