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Nachricht vom 27.06.2012
Region
Lemke: Beratungsförderung des Landes nutzen
Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und der Sprecher des Vorstands der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz hatten zur Informationsveranstaltung "Nach mir die Sintflut? - Unternehmensnachfolge" nach Altenkirchen eingeladen. Betriebsübergaben bedürfen einer Planung und Vorbereitung, das wurde in den Vorträgen deutlich.
Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstandes der ISB, und Wirtschaftsministerin Eveline Lemke zu Beginn der Veranstaltung. Fotos: annaAltenkirchen. „Guter Rat ist teuer – schlecht beraten zu sein, kann man sich nicht leisten“. Mit diesem Satz brachte Roland Wagner, Bereichsleiter Mittelstands- und Kommunalfinanzierung bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), den Inhalt seiner Rede auf den Punkt. Diese Kernaussage zog sich durch fast alle Referate des Abends.
Es ging um Unternehmensnachfolge bei der Informationsveranstaltung im Autohaus Hottgenroth Farrenberg, zu der die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und der Sprecher des Vorstandes der ISB, Ulrich Dexheimer eingeladen hatten.
Denn in den Jahren 2012 bis 2014 betrifft dies 25.900 rheinland-pfälzische Unternehmen. Jährlich werden in RLP rund 320 Betriebe stillgelegt, weil kein Nachfolger gefunden wird. Damit gehen Werte, Wissen und Arbeitsplätze verloren. Die gründliche Vorbereitung von Betriebsübergaben ist besonders wichtig, lautete daher das Fazit der Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.
Moderatorin Patricia Küll führte die erste Begrüßung der Gäste des Abends durch, die sich zum einen in Einzelreferaten oder auch in Interviews zum Thema des Tages äußerten.
Gastgeber Ulrich Dexheimer äußerte die Hoffnung, dass diese Veranstaltung für die interessierten Gäste ein Wendepunkt in ihrem unternehmerischen Handeln darstelle. Nachfolgeregelungen würden oft viel zu zögerlich angegangen. Durch plötzliche Krankheit oder einen Unfall könnten für Unternehmen große Probleme auftreten. Eine Nachfolgeregelung dauerte im Durchschnitt 5 Jahre. Daher laute die Devise agieren, statt reagieren.
Die Veranstaltung solle Anregungen geben, wie Nachfolge in Unternehmen geregelt werden könnte. Sei die Unternehmensnachfolge erst einmal geregelt, stünden oftmals Investitionen an. „Wir verstehen uns als starker Partner, den Unternehmensnachfolgern für ihre Vorhaben maßgeschneiderte finanzielle Lösungen anzubieten“, so Dexheimer. Er meinte abschließend, er sei sich sicher, dass die Entwicklung der Unternehmen nicht zu Ende gehe, wenn die richtigen Schritte eingeleitet würden.
Anschließend traten Küll und Lemke in einen Dialog, wobei die Ministerin folgendes erklärte: „In der Regel sind Betriebsübernahmen auch Gründungen. Gegenüber einer Neugründung gibt es natürlich den Vorteil, dass ein bereits bestehendes Unternehmen weitergegeben wird, aber auch mit einem breiten Hintergrund an unternehmerischer Erfahrung empfiehlt sich eine umfassende Beratung bei der notwendigen Bestandsanalyse und bei den steuerlichen und rechtlichen Regelungen, die mit einer Nachfolgeregelung verbunden sind“. Die Beratungsförderung des Landes richte sich dabei sowohl an die Übernehmenden eines Betriebes wie auch an die Übergebenden.
Roland Wagner sprach in seinem Referat davon, dass Unternehmensnachfolgen auch Existenzgründungen wären und gab den Besuchern der Veranstaltung ein kurzes Finanzierungsbeispiel, sowie den abschließenden Tipp, das Beratungsangebot des Ministeriums wahr zu nehmen.
Weitere Podiumsgäste des Abends waren Ulrich Balensiefen, Geschäftsführer der MBS Raumsysteme und Bernd Janssen, Geschäftsführer der Brucherseifer Transport + Logistik GmbH, die gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Westerwald Bank Wilhelm Höser und Patricia Küll über ihre Erfahrungen bezüglich Unternehmensübergaben sprachen.

Ulrich Thiemann, Steuerberater, ETL-Verbund Koblenz referierte anschließend über „Verkaufen, Verschenken, Vererben – steuerliche Konsequenzen verschiedener Übernahmeformen“.
In einen weiteren Dialog stieg Küll unter der Überschrift „Die Kammern als starke Partner“ anschließend mit Bertram Weirich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz und dem Betriebsberater der Handwerkskammer Koblenz, Michael Fuhr ins Thema ein.
Über „Die erfolgreiche Unternehmensnachfolge“ referierte danach Ute Waßmuth. Die Trainerin, Beraterin und Autorin befasst sich als Universitätsdozentin und gefragte Gastrednerin mit der Führung in Zeiten des demografischen Wandels. „Der Wert eines Unternehmens und damit auch seine Attraktivität für eine Unternehmensnachfolge werde auch durch eine bewerberorientierte Personalpolitik in Zeiten des Fachkräftemangels bestimmt“, so Waßmuth. Im Mittelpunkt ihres Vortrages standen Lösungen und praxisbezogene Hinweise, um Kontroversen zwischen Übergeber und Nachfolger bereits im Vorfeld vorzubeugen.(anna)
       
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