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Nachricht vom 06.09.2012
Region
43. Jahrmarkt in Wissen wird Johannes Kalpers eröffnen
Am 22. und 23. September heißt es wieder Jahrmarkt in Wissen. Der 43. Jahrmarkt der katholischen Jugend wird den Erlös für den Bau einer Primarschule in Rwimbogo/Ruanda zur Verfügung stellen. Zusammen mit dem Projektpartner der Rainer Meutsch Stiftung "Fly & Help" soll eine Schule für mehr als 600 Kinder entstehen, dazu sanitäre Anlagen und Zisternen. Die Eröffnung am Samstag um 10 Uhr übernimmt der prominente Sänger Johannes Kalpers.
Johannes Kalpers eröffnet den 43. Jahrmarkt in Wissen. Foto: prWissen. Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Lebens wie Politiker und Geistliche haben schon den Jahrmarkt der katholischen Jugend von Wissen eröffnet. In diesem Jahr wird dies der aus der Region stammende und weit über die Grenzen hinaus bekannte Sänger Johannes Kalpers übernehmen. Einem breiten Publikum bekannt geworden ist der vielseitige Sänger als Moderator der SWR-Sendung "SonntagsTour", in der er rheinland-pfälzische Regionen bereiste und musikalisch vorstellte.
Mit dem Erlös des diesjährigen Jahrmarkts, am 22. und 23. September, soll in Kooperation mit der Stiftung von Reiner Meutsch „Fly and Help“ eine Primarschule in Rwimbogo, einer Siedlung im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda, aufgebaut werden.

Reiner Meutsch, Vorsitzender der Stiftung, kann aus terminlichen Gründen selbst den Jahrmarkt nicht eröffnen und bat Johannes Kalpers, das für ihn zu übernehmen (man kennt sich, nicht zuletzt von verschiedenen Veranstaltungen).
Selbst ist Johannes Kalpers ehrenamtlich in verschiedene soziale Hilfsprojekte involviert. Zum Beispiel ist er Schirmherr der Hospiz „Stelle Maris“ des Ordens Communio in Christo in Mechernich in der Eifel, engagiert sich für die Rotary Foundation, ist für die „Herzenssache“ des SWR und für den Förderverein „Helfen hilft“ für krebskranke Kinder tätig und unterstützt die Leukämie-Stiftung von José Carreras. Johannes Kalpers ist zudem Gründer und Initiator des Fördervereins „Musik für die Welt“, der das Singen und Musizieren von Kindern und Jugendlichen fördert.

Geboren wurde Johannes Kalpers in Koblenz und ist heute in der Nähe von Montabaur zu Hause. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er bei den Limburger Domsingknaben und lernte Posaune spielen. Seinen Grundwehrdienst leistete er als Posaunist beim Heeresmusikkorps 300 Koblenz. Anschließend studierte er an der staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe, zunächst Schulmusik später Gesang bei Professor Kern und schloss mit Abschlussprüfung und Diplom das Studium ab. Johannes Kalpers besuchte Meisterkurse unter anderem bei Nicolai Gedda, Hermann Prey und Elisabeth Schwarzkopf. Er erhielt Auszeichnungen bei verschiedenen Gesangswettbewerben und war Stipendiat der „Richard Wagner Stiftung“. Engagements brachten ihn an Opernhäuser und Theater im In- und Ausland. Weitere Schwerpunkte seiner gesanglichen Tätigkeit sind Aufnahmen auf Tonträger sowie die Mitwirkung bei Rundfunk- und Fernsehproduktionen. Große Popularität erlangte der Sänger durch seine Fernsehpräsenz in allen großen Unterhaltungsformaten des deutschen Fernsehens.

"Schule macht stark"
Zum Informationstreffen für den 43. Jahrmarkt im katholischen Pfarrheim kam Rainer Meutsch mit beeindruckenden Fotos und Berichten. Die Stiftung "Fly & Help" hat bereits in Ruanda Schulen eröffnet und arbeitet mit dem rheinland-pfälzischen Koordinierungsbüro in Kigali zusammen. Ruanda ist seit 30 Jahren Partnerland von Rheinland-Pfalz. Rwimbogo liegt im Südwesten des zentralafrikanischen Landes, nahe der Grenze zu Burundi und der Demokratischen Republik Kongo. Der Distrikt, in dem das Dorf mit mehr als 4000 liegt, ist weit entfernt von jeder Infrastruktur, befestigte Straßen sind nicht vorhanden. Derzeit benötigen mehr als 600 Kinder eine Schule, es gibt nur eine verfallene Baracke, keine sanitären Anlagen und auch keine ausreichende Wasserversorgung.
Meutsch berichtete von den Zuständen und brachte Bilder mit, die auch im Jahrmarkt-Trailer zu sehen sein werden. Eine atemberaubend schöne Landschaft, in weiten Teilen noch unzerstörte Natur kennzeichnen die Region. Aber die Menschen dort sind bettelarm, die meisten können 50 Cent Schulgeld pro Monat nicht aufbringen. "Die Kinder haben nur das nackte Leben", so Meutsch.

Nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe wird alles im Land gekauft, heimische Arbeiter bauen unter Anleitung und werden bezahlt. Nur so macht die Hilfe von außen Sinn, ist sich Meutsch sicher. Noch immer sei in vielen Menschen die tiefe Angst spürbar, die der brutale Völkermord von 1994 hinterlassen habe. Bildung sei der Schlüssel, um die Situation zu verbessern, um den Menschen eine Zukunft zu ermöglichen. Meutsch kann aus terminlichen Gründen nicht zum beim Jahrmarkt dabei sein, er kommt am 22. Oktober mit seiner Multivisionsshow und Künstlern ins Kulturwerk Wissen.

Jahrmarktssprecher Johannes Bender ging im Detail auf die Planungen ein. "Wir brauchen noch dringend Helferinnen und Helfer", so sein Appell. Insbesondere für das Kinderparadies, für den Aufbau und vor allem am Montag für das Aufräumen.
"Jahrmarkt ist Knochenarbeit, aber wir wollen auch dieses Projekt schaffen und zum Erfolg führen", meinte er (hws)
 
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