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Nachricht vom 31.12.2020    

Stadtarchiv Kirchen: Der Stadt ein Gedächtnis geben

Die Aktivitäten des Kirchener Heimatvereins sind vielfältig. Doch viele übersehen, dass sich das Team um Hubertus Hensel auch um das Stadtarchiv kümmert. Nun treten die zuständigen Ehrenamtlichen mit einer Bitte an die Bürger, insbesondere an die Vereinsvorstände.

Vorsitzender Hubertus Hensel und Dr. Johannes Pfeifer (Foto: Heimatverein)

Kirchen. Wenn die Menschen in Kirchen und Umgebung an den Kirchener Heimatverein denken, dann fällt ihnen zuerst das Museum im alten Kirchener Ortsteil Inken ein und dann natürlich der Heimattag mit seinen vielfältigen Angeboten des Zusammenseins, Erlebens und Genießens. Manche weißen auch auf das gerade wieder erschienene Heimatblatt hin und die eine oder andere Veranstaltung der Heimatgeschichtler, aber dann ist meistens Schluss, dabei stemmt der Heimatverein seit etlichen Jahren eine zweite Mammutaufgabe, das Archiv der Stadt Kirchen.

„Es war ja anfangs nur eine lose Sammlung interessanter Dokumente, Zeitschriften oder Bücher, doch inzwischen hat sich die Angelegenheit zu einem echten Archiv ausgewachsen“, erklärt der Vorsitzende Hubertus Hensel, „in den Regalen lagern längst eine Fülle von Dokumenten, ob Briefe, Urkunden, Rechnungen, Fotos und wichtigen Schriften, welche quasi das Gedächtnis der hiesigen Region darstellen.“

Dazu gehören längst auch die Akten, die ehemals noch im Rathaus gelagert wurden. Auch der Aktenbestand der Verbandsgemeinde fand seinen Weg in die speziellen Kartons des Archivs, welches sich seit einigen Jahren ausschließlich im Museum befindet. „Wir hatten ja einige Zeit den größten Teil des Archivs ausgelagert, um eine Grundstruktur in den stark angewachsenen Bestand zu bekommen und die Räumlichkeiten im Museum zu klein waren, erläutert Hensel, „doch inzwischen ist der ständig wachsende Bestand gut sortiert und entsprechend eingeordnet, die Digitalisierung auf den Weg gebracht.“ Letzteres, so sehe es die Heimatfreunde, ist ja eine wesentliche Voraussetzung für eine umfangreiche Nutzung des Archivs in der Zukunft, und das sei letztendlich auch ein Ziel jeden Archives.


„Der Großteil des Aktenbestandes bezieht sich auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg“, informiert Eberhard Graf, „danach haben wir vor allem zahlreiche Privatbestände bekommen und Vereinsunterlagen neben dem, was die älteren Kollegen für den Verein gesammelt haben.“ Alle Interessierten sollen auf Dauer von dem Archiv profitieren, egal ob sie sich mit Wirtschaftsgeschichte, politischer Geschichte oder etwa Vereinsgeschichte beschäftigen. Gerade die Vereine seien auf dem Land ja noch anders strukturiert, weiß Hensel aus eigener Erfahrung zu berichten.




Da werde das Konvolut der Vereinsunterlagen häufig noch in Kartons von einem Vorsitzenden zum nächsten weitergereicht. Es sei doch bestens nachvollziehbar, dass hier bei solchen Übergaben auch schon einmal etwas auf der Strecke bleibe in irgendeiner Speichernische und dann irgendwann entsorgt werde. Da wäre es doch viel sinnvoller, die Unterlagen entsprechend in einem städtischen Archiv zu deponieren, wo man ja jederzeit Zugriff habe.

„Besonders wenn es um Festschriften geht, haben wir auch immer wieder mal Anfragen, erzählt Hensel, „aber wir können da nur behilflich sein, wenn wir entsprechende Unterlagen in den Beständen haben oder unsere Vorgänger in dieser Angelegenheit bereits gesammelt haben.“ Dies könnte ja durchaus anders sein, wenn die Vereine ihre Altbestände an das Archiv weitergeben würden, meinen die Aktiven des Kirchener Heimatvereins.

„Ebenso helfen wir gerne bei ‚Übersetzungen‘ bezüglich der alten deutschen Schrift Sütterlin, welche die Grundlage der von 1915 bis 1940 an den Schulen verwendeten Schreibschrift“, ergänzt Dr. Johannes Pfeifer. Dies sei besonders bei alten Briefen oder Dokumenten aus der Zeit des 19. Jahrhunderts der Fall. Insgesamt möchten die Heimatfreunde die Bevölkerung dazu bewegen, ihre alten Unterlagen in solchen Angelegenheiten dem Archiv anzuvertrauen. Dies können auch Unterlagen aus privaten Beständen sein, die Licht in die Zeit der Vereins- oder Parteigründungen bringen, in die Zeit zwischen den Kriegen oder einfach alte Sitten und Gebräuche dokumentieren. „Wir werden alle Unterlagen sehr vertrauensvoll und sorgfältig behandeln“, ergänzt Eberhard Graf, Mitglied des Archivteams des Vereins abschließend. (PM)




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