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Pressemitteilung vom 22.05.2023
Politik
CDU Kreis Altenkirchen: Arbeitsgruppe "Mobilität im ländlichen Raum" informiert sich
Was sind die Aufgaben des ÖPNV im Kreis Altenkirchen? Was leistet ÖPNV? Wo liegen Herausforderungen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Arbeitsgruppe Mobilität im ländlichen Raum der CDU Kreis Altenkirchen in einem Gespräch mit Oliver Schrei, Geschäftsführer der Westerwaldbahn GmbH und Tobias Gerhardus, Erster Beigeordneter des Kreises Altenkirchen, am Standort Bindweide der Westerwaldbus.
Die Arbeitsgruppe informierte sich über den ÖPNV im Kreis Altenkirchen. (Foto: Gaby Kölschbach)Kreis Altenkirchen. Hauptaufgabe der Westerwaldbus, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Westerwaldbahn des Kreises Altenkirchen GmbH, ist die Gewährleistung der Schülerbeförderung. Fast 8000 Schüler müssen täglich zu den Schulstandorten transportiert werden. Dafür wurden drei Linienbündel definiert, über die außerhalb der Schülertransportzeiten auch der ÖPNV abgedeckt wird. Wie aus der Pressemitteilung der Kreis-CDU hervorgeht, sei hier mittlerweile eine sehr gute Taktung vorhanden, sodass es ein sehr gutes Angebot gebe. Das zeige sich auch in der steigenden Nachfrage: Die Fahrtgastzahlen (ausgenommen die Schülerbeförderung) hätten 2022 zum Vergleichsjahr 2019 einen Zuwachs von circa zehn Prozent verzeichnet. Das Angebot werde zusätzlich noch erweitert durch Anruflinienfahrten oder Nachtbusse. Der genaue Fahrplan werde durch den Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) in Zusammenarbeit mit dem Aufgabenträger Kreis Altenkirchen vorgegeben, ebenso wie die Größe und Qualität der Busse. Mehr als 100 Mitarbeiter und mehr als 80 Busse seien dafür im Einsatz.

Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Mobilität im ländlichen Raum, Dr. Kristianna Becker, sprach die Kritik an, dass häufig auf den ersten Blick fast "leere" Busse im Linienverkehr verkehren. Ein oft vorgebrachter Vorschlag sei hier, kleinere Busse zu verwenden. Aber im Linienbetrieb würden genau die Busse eingesetzt, die auch für die Schülerbeförderung verwendet werden. Der Einsatz kleinerer Busse würde bedeuten, dass diese zusätzlich angeschafft werden müssten, was wirtschaftlich keinen Sinn mache. Viele angebliche Leerfahrten beinhalteten auch Fahrten von und zu den Busdepots oder zu Ruheplätzen für die Fahrer. Allgemein würden Meldungen über diese Leerfahrten von der Westerwaldbus in den Überlegungen bei der halbjährlichen Anpassung der Fahrpläne mitberücksichtigt. Weiterhin fließen auch Anregungen der Nutzer der Westerwaldbus ein, um das Angebot kontinuierlich zu verbessern. Hier liege der Vorteil eines kreiseigenen Unternehmens, da durch regelmäßige Fahrplananpassungen die wirtschaftliche Nutzung optimiert werden könne.

Angesprochen wurde auch die Thematik, inwieweit nicht auch Industriestandorte oder Firmen besser in den Linienverkehr eingebunden werden können, sodass die Nutzung des ÖPNV insbesondere auch im Hinblick auf das Deutschlandticket eine attraktive Alternative für Arbeitgeber sein könnte. Hier gebe es bereits Gespräche mit interessierten Arbeitgebern und der Westerwaldbus.

Diskutiert wurde ebenfalls über die Fahrpreise. Insbesondere die Preise für Einzelfahrten erschienen teuer und ließen dann doch eher zum eigenen Pkw greifen. Hier seien politische Lösungen gefragt, um den ÖPNV auch in dieser Hinsicht als Alternative zum Pkw attraktiver zu machen. Ein Baustein sei hier sicher das Deutschlandticket, welches aber nur bestimmte Personengruppen anspreche. In dem Zusammenhang wies Gerhardus auf die Notwendigkeit hin, das Deutschlandticket direkt bei der Westerwaldbus zu kaufen. Nur so sei gewährleistet, dass die Einnahmen und damit verbundene Zuschüsse direkt dem VRM und damit auch der Westerwaldbus zugeordnet werden können.

Die Westerwaldbus stehe in den kommenden Jahren vor einigen Herausforderungen, so die Kreis-CDU weiter. Ein Problem seien die außergewöhnlichen Kostensteigerungen, die etwa im Bereich Lohnkosten oder Dieseltreibstoff entstanden seien. Wie können diese ausgeglichen werden? Die Finanzierungszusagen des Bundes für das Deutschlandticket gelten nur bis 2025. Bisher sei nicht klar, wer das Ticket danach finanziert. Der Klimaschutz verlange eine Verkehrswende. Dies bedeute insbesondere technische (E-Busse) und organisatorische (Lademöglichkeiten) Herausforderungen, welche wiederum auch mit finanziellen Belastungen verbunden wären. Darüber hinaus bleibe auch die Westerwaldbus vom Fachkräftemangel nicht verschont. Es sei zunehmend schwierig, Busfahrer, Werkstattmitarbeiter, aber auch Verwaltungsmitarbeiter zu bekommen.

Den ÖPNV als wichtigen Bestandteil der Mobilität im ländlichen Raum gelte es bei diesen Herausforderungen zu unterstützen und zu stärken. Aber auch weitere Alternativen zur Mobilität im öffentlichen Raum werden in der Arbeitsgruppe Mobilität im ländlichen Raum diskutiert, damit zukünftig das Leben in ländlichen Gebieten auch für eine älter werdende Bevölkerung gestaltbar bleibt. (PM)

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