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Nachricht vom 25.05.2020    

Eiche an der Langen Bank fiel der Trockenheit zum Opfer

Nicht mehr nur Fichtenwälder müssen gefällt werden, weil die anhaltende Trockenheit und Hitze in den letzten Jahren ihnen zu schaffen machen und sie damit immer schwächer gegenüber Schädlingen werden lassen. Auch andere Baumarten werden anfälliger und so fiel nun eine der mächtigen Eichen an der Langen Bank bei Katzwinkel dem Klimawandel zum Opfer.

Leider musste eine der drei stattlichen Eichen an der Langen Bank gefällt werden. (Fotos: KathaBe)

Katzwinkel/Elkhausen. Noch im vergangenen Jahr wurde die Lange Bank samt Wanderschild vom Lange-Bank-Team mit den Porzhartfreunden frisch renoviert. Sie ist ein beliebter Rastplatz auf dem Weg zwischen Elkhausen/Hönningen und den Höfen Fähringen und Neustockschlade am idyllischen Kreuzbichsfeld. Schon während der Renovierungsarbeiten im Jahr 2019 fiel auf, dass es einer der drei schönen stattlichen Eichen nicht besonders gut ging.

So hofften alle im vergangenen Jahr noch, dass sie es schaffen würde. Leider jedoch stellte sich in den letzten Monaten heraus, das bereits mehrere Äste und auch die Krone morsch und abgestorben waren. Allein aus Sicherheitsgründen wurde die mit etwa 140 Jahren noch junge Eiche dann leider am Samstag (23. Mai) gefällt. Dies übernahmen in Absprache mit der Hatzfeldt-Wildenburg'schen Forstverwaltung einige Mitwirkender des Lange-Bank-Teams mit den Porzhartfreunden, unter ihnen auch Klaus Spriestersbach und Tim Kölzer.

Eichen eigentlich gut angepasst
Normalerweise sind die urwüchsigen Eichen, die als Symbole für Kraft und Stärke stehen, recht gut an Wärme und Trockenheit angepasst. Abhängig von Art und Standort kann eine gesunde Eiche ein hohes Alter von 800 Jahren und mehr erreichen. Umso mehr beunruhigt es, dass in letzter Zeit immer häufiger auch die alten Eichenbestände den klimatischen Bedingungen, wie viele andere Baumarten auch, nicht mehr standhalten können. Normalerweise besitzen u.a. Eichen sogar die Fähigkeit bei starken Beeinflussungen (wie z.B. Trockenheit) eine Überlebensstrategie zu entwickeln, indem sie den oberen Teil der Krone absterben lassen und je nach Größe im unteren oder mittleren Teil durch die sogenannte Reinteration eine neue Krone (Sekundärkrone) bilden. Dies ist bei Spaziergängen im Wald und genauerer Betrachtung vieler Bäume (besonders der Eichen) immer häufiger zu sehen.

Der Stamm blieb stehen
Zur Erinnerung an die Eiche sägte das Team den Stamm nun etwa in 3 bis 4 Metern Höhe ab. Klaus Spriestersbach berichtete, dass hier etwas Neues entstehen soll, vielleicht ein Unterstand oder ein mit Motorsäge gefertigtes Kunstwerk zu Ehren der alten Eiche. Mehr wolle man aber noch nicht verraten.

Mahnende Worte eines unbekannten Verfassers
Seit einiger Zeit konnte man an der leider nun gefällten Eiche mahnende und nachdenkliche Worte aus der vermeintlichen Sicht der Eiche auf einen Zettel geschrieben finden. Hier der Text des unbekannten Verfassers:

„Hier spricht die Eiche
Unter der du gerade stehst. Ich bin eine echte deutsche Eiche, wie man so schön sagt und obwohl ich dir groß und mächtig vorkommen mag, bin ich noch lange nicht im Rentenalter. Bis dahin hätte ich locker noch ein paar Jahrhunderte Zeit. 'Hätte', sage ich, denn wie du sicher sehen kannst, geht es mir schlecht und ich fürchte, dass ich die nächsten Jahre nicht überleben werde, geschweige denn das nächste Jahrhundert. Fragst du dich wirklich, warum es mir so schlecht geht? Seit Jahren ist es so trocken wie noch nie zuvor in unserer schönen Heimat und ich verdurste langsam. Das Klima hat sich in letzter Zeit dramatisch gewandelt. Du weißt warum es sich verändert hat. Du Mensch und mit dir viele deiner Mitmenschen haben den Wandel verursacht. Durch deinen ungezügelten Lebensstil deine Maßlosigkeit und Rücksichtslosigkeit ist es so weit gekommen. Warum muss dein Auto immer größer und stärker werden und deine Strecken immer weiter, warum mussten deine Urlaubsreisen in immer fernere Winkel der Erde gehen, warum musste deine Wohnung immer größer und durchgehend wärmer werden, warum musstest du jeden Tag Fleisch auf deinem Tisch haben, warum musste dein Garten vor dem Haus in einen Einheitsrasen verwandelt werden, den du wie besessen mit knatternden Maschinen sooft mähst wie du kannst, warum produzierst du bei jeder Mahlzeit Berge von Müll, der die Meere und das Wasser belastet, warum musst du ständig neues Land bebauen mit Parkplätzen, mit Industriegebieten oder mit Häusern? Ich könnte dir noch viele nennen, das dir eines zeigt:
Du bist krank - krank in deinem Inneren, denn du bist süchtig, süchtig nach immer mehr Materie und nach Macht. Deine Sucht verlangt nach immer mehr und mehr. Um aus deiner Sucht raus zu kommen, solltest du einfach bescheidener werden, bescheidener in deinem Verbrauch an Dingen und Energie, Ehrfurcht vor allen Lebewesen haben und Dankbarkeit, Dass du in dieser herrlichen Natur leben darfst.
Ich fordere dich auf: Benutze auch im deine Alltag für deine notwendigen Wege, die du zurücklegen musst, das Fahrrad, steige um auf ein kleines Auto, wenn du unbedingt eines brauchst, verzichte mir zu Liebe auf das Fliegen und auf Kreuzfahrten, baue Obst und Gemüse auf deinem Rasen an, esse viel weniger tierische Produkte. Und traue nicht dem Ruf nach ewigem Wirtschaftswachstum. Gerade dieses ständig steigende Wachstum ist es ja, das mich in meinem Wachstum behindert. Auch ich könnte nicht unendlich hochwachsen. Bei 30 oder 40 Metern ist Schluss und das ist gut so, denn andere Lebewesen wollen auch wachsen und kein Lebewesen kann allein existieren. Auch wenn du glaubst, es ist bereits zu spät, dann denke an dein Inneres und befreie dich aus deiner Suchst. Dann tust du etwas für dich selbst und vielleicht auch für mich…“



In Anbetracht der aktuellen klimatischen Situation bekommen diese geschriebenen Worte sicher eine besondere Bedeutung, die zum Nachdenken und Handeln anregen. (KathaBe)


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