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Nachricht vom 15.11.2020    

RK Wisserland: Kranzniederlegung an Kriegsgräberehrenstätte

Wieder einmal wurde bundesweit am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht, Versöhnung und Frieden angemahnt. Doch in diesem Jahr gestalteten sich die Gedenkfeiern bundesweit völlig anders; diese wurden nämlich wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt.

Axel Wienand legt den Kranz für die heimischen Reservisten in stillem Gedenken an Hass, Terror, Gewalt- und Schreckensherrschaft sowie der heute noch spürbaren Folgen nieder. (Fotos: Ingo Wagner)

Wissen/Kirchen. Kirchens Stadtbüro informierte die Wissener Reservistenkameradschaft schriftlich von dieser Absage rechtzeitig. RK-Vorsitzender, Oberstleutnant d.R. Axel Wienand, sagte, er begegne der Entscheidung mit großer Wehmut, allerdings müsse man zweckmäßige Entscheidungen nicht nur akzeptieren, sondern auch billigen. Unter Einhaltung der Schutzbestimmungen legte Wienand den Schleifenkranz auf der Kriegsgräberehrenstätte in Freusburg nieder. Er erinnerte sich dabei an ein berühmtes Zitat von Marie Joseph de Motier (1757 – 1834) „Die Menschenrechte beginnen, wo die Vorurteile enden“: Im Zeichen, sich entschlossen gegen Intoleranz und für die Durchsetzung der Menschenrechte weltweit einzusetzen. Dabei durften Gedanken an Lessings „Nathan der Weise“ und die Ringparabel sowie an den Philosophen Kant keineswegs fehlen.

Im Zuge der Kranzniederlegung gedachte Wienand ebenso für die heimischen Reservisten insbesondere der Opfer der Bundeswehr, die ihr Leben in den zahlreichen Auslandseinsätzen bisher lassen mussten. Ein Zeichen gelebter Solidarität zu ihren aktiven Kameradinnen und Kameraden sowie zivilen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollte abermals sichtbar gesetzt werden. Aber auch Geschichtsbewusstsein sollte mit der Kranzniederlegung verbunden und mithin gefestigt werden. Das Motto lautete: „Aus der Geschichte für die Zukunft lernen!“ Zahlreiche Opfer von Krieg, Terror und Gewalt in der Welt sind seit dem letzten Volkstrauertag schon wieder zu beklagen.



Heute zählen in Deutschland Gleichberechtigung, Toleranz und gegenseitiger Respekt voreinander zu den Tugenden des gesellschaftlichen Miteinanders. Diese sind zweifelsohne mühsam errungen worden; sie infrage zu stellen, bedeutet einen klaren und einschlägigen Rückschritt in die jüngere Vergangenheit. Insofern ist Geschichte kein Fall für die bürokratische Ablage, und sie ist erst recht nicht museumsreif. Denn Erinnern bedeutet zugleich Begreifen der eigenen Vergangenheit als ein Mittel gegen das Verdrängen und Vergessen. Nur Menschen, die sich erinnern und besinnen, haben die Chance, aus der Geschichte zu lernen. Leider musste der Arbeitseinsatz auf dem Soldatenfriedhof in Freusburg, über den die Ex-Soldaten bereits im siebenundzwanzigsten Jahr die Patenschaft und Pflege innehaben, ebenfalls ausfallen. Dieser wird im Frühjahr des kommenden Jahres, sofern es die Pandemielage zulässt, nachgeholt. (PM)



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